Audi Q4 Sportback 40 e-tron So fährt sich der ID.4-Bruder

Der neue Audi Q4 Sportback e-tron im Fahrbericht mit Video-Review.



Kollege Zufall ist gar nicht erst zur Party eingeladen. Bei seinem ersten Elektroauto auf Basis des konzernweit eingesetzten MEB (Modularer Elektro-Baukasten) überlässt Audi nichts dem Zufall.

Der Audi Q4 e-tron parkt mit einer Länge von 4,59 Metern zielgenau zwischen den SUV-Bestsellern Q3 (4,48 Meter) und Q5 (4,68 Meter) ein. Als fünftüriges Kompakt-SUV mit Steilheck verkneift sich das Elektroauto trotz einiger neuer Details ein exzentrisches Karosseriekleid. Auf manche Betrachter wirkt er fast fad. Aber auch hier hat Audi einen Plan B dabei: Mit nur leichtem Zeitversatz kommt der Audi Q4 Sportback e-tron zu den Händlern.

Der Audi Q4 Sportback im Video

Für einen Mehrpreis in Höhe von 2.000 Euro im Vergleich zum regulären Q4 bekommt man ein früher abfallendes Dach mit schrägem Heckabschluss. Ja, das kennt von den erwähnten Markenbrüdern oder dem größeren Audi e-tron. Beim Neuen hat das Designteam aber die Zeichenstifte ein wenig lockerer halten dürften.

Ein großer Spoiler trennt die Scheibe, zusammen mit den leicht ausgestellten hinteren Radhäusern wirkt das Heck wuchtig und dominant. Ein wenig schimmert der damals unverstandene und heute gesuchte Audi A2 durch. Wie er setzt auch der neue Q4 Sportback e-tron auf Aerodynamik. Wer die maximale Reichweite aus seinem Elektroauto herausholen möchte, greift beim Audi Q4 zum Schrägheck.

Der Reichweitenkönig

Mit einem Normwert von 534 Kilometern ist der Audi Q4 Sportback 40 e-tron (ja, so kompliziert sind Typbezeichnungen mittlerweile) der Reichweitenkönig in der Modellpalette. Genau dieses Modell stand für erste Testfahrten zur Verfügung. Die Zahl 40 steht für einen maximal 150 kW (204 PS) starken, permanenterregten Synchronmotor an der Hinterachse, der dort auch ohne große Umwege die Räder antreibt. Im Fahrzeugboden steckt die 76,6 kWh (netto) große Lithium-Ionen-Batterie.

Sie sorgt, das musste auch schon im VW ID.3 und Skoda Enyaq iV festgestellt werden, für einen recht hohen Innenboden. Wenn dann die Rücksitzbank zugunsten einer brauchbaren Kopffreiheit – im Q4 Sportback ohnehin ein rares Gut – eher tief montiert wird, sitzen große Passagiere mit recht stark angewinkelten Beinen.

Mehr Kofferraum im Sportback

Audi Q4 Sportback 40 e-tron Test Fahrbericht Video Review

Vorne passt alles. Die im Vergleich zur Fondbank sieben Zentimeter tiefer montierten Sitze sind bequem und vielfältig einstellbar, die freischwebende Mittelkonsole sorgt für breite Fußräume. Ein weiterer Vorteil der Sportback-Karosserie: Sein Kofferraumvolumen liegt, trotz gleicher Außenlänge, mit 535 Litern um 15 Liter über dem des Steilheck-Modells. Erst bei dachhoher Beladung und umgeklappter Rücksitzlehne punktet der Q4 ohne Namenszusatz mit 1.490 zu 1.460 Litern.

Weit weniger Volumen hat der kleine Bedienstein für die Fahrstufen. Ein kurzer Zug und das „D“ leuchtet, die Fahrt beginnt. Der Elektromotor bringt den Q4 mit seinen 310 Newtonmetern Drehmoment zügig auf Touren, ohne unbedarfte Fahrer aber mit dem berüchtigten Tritt in den Rücken nach vorne zu katapultieren. Das Fahrpedal hat einen deutlichen Widerstand, womit sich die Leistungsentfaltung auch für Elektroauto-Novizen sehr gut dosieren lässt.

Traktionsprobleme kennen die Räder an der Hinterachse, zumindest auf trockener Straße, nicht. Die Lenkung gibt auch auf kurvigen Landstraßen ausreichend Rückmeldung. Im Stadtverkehr gefällt der kleine Wendekreis.

AR-Head-up-Display

Gegen Aufpreis gibt es nicht nur ein größeres Infotainmentsystem, sondern auch das Head-up Display mit Augmented Reality-Inhalten. Neben einer "Statusleiste" mit allen fahrrelevanten Informationen schweben Hinweise in etwa gefühlte zehn Meter vor dem Auto. Eine rote Linie markiert den Sourtverlassenswarner, auch der Abstand zum Vordermann lässt sich hier einstellen. Als blauer Pfeil zeigt eine "Drohne" die Abbiegehinweise. Wie in VW ID.4 und Skoda Enyaq ist diese Anzeige aber etwas zu hell und selbst ohne direkte Sonneneinstrahlung manchmal zu übersehen.

11 kW Ladeleistung bei Wechselstrom

Audi Q4 Sportback 40 e-tron Test Fahrbericht Video Review

Laut Bordcomputer pendelte sich der Verbrauch nach eineinhalb Tagen auf knapp über 23 kWh je 100 Kilometer ein. Ein zügiger Autobahnritt ließ diesen Wert dann aber auch deutlich in die Höhe schnellen. Der Audi Q4 40 e-tron wird bei 160 km/h abgeregelt, das Allradmodell 50 quattro mit 220 kW darf 180 km/h schnell fahren.

An der Wallbox oder der Ladesäule fließt Wechselstrom 11 kW (nur 7,2 kW beim Basismodell Q4 35 e-tron). Am Schnelllader kann der „40er“ Gleichstrom mit maximal 100 kW Leistung ziehen.

Das kostet der Audi Q4 e-tron

Audi Q4 Sportback 40 e-tron Test Fahrbericht Video Review

Die Preisliste für das neue SUV-Modell beginnt bei 41.900 Euro vor Abzug der Umweltprämie. Als Modell 40 steht der Audi Q4 aktuell ab 47.500 Euro in der Preisliste. Der Sportback ist noch nicht im Konfigurator, wird dann aber 2.000 Euro Aufpreis kosten.

Somit ist nicht nur bei der Materialqualität im Innenraum und der vereinfachten Bedienstruktur im Audi Q4 e-tron klar, welche Marke das Premiumangebot stellt. VW ID.4 und Skoda Enyaq sind mit gleichem Antrieb einige Tausender günstiger.

Fazit

Audi Q4 Sportback 40 e-tron Test Fahrbericht Video Review

Der Audi Q4 Sportback e-tron fällt mit einem erfreulich exzentrischen Design auf. Bis auf die geringere Kopffreiheit im Fond hat das flache Heck keine Nachteile im Vergleich zum SUV-Bruder. Der Kofferraum ist sogar etwas größer.

Mit 150 kW starkem Antrieb an der Hinterachse ist der Elektro-Audi keinesfalls untermotorisiert und meistert alle Anforderungen klaglos. Die hohen Preise muss man hinnehmen. Kritik erntet die Ladeleistung: Auch wenn Audi seine Kunden gerne zum Ionity-Schnelllader lockt, ist bei 11 kW Ladeleistung mit Wechselstrom Geduld angesagt.

Technische Daten

Audi Q4 Sportback 40 e-tron

Elektromotor: Maximale Leistung kW 150 kW (204 PS)
Elektromotor: Nennleistung KW 310 Nm
Batterie 76,6 kWh netto / 82 kWh brutto, Lithium-Ionen
Beschleuningung 0-100 km/h 8,5 Sekunden
Höchstgeschwindigkeit 160 km/h
Norm-Verbrauch kWh / 100 km 16,8 - 19,2 kWh
Realer Verbrauch im Testzeitraum kWh/100 km 23,1 kWh (lt. Bordcomputer)
Leergewicht 2.125 kg
Anhängelast (gebremst) 1.000 kg
Länge / Breite / Höhe 4.588 / 1.865 / 1.632 mm
Grundpreis 49.500 Euro
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Text: Bernd Conrad
Bilder: Hersteller
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