Renault Megane 2026

Renault Megane 2026 Kompakter auf höherem Niveau?

6:54 Min.

Alle Informationen und das Video mit erster Sitzprobe zum neuen Renault Megane.

Der Renault Megane kam 2022 als elektrischer Vertreter der Franzosen in der Kompaktklasse auf den Markt. Seitdem ist die Schar der Mitbewerber deutlich gewachsen, beispielsweise mit Modellen aus China und Europäern wie Opel Astra Electric und Peugeot E-308. Um sich in diesem Umfeld weiter zu behaupten, und auch zum Ankurbeln der Verkaufszahlen, fährt der Megane jetzt mit einem Facelift in die zweite Hälfte seinen Produkt-Lebenszyklus.

Neues Gesicht, neuer Akku

An der Front ist das Facelift auf den ersten Blick zu erkennen. Die bisherigen Tagfahrlicht-LED in Form von Zacken sind Pixeln in Form des Renault-Rhombus gewichen. Acht dieser LED-Elemente sind auf jeder Seite in vertikal angeordneten Modulen zusammengefasst. Der Stoßfänger ist neu, ebenso die jetzt größere schwarze Leiste in der Optik eines Kühlergrills zwischen den unveränderten Scheinwerfern.

Am Heck zeigt der Renault Megane ebenfalls einen neuen Stoßfänger, der in Form eines Diffusors für einen dynamischen Auftritt bzw. Abgang sorgen soll. Die schmalen Rückleuchten verzichten künftig auf ein Abdeckglas und tragen somit ihre 3D-Optik offen zur Schau. Das erinnert an das Design des jüngst erneuerten Kleinwagens Renault Clio . Außerdem gibt es neue Designs der 19 oder 20 Zoll großen Leichtmetallfelgen. Sieben Farben stehen zur Wahl, von denen „Schiefer Blau satiniert“ neu im Programm ist. Optional kann man eine Zweifarblackierung wählen, bei der das Dach einen schwarzen Kontrast setzt.

Mit einer Länge von 4,20 Metern bleibt der Fünftürer im wahrsten Sinne des Wortes kompakt und lässt in der Normgarage noch Raum für Fahrrad und Co. Auch Breite (1,78 Meter) und Radstand (2,69 Meter) bleiben unverändert. Mit der Überarbeitung nimmt die Höhe des Autos jedoch zum zwei Zentimeter zu.

Der neue Renault Megane im Video

Der neue Akku ist der Grund dafür. Anstelle der bisherigen NMC-Batterie setzt Renault im Megane jetzt LFP-Zellchemie (Lithium-Eisenphosphat) ein. Die Speicherkapazität wächst von 60 auf 67 kWh, was für eine auf 500 (statt bisher 468) Kilometer gewachsene Reichweite nach WLTP-Norm sorgen soll. Auch die Ladeleistung über den CCS-Anschluss profitiert: 165 kW liegen in der Spitze an (bisher 130 kW). Der Hub von 10 auf 80 Prozent der Akku-Kapazität wird, unter idealen Bedingungen, in 24 Minuten erledigt. Wechselstrom zieht der Kompakte über drei Phasen bis 11 kW, ein 22-kW-Ladegerät gibt es als Option. Über einen V2L-Adapter (Vehicle to Load) kann der Megane auch Strom mit 3,7 kW an andere Verbraucher abgeben. Eine Wärmepumpe ist serienmäßig, außerdem kann der Akku vor Ladestopps vorkonditioniert werden.

Unverändert treibt ein fremderregter Synchronmotor, der ohne Seltene Erden auskommt, mit 160 kW (218 PS) und 300 Newtonmetern Drehmoment die Vorderräder an. In 7,6 Sekunden beschleunigt der Megane aus dem Stand auf 100 km/h, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 160 km/h.

Auf längeren Strecken dürfte man meist etwas langsamer unterwegs sein und dabei auch die adaptive Geschwindigkeitsregelanlage nutzen. Dieses Assistenzsystem arbeitet künftig auch vorausschauend, passt beispielweise vor Tempolimits oder Kurven die Geschwindigkeit an. Außerdem sind ein neuer Nothalteassistent und eine Kamera in der A-Säule für den Fahrer-Aufmerksamkeitswarner an Bord. Sie erkennt außerdem, wer am Steuer sitzt. Bei hinterlegtem Profil kann das System dann automatisch die bevorzugten Einstellungen dieses Fahrers, beispielsweise die Sitzposition und die Klima-Temperatur, einstellen. Außerdem kann man Fahrzeugfunktionen aus der Ferne über eine neue Smartphone-App mit dem Namen „my rnlt“ aufrufen und steuern. Wie bisher nutzt Renault Google-Software für Navigation, App-Store und Sprachsteuerung. Im Laufe des Jahres wird der dafür zuständige Google Assistant durch die KI-unterstützte Assistenz Gemini ersetzt. Im Gegensatz zum Vorgänger ist beim Facelift-Megane das Datenvolumen, auch für die Nutzung von heruntergeladenen Apps, für drei Jahre gratis. Danach folgt ein Abo-Modell.

Der bisherige „Perso“-Fahrmodus wird durch das „Smart“-Programm ersetzt. Bei dieser Einstellung kann die Software, je nach Fahrzustand und Einflüssen, zwischen den Parametern der anderen Fahrmodi hin- und herwechseln. Die Ablageschale für das Smartphone mit induktiver Ladefunktion nutzt jetzt auch Magsafe, der Akku des Telefons wird dann nicht so warm.

Federn und Dämpfer wurden modifiziert, um das Fahrverhalten dem höheren neuen Akku anzupassen. Modifikationen an der Mehrlenker-Hinterachse sollen für eine bessere Stabilität sorgen, die optimierte Lenkung für mehr Präzision beim Kurvenfahren. Ob damit auch das Fahrverhalten auf einem höheren Niveau liegt als bisher, oder ob das nur für die tatsächlichen Abmessungen der Karosserie gilt, kann erst ein späterer Test klären.

Die Sitzprobe

Google Maps ist als Navigationssystem vorinstalliert und steuert bei Bedarf auch die Akku-Vorkonditionierung.

Keine Überraschung bei unserer ersten Sitzprobe im überarbeiteten Renault Megane: Das Kofferraumvolumen (389 bis 1.332 Liter) und das Platzangebot haben sich, im Vergleich zum bisherigen Modell, nicht geändert. Im Fond bietet der Franzose auch weiterhin einen eher knappen Knie- und Fußraum. Vorne stört, bei einem großen Fahrer, der geringe Abstand zu den Pedalen. Die Sitze für Fahrer und Beifahrer sind bequem, im Topmodell Esprit Alpine kommen sie mit elektrischer Verstellung und Massagefunktion. Die Bedienung am Multifunktionslenkrad erfolgt, wie gewohnt, über zwei Kippschalter und Touch-Flächen. Diese sind ausreichend groß, was die Steuerung der Funktionen während der Fahrt vereinfacht. Über Schaltwippen am Lenkrad lässt sich die Energie-Rekuperation steuern, für die Audio-Lautstärke setzt Renaultauch weiterhin auf Tasten an einem Bediensatelliten rechts hinter dem Lenkrad.

Wird er günstiger?

Den Megane gibt es künftig in zwei Ausstattungslinien als Techno und als Esprit Alpine.

Das Modellangebot konzentriert sich künftig auf zwei Ausstattungslinien mit den Namen Techno und Esprit Alpine, das Iconic-Niveau entfällt. Der Megane Techno hat Dekorleistung in Holzoptik und Sitzbezüge in TEP-Optik. Er rollt serienmäßig auf 19-Zoll-Felgen, 20-Zöller gibt es als Option.

Esprit Alpine bringt das größere Räderformat mit dunklen Felgen serienmäßig mit, außerdem tritt dieses Modell mit einem geänderten Stoßfänger-Design dynamischer auf. Die innere Türverkleidung mit LED-Ambientelicht zeigt einen changierenden Farbverlauf. Dazu kommen die erwähnten Massagesitze und ein Soundsystem der Marke Harman/Kardon.

Preise für den überarbeiteten Megane nennt Renault noch nicht. Zuletzt kostete die Techno-Variante mit 60 kWh im Akku ab 41.000 Euro, der Esprit Alpine ab 43.000 Euro. Angesichts des stärkeren Wettbewerbs auf dem Elektroauto-Markt wäre es nicht verwunderlich, wenn der Fünftürer nach dem Facelift günstiger wird. Wir rechnen mit einem Einstieg bei unter 40.000 Euro für den Megane Techno. Neben Optik, Preis und Ausstattung soll der Renault Megane auch mit seinem „made in France“-Anspruch bei Kunden punkten. Der Elektromotor wird in der Normandie gebaut, die Batterie (mit von LG zugelieferten Zellen) und das Auto entstehen im Norden Frankreichs.

Fazit

Am Heck fallen der neue Stroßfänger und 3D-Leuchten ohne Abdeckglas auf.

Das Facelift bringt dem Renault Megane ein neues Gesicht mit prägnanten LED-Pixeln für das Tagfahrlicht und die Blinker sowie geänderte Rückleuchten. Unter dem Blech trägt der Kompakte künftig einen neuen LFP-Akku mit 67 kWh Speicherkapazität. Damit konnte die Reichweite um 32 auf 500 Kilometer erhöht werden, auch die maximale Ladeleistung nahm (von 130 auf 165 kW) nahm zu. Ab Spätsommer soll man den Elektriker in überarbeiteter Form bestellen können, Preise sind noch nicht bekannt.

Text: Bernd Conrad
Bilder: Hersteller, M. Gill, B. Conrad