Renault Niagara 2027

Renault Niagara 2027 Neuer Pick-up mit zwei Haken

3:00 Min.

Trotz Doppelkabine und Ladefläche ist der Renault Niagara unter fünf Meter lang.

Es gibt wieder einen Pick-up von Renault. Bei uns war dem Alaskan, der sich die Basis mit dem Nissan Navara und der Mercedes-Benz X-Klasse teilte, nur ein kurzes Gastspiel beschert.

Der jetzt vorgestellte Renault Niagara greift eine halbe Klasse weiter unten an. Der Pick-up mit Doppelkabine setzt auf eine SUV-Basis mit Mehrlenker-Hinterachse und verzichtet damit auf eine Leiterrahmen-Konstruktion. Neben einer optionalen Anhängerkupplung hat die Sache aber noch einen anderen Haken: Bei uns wird man den Niagara nicht kaufen können.

Globale Konzern-Strategie

Der neue Pick-up wird in Argentinien gebaut. Im ersten Schritt soll der dort, in Brasilien und in Kolumbien auf den Markt kommen, später auch in weiteren Ländern der Region. Das Modell ist Teil einer Konzernstrategie, die als Ziel hat, bis zum Jahr 2030 die Hälfte des Renault-Absatzes außerhalb Europas zu erzielen. Dafür werden in den kommenden Jahren insgesamt 14 neue Modelle eingeführt, die wir in Deutschland nicht kaufen können.

Der Renault Niagara ist 4,94 Meter lang (ohne Allradantrieb 4,91 Meter) und bietet eine Zuladungskapazität von 654 Kilogramm. Die Ladefläche ist 1.342 Millimeter breit und, bei heruntergeklappter Heckklappe 1.917 Millimeter lang. Die Anhängelast gibt der Hersteller mit 710 Kilogramm an. Werte, die Pick-up-Kunden bei uns mit Anforderungen wie bis 3,5 Tonnen Zuglast nicht begeistern. In Lateinamerika sind kompaktere Lastesel wie dieser aber sehr populär.

Hinter dem großen Markenschriftzug an der Front arbeitet ein 1,3 Liter großer Vierzylinder-Turbobenziner. In Verbindung mit Frontantrieb leistet der 115 kW / 156 PS, beim Allradmodell 118 kW / 160 PS. In beiden Fällen kann man die 270 Newtonmeter Drehmoment, alternativ zum serienmäßigen Sechsgang-Schaltgetriebe, von einer optionalen Doppelkupplungs-Automatik verwalten lassen. Der Niagara kann je nach Markt mit Benzin oder auch mit höherem Methanol-Anteil im Kraftstoff (FlexFuel) betrieben werden.

Das OpenR-Link genannte Infotainmentsystem nutzt Google-Software mit Maps als Navigationssystem, dem PlayStore zum Download von Apps und Gemini als Sprachassistenz. Smartphone-Inhalte lassen sich via Apple CarPlay oder Android Auto nutzen. Mit dieser Digitalausstattung ähnelt der für den lateinamerikanischen Markt entwickelte Niagara, wie auch bei der Fahrassistenz, den Renault-Modellen für Europa.

Fazit

Die Renault Group will sich global breiter aufstellen und damit die Abhängigkeit vom europäischen Markt reduzieren. Teil der Strategie sind neue Modelle, die auf die Anforderungen in Märkten Asiens und in Lateinamerika zugeschnitten sind. Eines davon ist der neue Pick-up Renault Niagara. Er wird in Argentinien produziert und kommt zuerst dort, in Brasilien und in Kolumbien zu den Händlern.

Ein Beispiel für die globale Entwicklungsarbeit im Renault-Konzern mit externen Partnern zeigt auch die Arbeit am Renault Twingo. Der Elektro-Kleinwagen und seine Derivate wurden in China gemeinsam mit Geely zur Serienreife gebracht. Wir konnten bei einem Besuch in Shanghai Einblicke bekommen, die wir hier im Video zeigen:

Text: Bernd Conrad
Bilder: Hersteller