Der neue Dacia Sandero mit LPG-Antrieb und Automatikgetriebe im Fahrbericht.
Der Dacia Sandero ist ein großer Erfolg im kompakten Format. Der fünftürige Kleinwagen war im Jahr 2025 das meistverkaufte Auto Europas und ist auch bei uns in Deutschland bei den Privatkunden einer der Bestseller. Auf den Lorbeeren wollen sich die Strategen jedoch nicht ausruhen, also bekommt der Sandero für das Modelljahr 2026 eine umfangreiche Modellpflege.
Was ist neu?
Die Auffrischung ist äußerlich an einem geänderten Kühlergrill, Scheinwerfern mit Tagahrlicht-Signatur im Pixel-Design anstelle der bisherigen Y-Form und gleichermaßen geänderten Rückleuchten sowie umgestalteten Stoßfängern zu erkennen. Innen folgen die Lüftungsdüsen dem neuen Scheinwerfer-Design, dazu kommen neue Stoffe und das aus Duster und Bigster bekannte Infotainmentsystem mit 10,1 Zoll großem Touchscreen-Display. Die Ausstattung wurde, je nach Version teils serienmäßig oder optional, auf ein höheres Niveau gehoben. Dinge wie eine Rundumsicht-Kamera mit mehreren Perspektiven, Lenkradheizung, elektrisch anklappbare Außenspiegel und Fernlichtassistent sind für Sandero-Kunden keine Fremdworte mehr.
Die Aufteilung des Angebots in drei Ausstattungslinien mit den Namen Essential, Expression und Journey ist bekannt. Das gilt auch für den Dacia Sandero Stepway im Crossover-Look mit schwarzen Radläufen und Dachreling, der als eigene Modellreihe geführt wird. Bei ihm wird das Journey-Level jedoch durch die Topversion Extreme ersetzt.
Neuer Dreizylinder-Motor
Im Motorenprogramm gibt es weitreichende Änderungen. Die Basis SCe 65 bleibt, ebenso der TCe 110 für den Sandero Stepway. Der aufgeladene Dreizylinder im „normalen“ Modell erstarkt von 90 auf 100 PS (TCe 100). Im Laufe des Jahres wird der Hybrid 155 für die Stepway-Modelle eingeführt. Schon jetzt ist der Eco-G 120 bestellbar. Er folgt Dacias Tradition, den Weg zur Reduktion von CO2-Emissionen auch über bivalente Antriebe für den Betrieb mit Benzin und Flüssiggas (Autogas, LPG) zu gehen.
Im Vergleich zum Vorgänger stieg die Leistung des Eco-G-Antriebs um 20 Pferdestärkten. Unter der Haube des Sandero steckt ein 1,2 Liter großer Dreizylinder-Benziner, der im Benzin-Betrieb 85 kW / 116 PS bereitstellt. Wird auf LPG als Kraftstoff umgeschaltet, steigt die Leistung auf 90 kW / 122 PS. Das Drehmoment steigt von 190 auf 197 Newtonmeter, die dann bereits bei 1.750 U/min und somit etwas früher (2.000 U/min bei Benzin) anliegen.
Der Flüssiggas-Verbrauch laut WLTP-Norm liegt bei 7,2 l/100 km, im reinen Benzin-Betrieb bei 5,7 l/100 km. Trotz der größeren Kraftstoffmenge reduziert das Fahren mit Autogas die CO2-Emissionen um 15 auf 116 g/km. Da Autogas an einer der rund 7.000 LPG-Tankstellen aktuell (Stand: 13. Februar 2026, Check im Raum München) rund 80 Cent pro Liter günstiger angeboten wird als Super E10, lässt sich mit dem bivalenten Antrieb im Dacia bares Geld sparen – und das schon vor dem ersten gefahrenen Meter. Der Sandero Eco-G 120 mit manuellem Schaltgetriebe liegt beim Listenpreis 300 Euro unter dem TCe 110 mit einem Liter Hubraum. Wer gerne schalten lässt, der greift automatisch zum Eco-G-Modell. Nur hier ist für 1.800 Euro extra ein Sechsgang-Doppelkupplungsgetriebe wählbar.
Mit dieser Antriebskonfiguration starten wir zur Testfahrt in einem „Amber Yellow“ lackierten Dacia Sandero Stepway im Süden Frankreichs. Der morgendliche Berufsverkehr im Großraum Nizza ist eine gute Bühne für die EDC-Automatik. Fußakrobatik auf dem Kupplungspedal entfällt ebenso wie Schaltarbeit am Hebel. Wer mag, kann mit Schaltwippen am Lenkrad in die Arbeit des Getriebes eingreifen. Der Dreizylinder-Motor arbeitet bei niedrigen und mittleren Drehzahlen akustisch unauffällig. Weiter draußen, auf steilen Passstraßen, hebt er beim Ausdrehen die Stimme, ohne zu nerven. Wer über die Taste links vom Lenkrad vom Benzinbetrieb auf den LPG-Modus umschaltet, der glaubt in diesem Fall ein etwas kernigeres Verbrennungsgeräusch wahrzunehmen. Im normalen Pendler- und Alltagsverkehr ist jedoch kein Unterschied wahrzunehmen.
Der 50 Liter große Gastank steckt unter dem Kofferraumboden in der ehemaligen Reserveradmulde. Gemeinsam mit dem gleich großen Benzinvorrat lässt sich, berechnet auf der WLTP-Basis, eine Reichweite von deutlich über 1.500 Kilometern realisieren. Im Rahmen des ersten Fahrtermins mit dem überarbeiteten Sandero können wir das noch nicht nachprüfen. Der vergangene Alltagstest des Eco-G 100 hat aber gezeigt, dass man den kleinen Dacia mit beiden Treibstoffen effizient bewegen kann.
Das Platzangebot bleibt auf gutem Niveau, was auch für den 372 Liter großen Kofferraum gilt. Leider ist die Position vorne links für große Fahrer auch weiterhin suboptimal. Die Sitzfläche ist zu flach, was die Auflagefläche für die Oberschenkel arg einschränkt und auf langen Strecken zu Ermüdungserscheinungen führt.
Das kostet der Dacia Sandero
Der rustikale Stepway-Auftritt kostet, im Vergleich zum regulären Dacia Sandero, 1.200 Euro Aufpreis. Diesen gibt es in der Basisversion mit Saugmotor und 65 PS ab 12.790 Euro. Das andere „Extreme“ ist der Testwagen als Stepway in der höchsten Ausstattungslinie mit Autogas-Tank und Doppelkupplungsgetriebe. Er kostet ab 18.990 Euro. Unser Testwagen bringt zusätzlich die auffällige Metalliclackierung, Sitz- und Lenkradheizung, Navigationssystem, induktives Smartphone-Laden und die Kamera-Rundumsicht mit. Der Listenpreis summiert sich so auf 21.080 Euro. Das klingt nach viel Geld für einen Sandero. Das hier gezeigte Topmodell liegt damit aber immer noch auf dem Niveau, zu dem andere Hersteller ihre Kleinwagen als Basismodell offerieren.
Fazit
Der stärkere 1,2-Liter-Motor im Dacia Sandero Eco-G 120 gefällt mit guten Manieren und einer homogenen Leistungsabgabe – unabhängig von der Wahl des Treibstoffs. Das optionale Doppelkupplungsgetriebe bringt Automatik-Komfort in den kleinen Fünftürer. In dieser Konfiguration und mit einigen Komfortextras reißt aber auch der Dacia Sandero, zumindest als Stepway, locker die 20.000-Euro-Marke.
Technische Daten
Dacia Sandero Stepway Extreme Eco-G 120 Auto
- Antriebsart
- Benziner mit zusätzlichem LPG-Tank
- Antrieb
- Frontantrieb
- Hubraum
- 1.199 ccm
- Anzahl und Bauform Zylinder
- 3 in Reihe
- Maximale Leistung kW / PS
- 85 kW / 115 PS mit Benzin | 90 kW / 122 PS mit LPG
- Max. Drehmoment
- 190 Nm bei 2.000 - 4.000 U/min mit Benzin | 197 Nm bei 1.750 - 3.750 U/min mit LPG
- Getriebe
- Sechsgang-Doppelkupplungsgetriebe
- Tankinhalt
- 50 Liter Benziner + 50 Liter LPG
- Beschleunigung 0-100 km/h
- 11,0 Sekunden mit Benzin | 10,0 Sekunden mit LPG
- Höchstgeschwindigkeit
- 180 km/h
- Norm-Verbrauch auf 100km
- 5,7 Liter Benzin | 7,2 Liter LPG
- Reichweite nach Norm
- 1.560 Kilometer
- Kofferraumvolumen
- 372- 1.156 Liter
- Reifenmarke und –format des Testwagens
- Continental EcoContact 7S 205/60 R16
- Leergewicht
- 1.297 kg
- Anhängelast (gebremst)
- 1.100 kg
- Stützlast
- 75 kf
- Dachlast
- 80 kg
- Länge / Breite / Höhe
- 4.102 / 1.853 / 1.586 mm
- Basispreis Baureihe
- 12.790 Euro (Sandero Essential SCe 65)
- Basispreis Modellvariante
- 18.990 Euro
- Testwagenpreis
- 21.080 Euro