Lexus LBX 2024 Dieser Kleine soll groß werden

Der Lexus LBX erweitert Modellpalette und Kundenkreis der japanischen Premiummarke. Erster Fahrbericht mit Video-Review.



Seit 1989 ist Lexus, die Premiummarke des japanischen Toyota-Konzerns, auch in Europa vertreten. Bisher blieben die Zulassungszahlen in Märkten wie Deutschland ebenso exklusiv wie die Ausstattung der Modelle. Trotzdem stand es für Lexus, im Gegensatz zu Mitbewerber Infiniti (Nissan) nie zur Diskussion, sich auf Nordamerika und Asien zu konzentrieren.

Der Lexus LBX im Video

Das KBA (Kraftfahrt-Bundesamt) listet für die ersten elf Monate des Jahres 2023 genau 2.995 Neuzulassungen der Marke Lexus in Deutschland auf. Diese Zahl soll 2024 deutlich steigen. Am 15. März kommenden Jahres steht der neue Lexus LBX bei den Händlern, die im Markensprech „Foren“ heißen.

Die Modellbezeichnung LBX steht für „Lexus Breakthrough Crossover“. Dank des kompakten Formats und günstigerer Preise als bei den anderen Baureihen soll sich dieser Durchbruch (engl. Breakthrough) in 1.500 verkauften Autos widerspiegeln. Europaweit soll der LBX 24.000-mal an Frau und Mann gebracht werden.

Neue Designsprache

Die TNGA-Plattform (Toyota New Global Architecture) in der Ausprägung GA-B für kompakte Autos teilt sich der Lexus LBX mit dem Toyota Yaris Cross, ohne nur ein aufgerüschter Abklatsch zu sein. Der Radstand legte im Vergleich zum Modell der Mutter-Marke um zwei Zentimeter auf 2,58 Meter zu. Mit einer Länge von 4,19 Metern (Yaris Cross 4,18 Meter) ist der LBX aber ähnlich kompakt.

Das Design schlägt eine ruhigere Linie ein – der große „Diabolo“-Grill ist im vorderen Stoßfänger nur noch angedeutet, das Markenlogo wurde auf der heruntergezogenen Motorhaube platziert. LED-Scheinwerfer mit Fernlichtassistent sind serienmäßig, optional gibt es als Teil des „Safe & Sound“-Pakets (u.a. Mark Levinson Soundsystem, Parkassistent, Spurwechselassistent) auch eine Kurvenlicht-Funktion. Adaptive Matrix-LED-Leuchten werden jedoch nicht angeboten.

Der sich, nach hinten verjüngende, Aufbau sorgt für kräftig ausgestellte Radhäuser. Klare Flächen mit dem große Markenschriftzug und eine durchgehende LED-Leiste zwischen den Rückleuchten lassen das Heck breit und stämmig wirken.

Schicke Einrichtung

Lexus LBX 2024

Als Option ist eine elektrische Heckklappe lieferbar, im B-Segment (Kleinwagen und kleine Crossover) keine Selbstverständlichkeit. Hinter der Pforte steht ein – je nach Antriebskonfiguration und Ausstattung - bis zu 402 Liter großer Kofferraum bereit. Allradantrieb mit zweitem E-Motor hinten und der Subwoofer der Soundanlage knapsen davon ein paar Liter ab. Nach dem Umklappen der Rücksitzlehnen entsteht eine hohe Stufe, die nicht mit einem doppelten Ladeboden eingeebnet werden kann. Außerdem fehlen Haken, um Einkaufstaschen aufzuhängen. Noblesse steht also vor Variabilität. Das zeigen die Teppichauskleidungen der Seitenwände, die Kratzer auf Kunststoffflächen vermeiden.

Im Fond ist der Lexus LBX, zumindest für große Mitfahrer, arg knapp geschnitten. Knie und Kopf stoßen schnell an Vordersitz bzw. Dachhimmel an. Die Bank ist bequem, Isofix-Kindersitze lassen sich dank hinter Kappen gut erreichbarer Bügel sicher arretieren – wenn man sie davor durch den engen Türausschnitt bugsiert hat.

Fahrer und Beifahrer können ihr Mobiliar manuell in Länge, Höhe und Lehnenneigung einstellen. Je nach Ausstattung, die im Programm des Lexus LBX „Atmosphären“ genannt werden, gibt es Bezüge aus Stoff, Kunstleder oder echter Tierhaut. Unsere Sitzprobe im Lexus LBX Emotion gibt die Möglichkeit, „perforiertes veganes Tahara-Synthetikleder mit roten Nähten“ kennenzulernen. Das Material wirkt hochwertig und ist griffsympathisch.

Saubere Luft, komplexe Bedienung

Lexus LBX 2024

Das gilt auch für die Kunststoffe im Interieur des LBX. Dem Premium-Anspruch der Marke wird auch das kleinste Modell voll gerecht. Auch der „Lexus Climate Concierge“ soll das Willkommen-Zuhause-Gefühl stärken. Er kann mit Nanoe-X-Partikeln helfen, die Innenraumluft zu säubern, indem die Bakterien- und Virenlast minimiert wird.

Viele Funktionen lassen sich über den zentralen 9,8-Zoll-Touchscreen des Infotainment-Systems steuern. Für Klimafunktionen, Parkassistent und Rückfahrkamera gibt es physische Tasten. Alles prima also? Auch der LBX behält einige Schrulligkeiten bei der Bedienung bei.

Im Multifunktionslenkrad gibt es zwei rückmeldungsarme Bedienelemente mit vier Richtungspfeilen. Sie sind für die Konfiguration von Fahrassistenz, Audiofunktionen und den digitalen Instrumenten vorgesehen. Die optische Interaktion findet jedoch nur in der Anzeige des Head-up-Displays (Teil des Technologie-Pakets) statt. Schon im Stand des Autos ist das so kompliziert, wie es sich liest.

Hybrid mit 136 PS

Lexus LBX 2024

Einen Fahrbericht zum Lexus LBX darf man noch nicht niederschreiben und veröffentlichen, dieser Part folgt also bald (Ende der Sperrfrist 21. Dezember 2023). Bleiben wir also bei den technischen Daten.

Auch der neueste Lexus ist ein Hybrid. Das leistungsverzweigte System besteht aus einem 1,5 Liter großen Dreizylinder-Benziner mit 67 kW / 91 PS und einem Elektromotor mit 69 kW (94 PS) maximaler Leistung. Das Drehmoment gipfelt in 185 Newtonmetern. Als Systemleistung werden 100 kW / 136 PS angegeben. Damit soll der LBX und 9,2 Sekunden auf 100 km/h beschleunigen, die elektronisch begrenzte Höchstgeschwindigkeit liegt bei 170 km/h.

Norm-Vebrauch: 4,4 Liter / 100 km

Lexus LBX 2024

Bei den Allradversionen, E-Four, genannt, kommt ein zweiter E-Motor an der Hinterachse mit an Bord. Aufgrund der softwaregesteuerten Kraftverteilung bleibt die Systemleistung des Hybriden unverändert. Das etwas höhere Gewicht sorgt für eine minimal längere Beschleunigungszeit auf Landstraßentempo: sie steigt um 0,4 auf 9,6 Sekunden. Der Normverbrauch wird mit 4,4 – 4,7 Liter auf 100 Kilometer für den Fronttriebler angegeben, beim E-Four sind es 4,6 – 5,0 Liter.

Die Werte auf der Waage passen zu den kompakten Abmessungen des Lexus LBX. Je nach Version wird das Leergewicht mit 1.280 bis 1.415 kg angegeben. Die Anhängelast liegt mit 750 kg auf einem gewohnt niedrigen Hybrid-Niveau.

Erste Fahrt im kleinen Hybrid-SUV

Lexus LBX 2024

Im Gegensatz zu den größeren Modellen UX, NX, RZ und RX trägt der Lexus LBX drei Buchstaben in seiner Modellbezeichnung. Dies war bisher nur den Spitzen-Sportlern LFA und RCF vorbehalten.

Davon sollte man sich freilich nicht fehlleiten lassen. Überaus große Dynamik stand nicht im Lastenheft der LBX-Entwickler. Dafür überzeugt der Hybrid mit einer guten Geräuschdämmung. Sofern man den Dreizylinder-Benziner nicht in hohe Drehzahlregionen jagt, ist vom Wechselspiel der beiden Maschinen nur wenig zu hören und kaum etwas zu spüren.

Unsere Testfahrten führen durch den Verkehr der spanischen Großstadt Valencia, über (tempolimitierte) Autobahnen und Landstraßen. Ein typisches Pendler-Fahrprofil also. Bei Rückgabe des Fahrzeugs zeigt der Bordcomputer einen Verbrauch von 4,5 Litern auf 100 Kilometer an. Einmal mehr zeigt der leistungsverzweigte Hybridantrieb von Toyota also, wie sparsam er, auch ohne großes Zutun des Fahrers, ist.

Fahrwerk und Lenkung passen zum Komfortanspruch des LBX. Lediglich harte Querfugen und kurze Wellen im Asphalt, beispielsweise bei Wurzelaufbrüchen, werden von der Federung nicht so gut verarbeitet und spürbar in den Innenraum durchgereicht. Insgesamt fühlt sich der kleine Lexus aber auch in dieser Hinsicht hochwertiger an als das Toyota-Pendant.

Aktionspreis zum Marktstart

Lexus LBX 2024

Zum Verkaufsstart bietet Lexus den LBX zu Preisen ab 32.990 Euro an. Dieser Tarif steigt nach der Einführungsphase auf reguläre 34.300 Euro. Zur Serienausstattung gehören ein Navigationssystem mit Online-Anbindung, Rückfahrkamera, Stoffbezüge und 17-Zoll-Leichtmetallräder.
Die „Atmosphären“ zeigen mit den Namen Elegant und Relax einen noblen Charakter, als Emotion und Cool eher die sportliche Seite des kleinen SUV. Sitzheizung, Regensensor, Einparkhilfe an Front und Heck sowie ein Ausstiegsassistent sind stets serienmäßig. Optionen sind in zwei Ausstattungspaketen zusammengefasst. Als „volle Hütte“ als Lexus LBX Cool mit Allradantrieb und Metalliclackierung kann man den Listenpreis auf bis zu 46.890 Euro treiben. Zeitlich begrenzt ist das Angebot eines Sondermodells mit dem Namen Original Edition (nur mit Frontantrieb).

Leasing statt Auto-Abo?

Lexus LBX 2024

Mit dem Basismodell als Kalkulationsgrundlage will Lexus neue Kunden für die Marke auch mit Leasingangeboten locken. Die monatlichen Raten starten für Verträge ohne Anzahlung bei 299 Euro für eine Laufzeit von vier Jahren. Als Konkurrenz zu Auto-Abos und als Kennenlern-Angebot können Privatkunden den LBX zudem für 12 Monate leasen. Dann sind 319 Euro im Monat fällig, dazu gibt es Gratis-Tanken bis zu einem Betrag von 1.000 Euro. Diese Angebote zeigen: Auch ein Premium-Produkt muss den Kunden über den Betrag an der Kasse schmackhaft gemacht werden.

Fazit

Lexus LBX 2024

Mit dem LBX spricht die Marke Lexus eine neue Kundengruppe an. Dank kompakter Abmessungen und schicken Design dürfte das SUV viel Zuspruch finden. Singles und Paare, „Best Ager“ oder Zweiwagenkäufer mit gutem Finanzpolster bekommen eine neue Premium-Alternative im populären Klein-SUV-Segment.

Bald folgt der erste Fahrbericht des Lexus LBX hier bei AUTONOTIZEN!

Technische Daten

Lexus LBX

Antrieb Frontantrieb (Allradantrieb E-Four optional)
Abgasnorm Euro 6e
Hubraum 1.490 ccm
Anzahl und Bauform Zylinder 3 in Reihe
Maximale Leistung kW / PS 67 kW / 91 PS bei 5.500 U/min
Max. Drehmoment 120 Nm bei 3.600 - 4.800 U/min
Getriebe stufenlose Automatik
Elektromotor: Maximale Leistung kW 69 kW (94 PS)
Elektromotor: Maximales Drehmoment 185 Nm
Elektromotor hinten: Maximale Leistung kW 4,7 kW (6,4 PS) - optional mit E-Four
Elektromotor hinten: Maximales Drehmoment 52 Nm
Systemleistung: kW / PS 100 kW / 136 PS
Batterie Bipolare Nickel-Metall-Hybrid-Batterie
Beschleuningung 0-100 km/h 9,2 Sekunden (A 9,6 Sekunden)
Höchstgeschwindigkeit 170 km/h
Norm-Verbrauch auf 100km 4,4 - 4,7 Liter (E-Four 4,6 - 5,0 Liter)
Leergewicht 1.280 - 1.415 kg
Anhängelast (gebremst) 750 kg
Länge / Breite / Höhe 4.190 / 1.825 / 1.545 mm
Grundpreis 32.990 Euro (Basismodell zur Markteinführung)
Testwagenpreis 42.690 Euro
Teile das!
Text: Bernd Conrad
Bilder: Sebastian Bonschenk, Bernd Conrad