15 Jahre DSG Aus der Nische in den Mainstream

2003 kam der erste VW mit DSG auf den Markt: der Golf R32 mit 241 PS.

In 15 Jahren hat sich viel verändert. Damals haben wir mit Mobiltelefonen noch telefoniert und maximal 160 Zeichen lange SMS geschrieben. Ein Farbdisplay war „wow“, das Smartphone setzte seinen Siegeszug erst Jahre später an.

Die Automatik als Alternative zum manuellen Schalten der Gänge galt in der Oberklasse als gesetzt, für sonstige Kunden aber oft als Kompromiss mit Einbußen bei Dynamik und einem höheren Verbrauch.

Heutzutage lassen wir lieber schalten, zumindest, solange Verbrennungsmotoren in den Autos das noch nötig haben. Es gibt weiterentwickelte Wandelrautomaten wie das hervorragende Achtstufen-Gerät von ZF und Doppelkupplungsgetriebe.

Hier gilt VW als Vorreiter. 2003 stellte die Marke im VW Golf R32 erstmals ein Serienauto mit 6-Gang-DSG (Direktschaltgetriebe) vor. Nach und nach kamen andere Konzernmarken und Modelle hinzu.

Neun von zehn VW Tiguan Allspace werden aktuell mit DSG verkauft, beim kürzeren Tiguan sind es immer noch 50 Prozent. Das Mittelklassemodell Passat kommt auf einen DSG-Anteil von 60 (Limousine) bzw.70 (Variant) Prozent.

Anfang der 2000er-Jahre wurden 90 Prozent aller VW Golf mit manuellem Getriebe ausgeliefert. Heute entscheiden sich 40 Prozent der Käufer für das DSG, die meist reiferen Käufer des Golf Sportsvan sogar zu 50 Prozent.

26 Millionen DSG (VW, Seat, Skoda), S-Tronic (Audi) und PDK (Porsche) wurden seit 2003 verbaut. Dem ersten 6-Gang-DSG mit im Ölbad laufenden Kupplungen folgte später ein „trockenes“ 7-Gang-DSG für kleinere Motoren mit bis zu 250 Nm maximalem Drehmoment. Die Begleiterscheinung dieser Schaltbox ist auch heute noch ein hörbares Klappergeräusch bei langsamer Fahrt über Unebenheiten, zum Beispiel Kopfsteinpflaster.

DSG Doppelkupplungsgetriebe Stueckzahl VW Golf R32

In verschiedenen Ausbaustufen gibt es im Volkswagen-Konzern heute fünf verschiedene DSG-Varianten mit sechs und sieben Gängen. Neu ist eine Freilauffunktion für das „Segeln“, wenn der Motor vom Antriebsstrang entkoppelt wird.

Auch viele Mitbewerber setzen mittlerweile auf Doppelkupplungsgetriebe, darunter auch die koreanischen Marken Hyundai und Kia.

Eine Zeit lang wird es das Doppelkupplungsgetriebe, Wandlerautomaten, stufenlose CVT-Varianten und auch manuelle Schaltboxen noch geben. Je mehr Elektroautos auf die Straße kommen, desto weniger Bedarf nach sich ändernden Übersetzungsverhältnissen wird es geben.

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Text: Bernd Conrad
Bilder: Hersteller