Suzuki Across Plug-in Hybrid 2027

Suzuki Across Plug-in Hybrid 2027 RAV4-Zwilling in Neuauflage

7:12 Min.

Exklusiv: Der neue Suzuki Across im Alltagstest, auch als Video-Review.

Suzuki ist global vor allem mit kleinen und entsprechend leichten Autos sehr erfolgreich. Der Swift zählt zu einem der letzten Kleinwagen, die noch deutlich unter der Viermeter-Grenze bleiben, auch der Dauerbrenner Vitara beansprucht eine möglichst geringe Verkehrsfläche (und lässt in der Garage noch Platz für Fahrräder und Co.). Als Topmodell bieten die Japaner mit dem Across seit einigen Jahren ein ungewöhnlich großes und (im Vergleich zu den anderen Baureihen) preisintensives SUV als Plug-in Hybrid an. Trotz der überschaubaren Absatzzahlen der bisherigen Generation fährt der Suzuki Across jetzt in Neuauflage vor.

Kooperation mit Toyota

Der Entwicklungsaufwand hält sich erneut in Grenzen. Wie bisher nutzt Suzuki für den nur in Europa angebotenen,4,62 Meter langen Across, den Toyota RAV4 als Basis. Das Design wurde, ohne die Änderung von Blechteilen, geschickt modifiziert. Ein neuer vorderer Stoßfänger mit steiler Maske sorgt für ein Across-eigenes Gesicht. Die Ansicht wirkt klassischer als die Wabenstruktur beim Toyota, die von einigen potenziellen Kunden kontrovers diskutiert wird. Am Heck müssen Logo, Schriftzüge und eine leicht geänderte Einlage im Stoßfänger als Unterschiede reichen.

Der Innenraum des Across entspricht, bis auf das Markenlogo auf dem Pralltopf des Lenkrads, dem RAV4. Die verwendeten Materialien wirken auf den Bildern und auch beim ersten Live-Eindruck etwas trist. Im Alltag gefällt das dezente Grau jedoch mit geringer optischer Ablenkung, zudem wird auf pflegeintensives Hochglanz-Schwarz verzichtet. Die Ergonomie gefällt, bis hin zur optimalen Position der Fensterheber-Schalter in der Fahrertür-Verkleidung. Knöpfe und ein Audio-Drehregler vereinfachen die Bedienung – auch wenn es auf dem zentralen Display aufgrund des (Toyota-typisch) dürren Menüs recht wenig herumzutouchen gibt. In den meisten Fällen dürften auf der Anzeige die Inhalte eines per Apple CarPlay oder Android Auto integrierten Smartphones zu sehen sein, das während der Fahrt zuverlässig induktiv lädt.

Das Platzangebot in beiden Reihen ist üppig, hinter der zweiten Reihe kann man den mit 446 Litern Volumen durchschnittlich großen Kofferraum durch die serienmäßig elektrische Heckklappe beladen. Für einen Plug-in Hybrid beachtlich hoch ist die Anhängelast von 2.000 Kilogramm, die Kupplung aus dem Zubehör verträgt zudem eine Stützlast von 100 Kilogramm.

Der Across im Test

Nicht nur auf dem Fahrersitz freut man sich über ein großzügiges Raumangebot und die gute Ergonomie.

Das Motorenangebot beim Across beschränkt sich auf den Plug-in Hybrid mit Allradantrieb, die steckerlosen Vollhybrid-Varianten des RAV4 hat Suzuki nicht im Programm. Das Trio unter dem Blech des Japaners besteht aus einem 2,5 Liter großen Vierzylinder-Benziner mit 105 kW / 143 PS, einem Elektromotor mit 150 kW (204 PS) und 271 Newtonmetern Drehmoment an der Vorderachse und einer zweiten E-Maschine hinten, die 40 kW (54 PS) und 123 Newtonmeter beisteuert. Die Systemleistung liegt bei 227 kW / 309 PS.

Die Speicherkapazität des Akkus wurde, im Vergleich zum Vorgänger, deutlich vergrößert. 22,7 kWh können maximal in die Batterie geladen werden. An der heimischen Wallbox oder an einer öffentlichen Ladesäule gelingt das dreiphasig mit 11 kW. Auch das Laden über einen CCS-Anschluss ist möglich. Die Werksangabe von 50 kW maximaler Leistung haben wir im Alltag öfter erreicht. Für das Stromfassen während eines Einkaufs ist der Across als gerüstet.

Der Suzuki Across im Video

129 Kilometer elektrische Reichweite gibt der Hersteller an. Im typischen Pendler-Alltag sind problemlos 120 Kilometer ohne Zutun des Verbrenners möglich. Wer weniger als 100 Kilometer E-Reichweite schafft, hat entweder einen Bleifuß oder fährt nur Autobahn. Bei leerem Akku bedient sich der Across aus einem 55 Liter großen Tank. 6,0 l/100 km haben wir als Benzinverbrauch in diesen Fällen ermittelt, die Gesamtreichweite liegt also bei deutlich über 1.000 Kilometern. Zumindest, wenn man das SUV nicht ständig im Bereich der Höchstgeschwindigkeit von 180 km/h bewegt oder dem Beschleunigungswert von 5,8 Sekunden für den Spurt von null auf 100 km/h nachspüren möchte.

Einen Plug-in Hybrid wie den Suzuki Across kauft oder least man vor allem aus pragmatischen Gründen. Sei es das Platzangebot für die Familie, die erhöhte Sitzposition oder die Energieeffizienz, verbunden mit einem Vorteil bei der Versteuerung des geldwerten Vorteils für Fahrer von Firmenwagen. Trotzdem könnte man sich nach emotionalen Gesichtspunkten für den elektrifizierten Japaner entscheiden. Im Rahmen seiner Möglichkeiten macht der Across, wie auch der weitestgehend baugleiche Toyota RAV4, sogar auf kurvigen Landstraßen Spaß. Rückmeldung und Kräfte der Lenkung sind sauber abgestimmt. Beim Einlenken scheint das Auto eine sichtbare Ideallinie auf den Asphalt zu werfen. Auch beim Tempowechsel in der Kurve sind kaum Nachkorrekturen nötig. Zusammen mit dem komfortablen, aber nicht distanziert-flauschig abgestimmten Fahrwerk wirkt das Zusammenspiel der Komponenten wohlkomponiert, der Across ist agil und direkt. Eine Möglichkeit zum Einstellen der Stoßdämpfer-Charakteristik vermisst man nicht.

Preis-Vergleich mit dem RAV4

Den Across gibt es in nur einer Ausstattungslinie, die u.a. auch das Head-up-Display beinhaltet.

Den Suzuki Across gibt es nur in einer Ausstattungs-Variante mit dem Namen Comfort+. Sie bringt ab Werk u.a. elektrisch verstellbare Vordersitze mit Memoryfunktion für den Fahrer, Sitzheizung und -lüftung sowie Stoff-Leder-Bezüge, ein Head-up-Display und die erwähnte elektrische Heckklappe mit. Der Fernlichtassistent der LED-Scheinwerfer blendet (oft nicht wirklich zuverlässig) auf und ab. Eine adaptive Steuerung mit Matrix-LED bietet nur der Toyota in höheren Ausstattungslinien. Auch auf ein Upgrade des Soundsystems, das nur Ansprüche von Nebenbei-Radiohörern befriedigt, gibt es für den Across nicht. Vier Karosserie-Farben stehen zur Wahl, als einziges Werks-Extra wird eine Metalliclackierung angeboten.

Mit einem Listenpreis von 55.490 Euro ist die Across-Neuauflage nicht nur günstiger als der Vorgänger, erliegt auch 1.100 Euro unter einem ähnlich ausgestatteten Toyota RAV4 Style mit einem Optionspaket für Head-up-Display und 360-Grad-Kamera. Der, im Vergleich zum Suzuki-Autohaus, meist größere Toyota-Händler dürfte zudem mehr Spielraum bei der Kalkulation günstiger Leasing- oder Finanzierungsraten haben und mit der längeren Garantie locken. Bei regelmäßiger Wartung verlängert sie sich auf bis zu 15 Jahre, Suzuki bietet drei Jahre bis zu einer Laufleistung von 100.000 Kilometern.

Es empfiehlt sich also, Angebote zu vergleichen, nachdem man die Ausstattungslisten ausführlich studieren konnte – wenn am Ende nicht auch die persönliche Beziehung zum Händler vor Ort den Ausschlag gibt.

Fazit

Die ersten Exemplare des neuen Suzuki Across stehen jetzt bei den Händlern der Marke.

Der Suzuki Across ist, wie der weitestgehend baugleiche Toyota RAV4, ein komfortabler und geräumiger Plug-in Hybrid mit hoher elektrischer Reichweite. Lenkung und Fahrwerk sorgen zudem für eine kleine Portion Fahrspaß zwischendurch. Mit einem Listenpreis von 55.490 Euro ist der Japaner keineswegs günstig, liegt aber beim Listenpreis nicht nur leicht unter dem entsprechenden RAV4. Er unterbietet auch Mitbewerber wie den Mitsubishi Outlander Plug-in Hybrid. Auch wenn das Absatzpotenzial des großen Suzuki-SUV weiterhin überschaubar bleiben dürfte, ist er eine angenehme Bereicherung der Auto-Landschaft – nicht nur für Kunden, denn die Waben-Optik an der Front des Toyota RAV4 nicht gefällt.

Technische Daten
Suzuki Across

Antriebsart
Plug-in Hybrid
Antrieb
elektrischer Allradantrieb
Abgasnorm
Euro 6e-bis
Hubraum
2.487 ccm
Anzahl und Bauform Zylinder
4 in Reihe
Maximale Leistung kW / PS
105 kW / 143 PS
Getriebe
stufenloses Getriebe (e-CVT)
Elektromotor vorn: Maximale Leistung kW
150 kW (204 PS)
Elektromotor vorn: Maximales Drehmoment
271Nm
Elektromotor hinten: Maximale Leistung kW
40 kW (54 PS)
Elektromotor hinten: Maximales Drehmoment
123 Nm
Systemleistung: kW / PS
227 kW / 309 PS
Batterie
22,7 kWh
Batterie: Typ
Lithium-Ionen
Maximale Ladeleistung Gleichstrom (DC)
50 kW
Ladeleistung Gleichstrom (DC) im Test
47 kW
Maximale Ladeleistung Wechselstrom (AC)
11 kW (dreiphasig)
Ladeleistung Wechselstrom (AC) im Test
10,8 kW (dreiphasig)
Tankinhalt
55 Liter
Beschleunigung 0-100 km/h
5,8 Sekunden
Höchstgeschwindigkeit
180 km/h
Norm-Verbrauch kWh / 100 km
13,0 kWh
Norm-Verbrauch auf 100km
1,4 Liter
Reichweite nach Norm
129 Kilometer elektrische Reichweite
Verbrauch real auf 100km
6,0 Liter bei leerem Akku
Reichweite im Alltag
120 Kilometer elektrische Reichweite
Kofferraumvolumen
446 - 1.647 Liter
Reifenmarke und –format des Testwagens
Yokohama Advan V61 235/60 R18
Leergewicht
2.050 kg
Anhängelast (gebremst)
2.000 kg
Stützlast
100 kg
Länge / Breite / Höhe
4.620 / 1.880 / 1.685 mm
Basispreis Baureihe
55.490 Euro
Testwagenpreis
56.480 Euro
Text: Bernd Conrad
Bilder: Matthias Gill, Bernd Conrad