Der Zeekr 9X, ein edles und großes SUV als Plug-in Hybrid, kommt nach Deutschland.
Die Marke Zeekr, im Geflecht des chinesischen Geely-Konzerns für Premium-Fahrzeuge mit Elektro- und Plug-in-Hybrid-Antrieb zuständig, erweitert ihr Angebot in Europa um das Luxus-SUV 9X.
Der optische Auftritt, der mit einem dominanten Lufteinlass an der steilen Front und großen Rädern, klopft unverhohlen in der Luxus-Klasse an. Das soll auch mit dem Format des SUV aus China unterstrichen werden. Der Zeekr 9X ist 5,24 Meter lang, 2,03 Meter breit und 1,82 Meter hoch. Daneben wirken auch Bentley Bentayga und BMW X7 schlank und rank, erst recht der nur knapp über fünf Meter lange EX90 von Konzern-Schwester Volvo.
Erster Hybrid-Zeekr
Anders als die bisher bei uns erhältlichen Zeekr-Modelle X, 7GT, 7X und 001 kommt das Topmodell der Marke nicht als reines Elektroauto zu uns, sondern als Plug-in Hybrid. Die Chinesen sprechen mit vorgestreckter Brust vom „Super-Hybrid-Twin-Energy-Performance-System“. Genaue technische Daten für die Export-Versionen werden noch nicht verraten. In China, wo 2025 bereits über 18.000 Exemplare des 9X auf die Straße kamen, kann man zwischen einem 55,1 kWh großen Akku und einem Stromspeicher mit 70 kWh Speicherkapazität wählen. Für die elektrische Reichweite wird in einer ersten Mitteilung der Wert von 223 Kilometern nach WLTP-Norm genannt, insgesamt soll der Hybrid mit Strom und Sprit 767 Kilometer weit kommen. Unter der Haube steckt ein Zweiliter-Vierzylinder-Benziner mit 202 kW (275 PS), außerdem sind zwei Elektromotoren an Bord. Die Systemleistung liegt bei 660 kW / 897 PS. In 4,1 Sekunden soll das Auto, trotz eines stattlichen Leergewichts von rund drei Tonnen, aus dem Stand auf 100 km/h beschleunigen können, die Höchstgeschwindigkeit ist bei 240 km/h erreicht. In China und anderen Märkten gibt es den 9X auch mit über 1.300 PS Systemleistung und drittem Elektromotor.
Im 9X setzt Zeekr erstmals ein 900-Volt-System für ultraschnelles Laden ein. Über den CCS-Anschluss lässt sich der Akku, je nach Version und bei einer entsprechend schnellen Ladesäule, von 9,5 bis elf Minuten von zehn auf 80 Prozent seiner Kapazität laden. Zwischen den Boxenstopps sorgt eine Zweikammer-Luftfederung für Komfort und eine weite Spreizung der unterschiedlichen Fahrmodi, auch für Offroad-Touren. Die Anhängelast gibt Zeekr mit 2.000 Kilogramm an.
Nobel geht es hinter den großen Türen zu. Der Innenraum vor dem 677 Liter großen Gepäckanteil kommt in einer sechssitzigen Konfiguration mit jeweils zwei Einzelsesseln in drei Reihen. Edle Materialien wie Holz und Nappaleder sowie eine aktive Geräuschunterdrückung sollen für Komfort sorgen. Ein Head-up-Display mit 47 Zoll Diagonale der Anzeige spiegelt fahrrelevante Informationen auf die Windschutzscheibe, außerdem dominieren rechts vom Fahrer-Display zwei riesige Touchscreen-Monitore für das Infotainment-System das Cockpit. Darunter und im Bereich zwischen den Vordersitzen setzen die Innenarchitekten zudem auf eine begrenzte Anzahl physischer Bedienelemente. Ein 17,3 Zoll großes 3K-OLED-Display (hier ist BMW mit dem aktuellen Facelift des 7er weiter) für die Fondpassagiere klappt elektrisch aus dem Dachhimmel herunter, so lässt sich der 9X in einen fahrenden Kinosaal verwandeln. Beim Soundsystem setzt Zeekr auf die gleiche Marken-Kooperation wie Bentley, die Anlage entstand gemeinsam mit Naim. 32 Lautsprecher und ein Frischluft-Subwoofer sind an Bord.
Drei Lackalternativen wird es geben: Weiß, Grau und Schwarz. Der große Kühlergrill wird wahlweise in Wagenfarbe oder in Satinchrom erhältlich sein, in der Verbindung mit dem optionalen „Black Pack“, zusammen mit anderen Akzenten, auch in Hochglanzschwarz. Preise nennt Zeekr noch nicht. Sie werden zum Bestellstart des 9X Ende des Monats veröffentlicht.
Hintergrund: Luxus-Chinesen
Chinesische Autokonzerne feiern mit ihren Premium- und Luxusmarken auf dem Heimatmarkt große Erfolge, was den Rückgang der Absatzzahlen von Importmarken beschleunigt. Die margenstarken Modelle sollen auch im Ausland Gewinne einfahren. BYD stellt aktuell, parallel zur Kernmarke im Mainstream-Bereich, erste Modelle des Premium-Labels Denza an die Startlinie. Gleichzeitig dürfte man dort den Schritt von Zeekr, das Programm mit dem 9X in den Luxus-Bereich zu verlängern, interessiert beobachten. Oberhalb von Denza hat BYD die eigene Marke Yangwang positioniert. Der Supersportwagen Yangwang U9, mit 496,77 km/h das aktuell schnellste (Kleinst-)Serienauto der Welt, dient als Technologieträger. Als Konkurrent zum Zeekr 9X rollt in China (und künftig auch in Europa?) der Yangwang U8 über die Straßen, wenn er nicht gerade schwimmt.
Fazit
Vor dem Casino in Monaco fährt die Elite mit Cullinan, Bentayga und Co. vor. Vielleicht sieht man den Zeekr 9X aber künftig vor der Spielbank in Baden-Baden oder auf dem Chefparkplatz beim markenoffenen Mittelständler? Die Chinesen bringen ihr 5,24 Meter langes Luxus-SUV als Plug-in Hybrid mit 223 Kilometern elektrischer Reichweite noch in diesem Sommer zu uns.
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Im Video: Zeekr 001 im Alltags-Test