Der neue Hyundai Bayon im ersten Check mit Sitzprobe, auch als Video-Review.
Neues Selbstbewusstsein in der kleinen SUV-Klasse. Wenn im Frühjahr 2027 die zweite Generation des Hyundai Bayon an den Start geht, folgt auf den eher schüchternen ersten Entwurf ein Charakter-Typ mit Ecken und Kanten. Wie Nexo und Tucson trägt auch der neue Bayon die aktuelle Designsprache mit dem Namen Art of Steel. Gleich zwei Aufgaben dürften dem Bayon künftig zugetragen werden. Er soll im wachsenden Segment der kleineren SUV nicht nur gegen Mitbewerber der Kleinwagen-Klasse, sondern auch gegen VW T-Roc, Skoda Karoq und Nissan Kicks punkten. Nach dem mutmaßlichen Auslaufen des i30 soll er zudem die Kompaktklasse-Kunden bei der Marke halten.
Größer und entschlossener
Im Vergleich zum bisherigen Modell wächst die Karosserie des Bayon um 6,5 Zentimeter auf jetzt 4,25 Meter. Auch die Breite von 1,81 Metern (+3,5 Zentimeter) und vor allem die Höhe von 1,57 Metern (+6,5 Zentimeter) zeigen die neue Positionierung. Der Radstand nimmt um bescheidene zwei Zentimeter zu, er misst künftig 2,60 Meter. Das Design der Karosserie betont geometrische Formen und zeigt deutlich ausgestellte Radhäuser. Die Lichtelemente an Front und Heck konzentrieren sich auf schmale LED-Streifen, die Hauptscheinwerfer stecken dezent im vorderen Stoßfänger. Bei unserem ersten Kennenlernen präsentiert sich der neue Hyundai Bayon in der Ausstattungslinie N Line mit stärker akzentuierten Stoßfängern für einen dynamischen Auftritt. A- und C-Säulen sind stets schwarz bzw. verglast, was für ein scheinbar schwebendes Dach (optional in schwarzer Kontrastlackierung) sorgt. An dessen Ende reduziert der Dachspoiler Luftverwirbelungen, mittig bettet er ein großes Bremslicht ein.
Der Hyundai Bayon im Video
Der Kofferraum des neuen Hyundai Bayon misst 440 Liter, beim später folgenden Hybrid-Modell reduziert sich das Volumen wegen der Batterie auf 397 Liter. Die Sitzprobe ordnet die Größenverhältnisse ein. Auch weiterhin ist der Bayon ein Vertreter der Kleinwagen-SUV-Klasse. Die Platzverhältnisse im Fond liegen auf einem verhältnismäßig guten Niveau, zum optimalen Reiseauto für vier große Erwachsene wird der Bayon aber nicht. Für mehr Komfort sorgt die einstellbare Lehnenneigung in der zweiten Reihe. Vorne gefallen die haltstarken Sportsitze der N Line, die für eine optimale Einstellmöglichkeit auf integrierte Kopfstützen verzichten. Optional wird es eine Sitzheizung für beide Reihen und auch belüftete Vordersitze geben.
Je nach Ausstattung besteht das Cockpit aus zwei jeweils 12,3 Zoll großen Displays unter einer gemeinsamen, gebogenen Abdeckung. Der Touchscreen-Monitor präsentiert Navigation, Entertainment und Einstellung in gewohnter Menüstruktur, Smartphone-Inhalte via Apple CarPlay und Android Auto lassen sich ohne Kabelverbindung nutzen. Unter dem Monitor können wichtige Menüpunkte mit physischen Tasten direkt angesteuert werden, außerdem gibt es Drehregler für die Audiolautstärke und den Kartenmaßstab des Navigationssystems.
Darunter haben die Designer viel Platz für die intuitive Bedienstruktur der Zweizonen-Klimaautomatik eingeplant. Vor der Ablage mit induktiver Smartphone-Ladefunktion stehen, je nach Konfiguration, der Schaltknüppel oder der Automatik-Wählhebel zwischen den Vordersitzen. Die Materialqualität ist weitestgehend gut, wobei wir das im Foto- und Filmstudio mit einem Vorserienauto noch nicht final beurteilen können. In den hinteren Türen stecken arg triste Hartplastik-Verkleidungen, vorne wird es wohnlicher. Auf jeden Fall gewinnt das Ambiente im Innenraum im Vergleich zum Vorgänger deutlich.
Dreizylinder jetzt, Hybrid später
Zum Marktstart wird der Hyundai Bayon mit einem 1.0 T-GDI Dreizylinder-Benziner in zwei Leistungsstufen angeboten. Mit 66 kW / 90 PS liegt die Höchstgeschwindigkeit bei 171 km/h, die Anhängelast beträgt 910 Kilogramm. Mit Vmax 180 km/h ist der Bayon mit 85 kW / 115 PS etwas schneller, er darf außerdem bis zu 1.110 Kilogramm an den Haken nehmen. Beide Varianten des Einliter-Motors sind wohlweise mit manuellem Sechsgang-Getriebe oder mit 7-Gang-Doppelkupplungsautomatik konfigurierbar.
Etwas später soll der Hyundai Bayon Hybrid das Angebot komplettieren. Bei ihm sorgen ein 1,6 Liter großer Vierzylinder-Sauger und ein Elektromotor für 101 kW / 138 PS Systemleistung. Der Hybrid kommt mit einem Sechsgang-Doppelkupplungsgetriebe und einstellbarer Energie-Rekuperation. Die Anhängelast der elektrifizierten Version wird mit 910 Kilogramm auf dem Niveau des Basismodells liegen.
Marktstart und Preis
Der neue Hyundai Bayon wird, wie das noch aktuelle Modell, in der Türkei gebaut und kommt im Frühjahr 2027 in den Handel. Es wird verschiedene Ausstattungslinien geben, erstmals stellt die hier gezeigte N Line das höchste Niveau dar. Preise sind noch nicht bekannt. Der Vorgänger kostet als 1.0 T-GDI mit 90 PS in der Linie Select aktuell ab 23.900 Euro (Stand Oktober 2026). Wir prognostizieren einen Einstiegspreis für den neuen Bayon von knapp unter 25.000 Euro.
Fazit
Die zweite Generation des Hyundai Bayon soll in der heiß umkämpften SUV-Klasse um VW T-Roc und Co. neue Akzente setzen, gleichzeitig dürfte er nach dem Auslaufen des i30 auch Kompaktklasse-Kunden ansprechen. Unter der komplett neuen Karosserie arbeitet zum Marktstart im Frühjahr 2027 der bekannte Dreizylinder-Benziner in zwei Leistungsstufen. Etwas zeitversetzt startet auch ein Hybrid mit 138 PS Systemleistung. Zusätzlich zur Neuauflage des Bayon dürfte im Laufe des kommenden Jahres auch der Kleinwagen Hyundai i20 in eine neue Runde starten.