Kia K4 2026

Kia K4 2026 Alte Schule, ganz modern

9:06 Min.

Kompakter mit Benziner: Der Kia K4 im ersten Fahrbericht mit Video-Review.

Das Neuheiten-Feuerwerk bei Kia bringt viele neue Elektroautos in die Verkaufsräume der Händler (und zu den Kunden). Aktuell liegt der E-Anteil der koreanischen Marke in Deutschland bei 26 Prozent, die Auswahl reicht bald vom kleinen EV2 bis zum SUV-Riesen EV9. Aber: diese Zahl bedeutet auch, dass fast drei Viertel der Käufer nach wie vor zu Modellen mit Verbrennungsmotor (inklusive Hybride und Plug-in Hybride) greifen. Da ist man als Hersteller gut beraten, auch dafür das passende Angebot bereitzuhalten.

In der Kompaktklasse fährt seit Ende 2025 der elektrische EV4 als Hatchback und mit Stufenheck vor, die populäre Ceed-Baureihe lebt immerhin mit dem XCeed weiter. Außerdem rollt der Kia K4 an die Startlinie. Der in Mexiko gebaute Kompakte kommt mit Benzinmotoren von 115 bis 180 PS Leistung jetzt als Fünftürer mit Steilheck, in einigen Monaten zusätzlich auch als Kombi mit dem Namen K4 Sportswagon .

Ist das noch kompakt?

Autos werden immer größer, das gilt auch für den Kompakt-Kia. Nachdem die meisten Kleinwagen, ohne mit der Schulter zu zucken, die Viermeter-Marke gerissen haben, streckt sich der fünftürige Kia K4 auf ein Maß von 4,44 Metern. Übrigens: Der elektrische EV4 mit Steilheck ist nochmals einen Zentimeter länger.

Zurück zum Verbrenner-Modell, dem K4: Er ist 1,44 Meter hoch und 1,85 Meter breit. Optisch wirkt er deutlich gedrungener und breiter, als es die Zahlen darstellen. Das liegt vor allem an der langen und flachen Motorhaube und dem schmalen Lufteinlass zwischen den LED-Spangen. In der Profilansicht fallen die in die C-Säulen integrierten Türgriffe für den Zugang in den Fond auf (schick, aber ergonomisch suboptimal). Die Rückleuchten zitieren mit ihrer Form die Scheinwerfer an der Front. Der Heckscheibenwischer versteckt sich unter dem Dachspoiler, ebenso die Düse für die Scheibenwaschanlage.

Der Kia K4 im Video

Der Kofferraum des Kia K4 hat ein Volumen von 438 Litern. Ein doppelter Ladeboden deckt die einstige Reserveradmulde ab, bietet aber keinen ebenen Zugang hinter der Ladekante. Gepäck und Einkäufe müssen in den Laderaum gewuchtet werden. Vier Verzurrösen halten leichtere Gegenstände fest. Beim Mildhybrid-Modell 1.0 T-GDI reduziert die 48V-Batterie den Laderaum auf 328 Liter, maximal stehen dann nach dem Umklappen der Rücksitzlehne 1.107 statt 1.217 Liter bereit.

2,72 Meter Radstand sorgen für viel Knieraum im großzügigen Fond, auch die Kopffreiheit passt. Sitzriesen müssen jedoch die Beine etwas stärker als gewollt anwinkeln, die der Abstand zwischen Boden und Sitzfläche nicht allzu üppig ausfällt – aber immer noch größer als im Elektroauto EV4. Die in die vorderen Kopfstützen integrierten Kleiderbügel kennt man aus anderen Kia-Modellen. Bei anderen Details im Fond fällt der K4 dagegen leicht ab. Die Kunststoffe in den Türverkleidungen wirken etwas grobschlächtiger, außerdem fehlen Lüftungsdüsen für die zweite Reihe. Eine Ablagetasche findet man nur an der Rückenlehne des Beifahrersitzes. In der Mittelkonsole erlauben zwei USB-C-Anschlüsse das Aufladen von Smartphones und Tablets.

Auch vorne bietet der K4 viel Platz. Ab der zweiten Ausstattungslinie mit dem Namen Spirit ist der Fahrersitz elektrisch einstellbar, außerdem sind alle Plätze mit schwarzem Kunstleder bezogen. In der Mittelkonsole steht, bei den Varianten mit Doppelkupplungsgetriebe, ein klassischer Wählhebel zum Einlegen der Fahrstufe. Außerdem kann man auch XXL-Getränke zwischen den Vordersitzen parken und ein Smartphone induktiv laden (ab Spirit).

Das Cockpit entspricht der aktuellen Kia-Lehre mit zwei jeweils 12,3 Zoll großen Displays für den Fahrer und das Infotainment-System. Dazwischen ist ein kleinerer Monitor zur Steuerung von Klimafunktionen platziert, der vom Fahrer kaum einsehbar ist. Lenkradkranz und rechte Hand sind im Weg. Eine Tastenleiste für wichtige Menüpunkte (mit richtigen Köpfen) und Kippschalter für die Innenraumtemperatur und die Stärke des Luftstroms erleichtern die Bedienung. Hier gelingt dem K4 der Spagat zwischen der digitalen Neuzeit und einer intuitiven Bedienstruktur.

Auch unter der Haube folgt der Fünftürer klassischen Pfaden. In jedem K4 steckt ein Benzinmotor, der die Vorderräder antreibt. Der Basis-Dreizylinder mit 115 PS kommt mit manuellem Schaltgetriebe. Optional kann man dieses Aggregat als 48V-Mildhybrid bestellen, der dann mit einem Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe vorfährt. Die Automatik ist in den beiden Vierzylindern serienmäßig. Der 1.6 T-GDI wird mit 150 oder 180 PS Leistung angeboten.

Wie fährt sich der K4 mit 150 PS?

Den 1.6 T-GDI gibt es in zwei Leistungsstufen mit 150 oder 180 PS.

Für unsere ersten Testfahrten in Spanien steht der Kia K4 in der Ausstattungslinie Spirit mit 110 kW / 150 PS bereit, er repräsentiert damit die goldene Mitte im Modellprogramm. Wir nehmen Stadtverkehr, Landstraßen und Autobahnen unter die Räder, ebenso kurvige Bergstraßen außerhalb von Barcelona.

Der T-GDI stellt sein maximales Drehmoment von 250 Newtonmetern in einem breiten Drehzahlband von 1.500 bis 4.000 U/min bereit. Damit bietet er aus fast jeder Lebenslage ausreichende Kraftreserven. Auch beim Ausdrehen wird der Benziner nie über Gebühr laut. Vor allem auf der Autobahn bei Tempolimit 120, wenn das DCT-Getriebe den siebten Gang einlegt, ist es schön leise im K4. Auch Windgeräusche sind nicht zu hören. Ein höheres Tempo (Top Speed 205 km/h) war aufgrund der lokalen Bestimmungen nicht möglich.

Dafür konnten wir den Autobahnassistenten ausgiebig testen. Er unterstützt beim Spurwechsel, nachdem man den Blinker gesetzt hat und die Totwinkel-Überwachung ihr okay gibt. Die Hände müssen dabei aber stets am Lenkrad bleiben, das System automatisiert den Spurwechsel also nicht. In Verbindung mit einem Options-Paket werfen Kameras zudem Live-Bilder aus dem toten Winkel direkt auf die Instrumenten-Anzeige hinter dem Lenkrad. Die adaptive Geschwindigkeitsregelanlage hält zuverlässig Tempo und Abstand zum Vordermann, übernimmt dabei auch Informationen aus dem Navigationssystem. Auf der Autobahn gefällt auch die zuverlässige Spurführungsfunktion. Auf kurvigen Landstraßen kann deren Lenkeingriff aber in manchen Situationen stören. Macht nichts, mit langem Druck auf die entsprechende Lenkradtaste kann man den Assistenten ausschalten. Auch die akustische Tempo-Warnung lässt sich, wenn man die Favoriten-Taste auf dem Lenkrad entsprechend konfiguriert, mit einem Tastendruck und zwei Klicks auf dem zentralen Touchscreen stummschalten.

Der Verbrauch: 7,2 l/100 km

Auf der tempolimitierten spanischen Autobahn sammelt der K4, unterstützt von der Fahrassistenz, effizient Kilometer.

Kommen wir von der Soft- wieder zur Hardware. Der Federungskomfort ist sehr ordentlich. Auch bei fiesen Querfugen oder hohen Kanten im Asphalt schlägt nichts durch, gleichzeitig verhindern die Dämpfer ein Nachschwingen des Aufbaus. Bei eiliger Kurvenfahrt freut man sich über eine ausreichend direkte Lenkung mit guter Rückmeldung, ohne dass der Kompakte damit zu spitz als Pseudo-Sportwagen positioniert wird. Das rutschige Kunstleder führt dann aber deutlich vor, dass die Sitze keine Seitenhalt-Helden sind

Am Ende des Tages meldet der Bordomputer einen Durchschnittsverbrauch von 7,2 l/100 km, der damit nur leicht über der WLTP-Normangabe von 6,9 l/100 km liegt. Der Sprit aus dem 47 Liter großen Tank reicht, rein rechnerisch, also für eine Strecke von rund 650 Kilometern, bevor man das Auto wieder an der Zapfsäule parken muss.

Im Laufe des Jahres soll, zusätzlich zum aktuellen Motorenprogramm, auch eine Vollhybrid-Version des Kia K4 vorgestellt werden. Technische Daten und Verbrauchswerte für diese elektrifizierte Version nicht noch nicht bekannt.

Preise und Ausstattung

Ein Navigationssystem zählt bereits im Basismodell zur Serienausstattung.

Das Basismodell Kia K4 Vision kommt ab Werk u.a. mit 16-Zoll-Leichtmetallfelgen, elektrisch anklappbaren Außenspiegeln, Navigationssystem (mit Karten-Updates für sieben Jahre), Zweizonen-Klimaautomatik, Rückfahrkamera, Sitzheizung, Parksensoren vorne und hinten sowie einer adaptiven Geschwindigkeitsregelanlage. Mit 115 PS und manuellem Schaltgetriebe kostet dieser K4 ab 29.990 Euro. Zur Einordnung: Ein VW Golf Life 1.5 TSI mit gleicher Leistung und Handschaltung steht, in einer annähernd vergleichbaren Ausstattung, aktuell mit 34.180 Euro im Konfigurator, ist also 4.190 Euro teurer.

Das Upgrade zur Spirit-Ausstattung kostet beim Kia K4 2.000 Euro. Da es diese Linie erst ab 150 PS Motorleistung gibt, steigt der Preis auf 35.890 Euro. Jetzt sind zusätzlich 17-Zoll-Felgen, der elektrisch verstellbare Fahrersitz, leuchtstärkere LED-Scheinwerfer und LED-Rückleuchten, die induktive Ladefunktion für ein Smartphone in der Mittelkonsole, getönte Scheiben im Fond und schwarze Kunstleder-Bezüge mit an Bord. Unser Testwagen mit Metallic-Lackierung (Fiery-Red), Harman/Kardon-Soundsystem und „Drive Wise“-Paket (Totwinkel-Kameras, 360-Grad-Rundumsicht) kommt auf einen Listenpreis von 38.260 Euro.

Wer den 1.6 T-GDI mit 180 statt 150 PS haben möchte, zahlt 1.000 Euro auf. 1.400 Euro kommen für die Ausstattungslinie GT-Line obendrauf, dann mit Sitzbezügen aus einer Stoff-Kunstleder-Mischung, Dreispeichenlenkrad mit Schaltwippen und speziellen Design-Details an der Karosserie und im Innenraum. Wie alle Kia-Modelle bringt auch der K4 eine Neuwagengarantie für den Zeitraum von sieben Jahren bis zu einer Laufleistung von 150.000 Kilometern mit.

Fazit

Auch wenn Kia offiziell nicht davon spricht: Der K4 ist der Ceed-Nachfolger.

Der Kia K4 ist ein geräumiger und gut ausgestatteter Fünftürer, der mit 4,44 Metern Länge noch gerade so als Kompakter durchgehen darf. Vor allem der rund 4,70 Meter lange Kombi (Sportswagon) wird den K4 nicht nur als Golf-Gegner, sondern auch als starke Konkurrenz zu Skoda Octavia Combi und Seat / Cupra Leon Sportstourer positionieren.

Der 150 PS starke Benziner zeigt auf unseren ersten Testfahrten gute Manieren bei völlig ausreichenden Kraftreserven. Der geringe Aufpreis von 1.000 Euro macht aber neugierig auf den 1.6 T-GDI mit 180 PS und einem um 15 auf 265 Newtonmeter erhöhten Drehmoment.

Die Preise des Kia K4, der in der Basis ab 29.990 Euro zu haben ist, steigern das Interesse weiter. Dafür muss man, auch im Vergleich zu anderen Baureihen der Marke, mit teils sicht- und spürbar einfacheren Kunststoffen im Innenraum und fehlenden Details wie Lüftungsdüsen im Fond leben. Dinge, die den meisten Kunden im Alltag nicht mal auffallen dürften. Sie bekommen mit dem K4 einen klassisch gestrickten Verbrenner mit guter Verarbeitungsqualität und moderner Software für Fahrassistenz und Infotainment.

Technische Daten
Kia K4 1.6 T-GDI

Antriebsart
Benziner
Antrieb
Frontantrieb
Abgasnorm
Euro 6e bis
Hubraum
1.598 ccm
Anzahl und Bauform Zylinder
4 in Reihe
Maximale Leistung kW / PS
110 kW / 150 PS bei 4.500 - 6.000 U/min
Max. Drehmoment
250 Nm bei 1.500 - 4.000 U/min
Getriebe
7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe
Tankinhalt
47 Liter
Beschleunigung 0-100 km/h
9,1 Sekunden
Höchstgeschwindigkeit
205 km/h
Norm-Verbrauch auf 100km
6,9 Liter
Verbrauch real auf 100km
7,2 Liter (lt. Bordcomputer)
Kofferraumvolumen
436 - 1.217 Liter
Reifenmarke und –format des Testwagens
Nexen N Fera Primus 225/45 R17
Leergewicht
1.487 kg
Anhängelast (gebremst)
1.410 kg
Stützlast
75 kg
Länge / Breite / Höhe
4.440 / 1.850 / 1.435 mm
Basispreis Baureihe
29.990 Euro (1.0 T-GDI Vision)
Basispreis Modellvariante
35.890 Euro (1.6 T-GDI 150 PS Spirit)
Testwagenpreis
38.260 Euro
Text: Bernd Conrad
Bilder: Andreas Hof, Bernd Conrad