Cupra Born im Alltag Was kann das E-Auto im Winter?

Der Cupra Born im Alltagstest mit Video-Review. Wie weit kommt das Elektroauto im Winter?



Die spanische Volkswagen-Tochter Cupra hat mit dem Born ihr erstes Elektroauto auf den Markt gebracht. Der Bruder des VW ID.3 unterscheidet sich von eben jenem durch ein neues Bugteil, weitere optische Details wie optimierte Seitenschweller und einen Diffusor am Heck sowie eine straffere Abstimmung des Fahrwerks.

Der Cupra Born im Video

Im Innenraum spendieren die Designer und Kostenwächter dem Born teils hochwertigere Materialien im Cockpit (dafür reicht ein Blick hinter das 5,3 Zoll große Kombiinstrument), einen großen Infotainment-Bildschirm und eine Mittelkonsole mit Jalousie. Sie trägt, wie auch die Sitzbezüge aus Recycling-Material, kupferfarbene Elemente. Serienmäßig bringt der Cupra Born zudem sehr bequeme Sportschalensitze mit integrierten Kopfstützen mit.

Der Grundpreis von 37.220 Euro beinhaltet zudem serienmäßige 18-Zoll-Leichtmetallfelgen, was den Born ausstattungsbereinigt etwas günstiger macht als den VW ID.3. Die Erkenntnisse und weitere Eindrücke vom Cupra Born haben fleißige Leser und Zuschauer von AUTONOTIZEN ja bereits beim Fahrbericht des Cupra Born erhalten.

Alltag im deutschen Winter

Nach dem ersten Kennenlernen in Spanien trat das Elektroauto jetzt zum Alltagstest im deutschen Winterwetter an. Bei Temperaturen zwischen knapp unter null und fünf Grad (plus) sind Akku und Fahrer oft im Stress, was an Temperatur und Reichweite liegt.

Den Cupra Born gibt es aktuell ausschließlich mit einem netto 58 kWh (brutto 62 kWh) Lithium-Ionen-Akku in Verbindung mit einem 150 kW (204 PS) starken Elektromotor an der Hinterachse. Die sportlichere Variante mit maximal 170 kW (231 PS) durch einen kurzzeitigen Boost und 77 kWh-Akku sowie ein Basismodell mit 45 kWh und 110 kW (150 PS) Leistung folgen im Jahr 2022.

Nach der Überführungsfahrt in die Redaktion mit hohem Autobahnanteil wurden nicht nur alle Bordcomputerangaben zurückgesetzt sondern auch einige Tage im Alltagsprofil umhergefahren. Die Software zur Berechnung der Reichweitenangaben soll ja kein verzerrtes Bild abliefern.

Als Abbild der Realität des kompakten Elektroautos wurde ein typisches Fahrprofil für ein Familienauto im aktuellen Home-Office-Alltag gewählt. Die Strecken durch Ortschaften und über Ladstraßen führten beispielsweise zum Supermarkt, zum Abholen der Kinder bei Freunden und selten ins Büro. Auch Autobahnabschnitte waren mit dabei, die im meist tempolimitierten Speckgürtel der Großstadt mit 100 bis 130 km/h befahren wurden.

Um den entspannten und vorausschauenden Fahrstil zu untersützten, lief der Cupra Born meist im Range-Modus. Aktiviere Sitzheizung und eine auf 20 bis 21 Grad eingestellte Klimaautomatik sorgten für Komfort im Innenraum, der Testwagen war mit der optionalen Wärmpumpe ausgestattet.

Welche Ladeleistung wird erzielt?

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Machen wir es kurz: Von den 424 Kilometern Reichweite nach WLTP-Verbrauchsnorm ist der in Zwickau gebaute „Spanier“ unter diesen Bedingungen weit entfernt. Die Verbrauchsangabe des Bordcomputers pendelte sich bei 23 kWh Strom je 100 Kilometer ein, was auch die Daten auf den Displays der Ladesäulen widerspiegeln. Mehr als 230 bis 238 Kilometer Reichweite sind so nicht machbar, trotz eines eher defensiven Fahrstils ohne zu viele Kurzstrecken, bei denen der Akku erstmal aufgeheizt werden muss.

An öffentlichen Ladesäulen erreichte der Cupra Born stets sehr schnell knapp über 11 kW Ladeleistung, die auch gehalten wurden. Am Schnelllader (mit warmem Akku und 13 Prozent Ladekapazität) konnten die versprochenen 120 kW Leistung nicht eingehalten werden. Der Gleichstrom floss hier mit maximal 92 kW. Die HPC-Ladesäule stand aber auch in einer kalten Umgebung bei Temperaturen knapp unter dem Gefrierpunkt.

Fazit

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Der Cupra Born sieht schick aus und hat als kompakter Fünftürer mit gutem Platzangebot das passende Format. Es muss nicht immer SUV sein! Mit einem zugespitzten Design, strafferer Abstimmung und einer etwas besseren Serienausstattung grenzt er sich vom VW ID.3 ab und darf im direkten Vergleich der beiden Konzernbrüder als das bessere Angebot gelten.

Bei kalten Temperaturen sinkt die mögliche Reichweite im Alltag jedoch sehr stark. Bei fast allen Fahrten muss man die Anzeige im Blick behalten und sich über die Möglichkeit des Ladens am Zielort Gedanken machen. Das schränkt die Freude am Auto stark ein. Dieses Schicksal teilt sich der Cupra Born aber mit fast allen Elektroautos.

Die Ladeleistung am Schnelllader, bei dem wir 92 kW erreichten, geht in Ordnung. An öffentlichen Ladesäulen wird der Akku mit bis zu gut 11 kW geladen.

Technische Daten

Cupra Born

Maximale Leistung kW / PS 150 kW (204 PS)
Max. Drehmoment 310 Nm
Getriebe Eingang-Reduktionsgetriebe
Batterie 58 kWh (brutto 62 kWh) Lithium-Ionen
Beschleuningung 0-100 km/h 7,3 Sekunden
Höchstgeschwindigkeit 160 km/h
Norm-Verbrauch kWh / 100 km 15,5 - 16,8 kWh (Reichweite 424 km)
Realer Verbrauch im Testzeitraum kWh/100 km 23,0 kWh (Reichweite 230 - 238 km)
Reifenmarke und –format des Testwagens Falken Eurowinter HS01 215/45 R20
Leergewicht 1.736 kg
Anhängelast (gebremst) n/a
Länge / Breite / Höhe 4.322 / 1.809 / 1.540 mm
Grundpreis 37.220 Euro
Testwagenpreis ca. 48.000 Euro
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Text: Bernd Conrad
Bilder: Andreas Hof, Bernd Conrad
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