Galloper

Galloper China-Nissans unter alter Marke neu in Spanien

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Einst hießen Lizenz-Pajeros Galloper, jetzt kommt die Marke für China-Importe zurück.

Wer erinnert sich an Galloper? Unter diesem Namen wurde von 1991 bis 2003 ein Lizenzbau der damals gerade abgelösten ersten Generation des Mitsubishi Pajero vermarktet. Produziert wurde der Geländewagen von Hyundai. Aber nicht vom Autohersteller Hyundai Motor Group, sondern vom Werkzeug- und Anlagenbauer Hyundai Precision & Industry Company. Auf den Galloper folgte mit dem Santamo ein Familien-Van, mit dem die zweite Auflage des Mitsubishi Space Wagon weiterleben durfte. Beide Modelle wurden bei uns damals über die Mitsubishi-Organisation vertrieben.

Hand aufs Herz, wer hat sich noch als Galloper und Santamo erinnert? Auf jeden Fall ein paar spanische Geschäftsleute. Dort wurde die Marke Galloper jetzt wiederbelebt, unter ihr sollen SUV und Pick-ups verkauft werden.

Allradler mit Leiterrahmen

Wie es bei neu aufgelegten spanischen Marken in diesen Tagen üblich ist (Ebro, Santana), werden dabei keine neuen Autos entwickelt. Stattdessen kooperiert man mit Unternehmen in China. Im Fall von Galloper ist der Auto- und Nutzfahrzeughersteller Anhui Coronet der Kooperationspartner. Von dort werden die Autos bezogen und auch importiert, eine eigene (End-)Montage in Spanien sieht das Geschäftsmodell von Galloper nicht vor.

Zwei Modelle werden auf der Galloper-Website angeboten, beide basieren auf Leiterrahmen-Konstruktionen von Nissan – Dongfeng aus China. Der Pick-up Galloper Anayet ist im Prinzip ein guter alter Bekannter. Er wurde bei uns früher als Nissan Navara, als Renault Alaskan und als Mercedes-Benz X-Klasse verkauft. Zuletzt konnte man ihn auch in Deutschland als DFM Rich 6 von Dongfeng kaufen.

Im Gegensatz zu den bisherigen Varianten kommt der 5,29 Meter lange Zombie mit Doppelkabine jetzt nicht als Diesel, sondern mit einem aufgeladenen Zweiliter-Benziner, der 220 PS leistet. Der Vierzylinder geht ursprünglich auf eine Mitsubishi-Konstruktion (4K31) zurück. Eine Achtgang-Automatik kümmert sich um die Kraftverteilung. Für das Vorankommen auch abseits der Straße stehen Allradantrieb mit Untersetzung und eine Sperre an der Hinterachse zur Verfügung.

Das gilt auch für den fünftürigen Geländewagen Gredos mit 4,88 Meter langer Karosserie. Hier leistet der Benziner 218 PS. Der Kühlergrill des spanischen Chinesen ist neu, das Ausgangsprodukt S15 von Anhui Coronet zeigt die bekannte Chromspange von Nissan zwischen den Scheinwerfern. 748 Liter Gepäck sollen in den Kofferraum des fünfsitzigen Gredos passen, Angaben zur möglichen Anhängelast gibt es nicht.

Der Galloper Anayat wird in Spanien für 26.000 Euro angeboten, der Gredos kostet 39.000 Euro. Zum Start führt die Marke 44 Händler- und Servicestandorte auf, bis Ende des Jahres soll deren Zahl auf 60 steigen. Ob und wann man auch außerhalb Spaniens Autos verkaufen will, ist noch nicht bekannt. Für eine zukünftige Ausweitung des Angebots sitzt Galloper an der Quelle. Der Hersteller Anhui Coronet hält ein breites Programm mit Pick-ups, leichten Nutzfahrzeugen und Kleinbussen vor.

Fazit

Unter der Marke Galloper sollen in Spanien ein Geländewagen und ein Pick-up aus chinesischer Produktion mit japanischen Wurzeln verkauft werden. Eigenen Angaben zufolge hat das neue Unternehmen aktuell 44 Händler im Land, weitere sollen dazukommen. Im Gegensatz zu Bestrebungen anderer spanischer Unternehmen für den Vertrieb von chinesischen Autos auf der iberischen Halbinsel verzichtet Galloper auf eine lokale Produktion oder Endmontage. Die Allradler mit Benzinmotor werden aus China importiert.

Im Video: DFM Rich 6 Offroad-Test

Text: Bernd Conrad
Bilder: Hersteller