Subaru Solterra 2026

Subaru Solterra 2026 Leistet mehr, lädt besser und ist günstiger

7:24 Min.

Der neue Subaru Solterra im ersten Alltagstest mit Video-Review

Rund dreieinhalb Jahre nach dem Marktstart fährt der Subaru Solterra jetzt mit einem umfangreichen Facelift vor. Optisch ist das überarbeitete Elektro-Crossover-Modell an einer komplett umgestalteten Front zu erkennen, mit der sich der Solterra erneut auf den ersten Blick vom Kooperationspartner-Schwestermodell Toyota bZ4X unterscheidet. Scheinwerfer mit jeweils sechs LED-Punkten als Tagfahrlicht-Signatur sind ein neues Gestaltungselement, das auch an den beiden anderen neuen Elektro-Subaru (Uncharted und E-Outback) zu sehen ist.

Die Profilansicht des 4,69 Meter langen Fließheck-Japaners bleibt, mit Ausnahme neuer Designs für die bis zu 20 Zoll großen Leichtmetallfelgen, unverändert. Die Kunststoff-Verkleidungen über den Radhäusern werden ab sofort stets in glänzendem Schwarz lackiert. Am Heck prangt nun der ausgeschriebene Markenschriftzug zwischen den Leuchten. Auf einen Heckscheibenwischer oberhalb der Abrisskante wird weiterhin verzichtet.

1,5 Tonnen Anhängelast

Weiter unten am Heck des Autos gibt es Neues zu vermelden: Die Anhängelast des Allrad-Japaners hat sich mit der Modell-Überarbeitung auf 1.500 Kilogramm verdoppelt. Üppig genug für einen Träger und auch drei schwere E-Bikes fällt die Stützlast mit 150 Kilogramm aus.

Die Struktur des Cockpits wird übernommen, jedoch mit neugestalteten und anders platzierten Anzeigen-Elementen. Das Display für die digitalen Instrumente sitzt weiter vorn am unteren Rand der Windschutzscheibe. Für eine bessere Ablesbarkeit der Informationen (und zur Erleichterung des Ein- und Ausstiegs) ist das Lenkrad unten und oben abgeflacht. Die umgestaltete Mittelkonsole bietet die Möglichkeit, zwei Smartphones parallel induktiv zu laden. Gut gelöst: Eine Leuchtdiode wechselt bei aktivem Ladevorgang ihre Farbe von grün auf orange und zeigt damit an, dass der Handy-Akku mit Energie versorgt wird. Über den Lüftungsdüsen steht der jetzt 14 Zoll große Infotainment-Touchscreen. Das werksseitige Navigationssystem berechnet bei der Routenplanung auch Ladestopps mit ein und sorgt für die Vorkonditionierung des Akkus. Wer ohne aktive Zielführung unterwegs ist, kann die Temperatursteuerung für die Batterie auch händisch steuern.

Verbrauch, Reichweite, Laden

Ein konstant hohes Plateau der Ladekurve macht die recht geringe Ladeleistung teilweise wett.

Dass es sich bei der Überarbeitung des Subaru Solterra um mehr als ein reines Facelift handelt, wird schon beim Blick ins Datenblatt klar. Wie zuvor gibt es die Baureihe ausschließlich mit Allradantrieb und zwei Elektromotoren. Deren Leistung ist deutlich angestiegen. Die Maschine unter der vorderen Haube leistet 167 kW, dazu kommt ein 88 kW starker Kollege im Heck. 252 kW (343 PS) Systemleistung bietet der Solterra – der Vorgänger beließ es bei 160 kW (218 PS). Der Lithium-Ionen-Akku mit 104 Zellen hat eine Speicherkapazität von 73,1 kWh. Ebenso durchschnittlich wie die Akku-Größe sind die Reichweiten-Angaben nach WLTP-Norm als direkte Konsequenz daraus: 471 bis 511 Kilometer werden, je nach Ausstattungslinie, angegeben.

Im Testalltag, der aus Überland- und Autobahnstrecken mit geringem Stadtverkehr-Anteil bestand, hat sich der Stromverbrauch des Solterra bei 18,8 kWh je 100 Kilometer eingependelt. Ohne den Akku nervenaufreibend ganz leer zu fahren, kommt man also rund 350 Kilometer weit, bevor man sich auf die Suche nach einem Ladepunkt macht.

Wechselstrom kann in fast allen Varianten dreiphasig mit 22 kW geladen werden, was für die optimale Nutzbarkeit einer urbanen Infrastruktur sorgt. Nur die Basis-Linie mit dem Namen Trend belässt es bei den üblichen 11 kW über drei Phasen. Am Schnelllader zieht der Solterra über den CCS-Anschluss Strom mit 150 kW. Bei den Ladevorgängen im Testzeitraum wurde dieser Wert stets zuverlässig erreicht und auch übertroffen, laut Anzeige an der Säule und im Auto lagen zeitweise bis zu 156 kW an.

Der Fahreindruck

![Subaru Solterra 2026 Platinum Test Fahrbericht Video Laden Preis Elektro](subaru-solterra-2026-platinum-heck-sunset___1778517861063.jpg?cropZoom=960,540 "Der Solterra ist deutlich agiler als der Vorgänger, wie gewohnt bietet er einen hohen Fahrkomfort.)

Schon auf den ersten Metern macht sich der deutlich stärkere Elektroantrieb im Subaru Solterra bemerkbar. Während sich das bisherige Modell gediegen (sagen wir nicht „für ein Elektroauto ungewohnt träge) in Bewegung setzte, wirkt der Japaner schon bei kleinsten Bewegungen des Fahrpedals jetzt hellwach. Dabei nervt er aber nicht mit einem Leistungsüberfall, bleibt also jederzeit entspannt kontrollierbar. In 5,1 Sekunden spurtet das knapp 2,2 Tonnen schwere SUV aus dem Stand auf 100 km/h. Unverändert: Die eher knappe Höchstgeschwindigkeit von 160 km/h. Eine Anhebung zumindest auf Tempo 180 hätte dem Solterra, zumindest für den deutschen Markt, gutgetan.

Der Subaru Solterra im Video

Das Fahrwerk bietet, auch mit den bei der Ausstattungslinie Platinum serienmäßigen 20-Zoll-Felgen, viel Komfort. Welligen Asphalt schluckt der Unterbau gut weg, lediglich Querfugen oder Kanten im Asphalt werden an die dick gepolsterten Sitze dezent weitergereicht. Nicht nur in der Stadt gewöhnt man sich schnell an die Nutzung der Schaltwippen am Lenkrad, mit denen man die Energie-Rekuperation steuert. Ein echtes One-Pedal-Drive gibt es in der höchsten Stufe nicht. Im Gegensatz zum Toyota bZ4X kann man aber im Subaru Solterra eine „Nullstufe“ der Rekuperation für bestmöglichen Freilauf nutzen.

Preis und Garantie

20-Zoll-Felgen gehören beim Solterra in den höheren Ausstattungslinien zur Serienausstattung.

Mit der Überarbeitung wird der Subaru Solterra deutlich günstiger angeboten als bisher. In der Ausstattungslinie Trend starten die Preise fortan bei 45.900 Euro, der Vorgänger kostete mindestens 51.490 Euro. Unser Testwagen ist ein Solterra in der höchsten Linie Platinum zum Preis von 52.990 Euro. Vom Comfort-Modell für 50.940 Euro (also 2.050 Euro weniger) unterscheidet sie sich durch zusätzliche Ausstattung in Form der blau-schwarzen Lederausstattung und des Panorama-Glasdachs ohne Öffnungsfunktion.

Die Zweifarblackierung in „Platinum White Pearl“ mit schwarzem Dach, die dem Solterra einen gewissen Star-Wars-Stil beschert, kostet 1.040 Euro Aufpreis. Stets mit dabei ist eine Neuwagengarantie für den Zeitraum von acht Jahren bis zu einer Laufleistung von 160.000 Kilometern.

Fazit

Die umfassende Überarbeitung hebt die Qualitäten des Subaru Solterra auf ein neues Niveau.

Die Überarbeitung des Subaru Solterra ist weit mehr als ein Facelift. Mit neuer Front unterscheidet er sich auch weiterhin auf den ersten Blick vom Kooperations-Bruder Toyota bZ4X. Der Zweimotoren-Antrieb erstarkt auf 252 kW (343 PS). Damit ist der Solterra deutlich souveräner unterwegs als der Vorgänger mit 160 kW.

Im Alltagstest lädt der Japaner konstant mit hoher Leistung, die Ladekurve macht mit ihrem Plateau die – im Vergleich zu Mitbewerbern mit 800V-Technologie – relativ geringe Ladeleistung als wett. Die ehemals recht ambitionierten Preise sinken mit dem Modellwechsel, sie starten jetzt bei 45.900 Euro.

Technische Daten
Subaru Solterra Platinum

Antriebsart
Elektro
Antrieb
Allradantrieb
Getriebe
Eingang-Reduktionsgetriebe
Elektromotor vorn: Maximale Leistung kW
167 kW (227 PS)
Elektromotor vorn: Maximales Drehmoment
268 Nm
Elektromotor hinten: Maximale Leistung kW
88 kW (120 PS)
Elektromotor hinten: Maximales Drehmoment
169 Nm
Systemleistung: kW / PS
252 kW (343 PS)
Batterie
73,1 kWh
Batterie: Typ
Lithium-Ionen
Maximale Ladeleistung Gleichstrom (DC)
150 kW
Ladeleistung Gleichstrom (DC) im Test
155,8 kW
Maximale Ladeleistung Wechselstrom (AC)
22 kW
Ladeleistung Wechselstrom (AC) im Test
21,7 kW
Beschleunigung 0-100 km/h
5,1 Sekunden
Höchstgeschwindigkeit
160 km/h
Norm-Verbrauch kWh / 100 km
15,8 kWh
Reichweite nach Norm
471 km
Realer Verbrauch im Testzeitraum kWh/100 km
18,8 kWh
Reichweite im Alltag
ca. 390 km
Kofferraumvolumen
441 Liter
Reifenmarke und –format des Testwagens
Bridgestone Alenza 235/35 R20
Leergewicht
2.154 kg
Anhängelast (gebremst)
1.500 kg
Stützlast
150 kg
Länge / Breite / Höhe
4.690 / 1.860 / 1.650 mm
Basispreis Baureihe
45.900 Euro
Basispreis Modellvariante
52.990 Euro
Testwagenpreis
54.030 Euro
Text: Bernd Conrad
Bilder: Matthias Gill, Bernd Conrad