Hyundai Tucson Hybrid Dauertest Sparsam ohne Stecker

Der Hyundai Tucson Hybrid tritt zum Dauertest an. Das bietet der Koreaner mit elektrifiziertem Antrieb.



Ende des Jahres läuft die Förderung für Plug-in Hybride aus. Vor allem Privatkunden dürften dann vom elektrifizierten Verbrenner mit externer Lademöglichkeit Abstand nehmen. In vielen Firmenflotten steht hinter der Anschaffung eines PHEVs ebenfalls ein großes Fragezeichen. Zu oft werden die Autos nicht geladen, was die Spritkosten für Unternehmen in die Höhe treibt.

Bisher 6,5 Liter / 100 km

Wenn es aufgrund des Fahrprofils oder der Ladeinfrastruktur vor Ort (noch?) kein Elektroauto sein soll, wirft sich der Vollhybrid nochmal ins Rampenlicht. Die Technologie, bei der ein Elektromotor den Verbrenner unterstützt, hat der Toyota Prius salonfähig gemacht. Auch die koreanische Hyundai Motor Group setzt, neben Elektroautos und Plug-in Hybriden, in ihren SUV auf Hybridantriebe.

Um das Sparpotenzial und die Eigenschaften des elektrifizierten Autos im Alltag zu erfahren, trat vor wenigen Wochen ein Hyundai Tucson Hybrid zum Langzeittest an. Nach bisher gut 1.000 Kilometern im gemischten Verkehr mit Stadtfahrten, Überlandstrecken und Autobahnkilometern kann man ein erstes Urteil über den Antrieb fällen.

Hyundai Tucson Hybrid Prime Dauer Test Erfahrungen 2022 2023

6,5 Liter fließen durchschnittlich pro 100 Kilometer in die Brennräume. Da ist ein guter Wert für ein über 1,8 Tonnen schweres SUV mit Allradantrieb. Sofern es draußen nicht zu kalt ist, startet der Tucson rein elektrisch. Der 44 kW (60 PS) starker Elektromotor bedient sich bei einer 1,49 kWh großen Batterie, die beim Bremsen oder im Schubbetrieb (Rekuperation) aufgeladen wird. Mit vorsichtigem Gasfuß und vollem Akku kann man so aus dem Wohngebiet stromern, bevor der Benziner einsetzt.

Dabei handelt es sich um den bekannten 1,6-Liter T-GDI mit 132 kW / 180 PS Leistung. Hyundai kombiniert das Motorendoppel mit einem Sechstufen-Automatikgetriebe. Das kommt dem subjektiven Komfortampfinden zugute, da der Motor ach bei hohem Leistungsabruf nie zu laut aufheult. Den 1,6-Liter-Turbo im Tucson gibt es, einer modularen Konzern-Architektur entsprechend als Mildhybrid mit 48V-Technik, als Vollhybrid und auch als Plug-in Hybrid. Alle drei Konzepte fuhren wir bereits im Vergleich.

Video: Tucson-Hybride im Vergleich

Ein Vorteil des Tucson Hybrid im Vergleich zum Stecker-Modell zeigt sich in der zweiten Reihe. Ohne großen Akku im Fahrzeug ist der Innenboden höher, man sitzt mit weniger stark angewinkelten Beinen im Fond. Auf allen Plätzen ist der Koreaner sehr geräumig. Auch der 546 Liter große Kofferraum stellt dem Hyundai Tucson Hybrid das Zeugnis zur Eignung als Familienauto aus.

Das gilt auch für den gebotenen Fahrkomfort. Mit 19-Zoll-Winterrädern federt der Tucson Verwerfungen auf dem Asphalt geflissentlich weg, ohne dass der Innenraum entkoppelt wirkt. Der Geradeauslauf passt auch bei hohem Tempo. Bis zur Höchstgeschwindigkeit von 193 km/h muss das SUV viel Anlauf nehmen. Ein Langstrecken-Raser will der Tucson Hybrid aber auch gar nicht sein, zumal dann die Verbrauchswerte schnell über 12 Liter je 100 Kilometer steigen. Am wohlsten fühlen sich Auto und Passagiere beim entspannten Mitschwimmen im Verkehr und im Tempobereich um 130 km/h.

Modernes Cockpit, umfangreiche Ausstattung

Hyundai Tucson Hybrid Prime Dauer Test Erfahrungen 2022 2023

Ein Head-up-Display gibt es nicht, die Kombination aus konfigurierbaren digitalen Instrumenten hinter dem Lenkrad und einem 10,25 Zoll großen Infotainment-Display mit Touch-Funktion serviert aber auch so alle relevanten Daten in übersichtlicher Art und Weise. Das Mitteldisplay dürfte aber gerne etwas höher montiert sein. So muss man den Blick recht weit von der Straße abwenden.

Die höchste Ausstattungslinie Prime bietet alle Leckereien, die das Herz begehrt. Dazu gehören belüftete und beheizte Sitze vorne, eine Memoryfunktion für den elektrisch verstellbaren Fahrersitz, Dreizonen-Klimaautomatik und ein Krell-Soundsystem. Die volle Assistenzarmada mit den guten Kamerabildern aus dem toten Winkel, die in das digitale Kombiinstrument übertragen werden, kostet extra – im Testwagen ist diese Option nicht enthalten. Ein Fernlichtassistent für die LED-Scheinwerfer ist Serie, adaptive Funktionen (Matrix-LED) werden leider nicht angeboten.

Auch beim Tucson Hybrid kann man zwischen einer Variante mit Frontantrieb oder dem Allradmodell wählen. Mit vier angetriebenen Rädern kostet das SUV mit der Prime-Ausstattung aktuell (Stand November 2022) ab 46.530 Euro. Mit Metalliclackierung und adaptiver Dämpferregelung (ohne Einstellmöglichkeit für den Fahrer) summiert sich der Listenpreis des hier gezeigten Tucson Hybrid ab 48.160 Euro.

Erstes Fazit

Hyundai Tucson Hybrid Prime Dauer Test Erfahrungen 2022 2023

Der Hyundai Tucson Hybrid gefällt einmal mehr mit seinem modernen Design, dem geräumigen Innenraum und einer guten Verarbeitung. Der Hybridantrieb stellt ausreichend Leistung für den Alltag zur Verfügung. Ob und wie weit der Verbrauch in den kalten Wintermonaten steigt, wird dieser Test zeigen. Mit 6,5 Litern je 100 Kilometern ist der Koreaner aktuell noch gewohnt sparsam.

Technische Daten

Hyundai Tucson 1.6 T-GDI Hybrid Allrad Prime

Antrieb Allradantrieb
Hubraum 1.598 ccm
Anzahl und Bauform Zylinder 4 in Reihe
Maximale Leistung kW / PS 132 kW / 180 PS bei 5.500 U/min
Max. Drehmoment 265 Nm bei 1.500 - 4.500 U/min
Getriebe Sechsgang-Automatik
Elektromotor: Maximale Leistung kW 44 kW (60 PS)
Systemleistung: kW / PS 169 kW / 230 PS, 350 Nm
Batterie 1,49 kWh
Tankinhalt 52 Liter
Beschleuningung 0-100 km/h 8,3 Sekunden
Höchstgeschwindigkeit 193 km/h
Norm-Verbrauch auf 100km 5,6 Liter
Verbrauch real auf 100km 6,5 Liter
Leergewicht 1.830 kg
Anhängelast (gebremst) 1.650 kg, Stützlast 100kg
Länge / Breite / Höhe 4.500 / 1.865 / 1.650 mm
Grundpreis 46.530 Euro
Testwagenpreis 48.160 Euro
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Text: Bernd Conrad
Bilder: Bernd Conrad
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