Alfa Romeo Cuorerosso Concept

Alfa Romeo Cuorerosso Concept (K)eine neue Giulia

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Welche Rolle spielt die Studie einer neuen Limousine von Alfa Romeo?

Freunde sportlicher Limousinen sollten sich nicht zu früh freuen. Seit der Markteinführung der Alfa Romeo Giulia sind bereits zehn Jahre vergangen, aktuell ist das Modell bei noch als Diesel und als sportlicher Quadrifoglio mit 520 PS zu haben. Ein Nachfolger im Crossover-Stil war angekündigt und wurde intern wieder kassiert. Jetzt zeigt die italienische Marke im Rahmen der Paris Motor Show (Mondial de l´Auto, früher Pariser Autosalon) ein neues Auto mit Stufenheck.

Bei der Studie Alfa Romeo Cuorerosso („rotes Herz“) handelt es sich, so die klare Aussage, aber „weder um die Vorwegnahme eines konkreten Serienfahrzeugs noch um eine reine Designstudie“. Das im Centro Stile Alfa Romeo gezeichnete Einzelstück soll vielmehr „als Manifest die Gestaltung künftiger Modelle inspirieren und zeigen, wie Alfa Romeo die Elektrifizierung in seine Designsprache integriert“.

Verbrenner und Elektro

Ordnen wir das mal ein. Nach aktuellem Stand (Pläne und Strategien wurden bei der Markenführung innerhalb des Stellantis-Konzerns in den letzten Jahren ja häufiger umgeworfen) laufen Ende 2027 die aktuellen Modelle Tonale, Giulia und Stelvio aus. Der Alfa Romeo Junior läuft weiter, zudem dürfte wohl im kommenden Jahr ein Kompakt-SUV als legitimer Nachfolger der Giulietta seine Premiere feiern. Händler berichten zudem von Plänen eines neuen Kleinwagens, der dann auch auf der STLA-One-Plattform basieren dürfte. Über die Zukunft der Mittelklasse-Modelle Giulia und Stelvio wird in den Büros der Strategen gerade intensiv nachgedacht. Angesichts der großen Rolle beider Baureihen, die die Marke deutlich vorangebracht haben, darf das verwundern. Gleichzeitig wird das enge Korsett deutlich, in dem man sich innerhalb eines Mehrmarken-Konzerns bewegen darf.

Zurück zum Concept Car Cuorerosso: An der flachen Front steht das Scudetto in klassischer Dreiecksform im Fahrwind, die Scheinwerfer laufen spitz darauf zu. Für eine Zulassung in Europa müsste die Front schon deswegen höher werden, da ein seitlich montiertes Kennzeichen bei neuen Modellen nicht mehr erlaubt ist.

Trotz der flachen Haube soll die Studie für alle denkbaren Antriebe vorbereitet sein, vom 2,9-Liter-V6 wie in den aktuellen Quadrifoglio-Modellen über Mild-, Voll- und Plug-in-Hybride bis hin zum reinen Elektroantrieb. Die stark betonte Keilform der Seitenlinie läuft in ein massives Heck mit großer Abrisskante aus, das wie die runden Leuchten und die Felgen im Design einer Telefon-Wählscheibe klassisches Alfa-Romeo-Design zitiert. An den Flanken prangt das Kleeblatt, Kennzeichen der Sportmodelle der Marke. Abmessungen der Karosserie werden nicht kommuniziert, man spricht von einer möglichen Länge von „bis zu 4,70 Metern“. Unter dem Karosseriekleid stecken ein Luftfahrwerk und eine Keramik-Bremsanlage vom Spezialisten Brembo.

Das Cockpit zeigt klassische Anleihen, die vom Sportwagen Alfa Romeo 33 Stradale inspiriert wurden, in moderner Interpretation. Die Steer-by-Wire-Lenkung erlaubt ein flaches Lenkelement. Zwei Displays in Form von Runduhren liegen direkt im Blickfeld des Fahrers. Auf der freischwebenden Mittelkonsole sind ein kleines Display und physische Bedienelemente, auch in Form von Drehreglern, positioniert, einen großen Touchscreen sucht man vergebens, alle Anzeigen-Aufgaben übernehmen die Displays vor dem Fahrer. Die Materialien im Interieur bestehen zum Teil aus recyceltem Leder aus Industrieabfällen. Nubukleder von Poltrona Frau kommt dort zum Einsatz, wo man als Insasse direkten und ständigen Kontakt mit dem Auto hat (beispielsweise auf den Sitzflächen).

Fazit

Die Displays vor dem Fahrer tragen das Design klassischer Runduhren.

Alfa Romeo zeigt auf der Paris Motor Show mit dem Concept Car Cuorerosso die Studie einer neuen Mittelklasse-Limousine, die als Benziner, Hybrid und Elektroauto denkbar ist. Obwohl eine neue Giulia-Generation mehr als überfällig ist, soll das „rote Herz“ kein konkretes Serienmodell vorwegnehmen. Stattdessen testet die Marke die Reaktionen des Publikums auf eine mögliche neue Designsprache – und stellt auch für die Zukunft einen mehrgleisigen Ansatz mit Verbrennern, Hybriden und Elektroautos in Aussicht.

Text: Bernd Conrad
Bilder: Hersteller