Das Facelift von Volvo EX40 und XC40 im ersten Check mit Sitzprobe, auch als Video-Review.
Die kompakte SUV-Baureihe von Volvo in Form des Duos XC40 (Verbrenner) und EX40 (Elektro) ist bereits seit 2018 auf dem Markt (EX40 bzw. XC40 Recharge seit 2019). Zum alten Eisen gehören sie trotzdem noch nicht. Für das Modelljahr 2027 präsentieren die Schweden ein Facelift mit Infotainment-Update.
Neue Front
Die optische Überarbeitung geht dabei weit über dezente Kosmetik hinaus, es wurde sogar in neue Blechteile investiert. Motorhaube und Kotflügel wurden umgestaltet. Damit konnten die Designer eine Frontansicht gestalten, die mit der Betonung auf horizontale Linien die Breite des Autos stärker betont. Mit den flacheren Scheinwerfern, deren Tagfahrlicht-Signatur weiterhin Thors Hammer beschreibt und der flachen Frontmaske wirkt der kompakte Volvo nach dem Facelift weniger verspielt. Der Kühlergrill beim Verbrenner trägt diagonale Lamellen in Ausrichtung des Marken-Logos, der elektrische EX40 fährt erneut mit geschlossener Maske vor. Der neue Stoßfänger verzichtet auf die seitlichen Lufteinlässe. Im Profil fallen neue Felgen-Designs mit 18, 19 oder 20 Zoll Raddurchmesser auf. Auch am Heck betonen XC40 und EX40 fortan gerade Linien. Die LED-Rückleuchten haben ein neues Innenleben mit Lichtstreifen, auf der neuen Heckklappe fällt eine dominante Kante auf. Auch hier wurde der Stoßfänger umgestaltet.
Das Format des 4,44 Meter langen Fünftürers blieb unverändert, was auch für den Radstand von 2,70 Metern gilt. Bei der Sitzprobe im 2027er-Modell achten wir also nicht primär auf die Platzverhältnisse, die im geräumigen Fond und auch auf den bequemen Vordersitzen denen des Vorgängers entsprechen. Zu entdecken gibt es neue Dekore in unterschiedlichen Ausprägungen mit Ambiente-Licht. Diese sind auch in den vorderen Türverkleidungen zu finden, während im Fond schwarzer Kunststoff vorherrscht.
Volvo EX40 und XC40 im Video
Das Infotainment-Display wächst auf eine Bildschirmdiagonale von 11,2 Zoll. Weil das Armaturenbrett den Platz für den Monitor bisher einschränkte, ist der Touchscreen künftig leicht nach außen versetzt vor der unveränderten Armaturentafel positioniert. Wie gewohnt nutzt Volvo Android aus Betriebssystem, mit Google Gemini zieht die neue KI-Sprachsteuerung ein. Updates lassen sich künftig „over the air“, also über das Internet, aufspielen.
Updates gibt es auch für die Fahrassistenz. Das Steuergerät und die Software sind neu, dazu kommt ein Strauß an frischer Hardware. Front-Kamera, Front-Radar, jeweils zwei Eck-Radarsensoren an Front und Heck, 12 Ultraschallsensoren und Parkkameras an allen Seiten des Autos sorgen für Orientierung. Damit sind beispielsweise ein neuer Spurwechselassistent, eine 3D-Ansicht für die 360-Grad-Kamera und eine Warnung vor Objekten oder Personen im toten Winkel bei Türöffnung möglich.
Die XC40-Benziner
Keine Änderungen gibt es bei der Antriebs-Technik. Der Volvo XC40 fährt als Mildhybrid-Benziner mit Zweiliter-Vierzylinder-Benziner und Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe vor.
Er leistet im Volvo XC40 B3 120 kW / 163 PS, dazu kommt die Elektro-Unterstützung mit 10 kW (13,6 PS). Im XC40 B4 leistet der Benziner 145 kW / 197 PS. Er beschleunigt in 7,6 Sekunden aus dem Stand auf 100 km/h (B3: 8,6 Sekunden). Wie bei Volvo üblich ist die Höchstgeschwindigkeit auf 180 km/h begrenzt. Den WLTP-Normverbrauch gibt der Hersteller für beide Leistungsstufen mit 6,5 – 7,2 l/100 km an. Unterschiede gibt es bei der Anhängelast: Der XC40 B3 kann 1,6 Tonnen an den Haken nehmen, der B4 schafft zwei Tonnen.
Elektrischer Volvo EX40
Beim elektrischen Volvo EX40 wird die Nomenklatur der neuen Struktur angepasst, die mit dem Volvo EX60 eingeführt wurde. Das Basismodell ist der P5 mit 175 kW (238 PS) starkem Heckmotor. Er wird von einem Akku mit 70 kWh (netto nutzbar 67 kWh) bestromt, die kombinierte WLTP-Reichweite liegt bei 435 bis 477 Kilometern. Wechselstrom fließt bei allen EX40-Varianten über drei Phasen mit 11 kW, am Schnelllader schafft der P5 bis zu 180 kW. 33 Minuten sollen für den Hub von zehn auf 80 Prozent vergehen.
Mit 82 kWh großem Akku, von denen 79 kWh netto nutzbar sind, kommt der Volvo EX40 P5 Long Range mit 185 kW (252 PS) Motorleistung. Er kommt, nach WLTP-Norm, bis zu 576 Kilometer weit. Die Ladekurve gipfelt am Schnelllader bei 205 kW.
Das Topmodell des EX40-Trios für den deutschen Markt ist der P8 Performance AWD. Er nutzt den gleichen Akku wie der P5 Long Range. Neben dem Elektromotor an der Hinterachse, hier 190 kW (258 PS) stark, arbeitet eine zweite Maschine mit 135 kW (184 PS) an der Vorderachse. Wie gewohnt addiert Volvo die Zahlen und gibt als kombinierte Leistung den Wert von 325 kW (442 PS) an, das System-Drehmoment liegt bei 670 Newtonmetern. Landstraßentempo erreicht der Allradler nach 4,8 Sekunden. Die Reichweite sinkt aufgrund des Zweimotoren-Antriebs leicht auf 485 bis 538 Kilometer.
Das kosten EX40 und XC40
Die Serienausstattung wird zum Facelift erweitert. Matrix-LED-Scheinwerfer mit adaptiven Lichtfunktionen, automatisch abblendbare Außen- und Innenspiegel sowie Einpark-Senoren an Front und Heck sind künftig ohne Mehrpreis an Bord. Der Grundpreis steigt um 1.100 Euro, als Benziner XC40 B3 startet die Baureihe mit der Ausstattungslinie Essential fortan bei 43.990 Euro. Darüber rangieren die Linien Core, Plus und Ultra. Weiterhin gibt es für die beiden höheren Niveaus eine Black Edition.
Die Preise für den elektrischen EX40 liegen auf dem Niveau des bisherigen Modells. Den Einstieg markiert der P5 Essential für 47.490 Euro. Den größeren Akku im P5 Long Range gibt es für 2.800 Euro Aufpreis ab der zweiten Linie Core. Der Volvo EX40 P8 Performance AWD ist, in der Linie Plus, ab 60.950 Euro zu haben. Das Allrad- und Leistungs-Upgrade im Vergleich zum P5 Long Range kostet 4.800 Euro. Im November wird die Produktion der neuen Modelle im belgischen Volvo-Werk Gent starten, die ersten Autos sollen noch vor Ende des Jahres 2026 zu den Händlern kommen. Die SUV-Coupé-Version Volvo EC40 wird in Deutschland nicht mehr angeboten.
Fazit
Volvo spendiert der kompakten 40er-Baureihe in Form des XC40 als Mildhybrid-Benziner und des elektrischen EX40 ein Facelift. Die neue Front und das klarere Heck modernisieren den optischen Auftritt des SUV. Dazu gibt es einen größeren Infotainment-Touchscreen, Google Gemini als Sprachsteuerung und verbesserte Fahrassistenz.
Die Serienausstattung wird u.a. mit Matrix-LED-Scheinwerfern erweitert. Der Benziner wird mit der Modellpflege 1.100 Euro teurer, die Preise für den elektrischen EX40 bleiben weitestgehend unverändert. Wie zuvor werden auch die neuen Versionen von Volvo XC40 und EX40 in Belgien (Gent) produziert.