Elektroauto-Förderung ab 2023 Der Plug-in Hybrid vor dem Aus?

Die Förderung für Elektroautos wird ab 2023 in zwei Stufen auf 3.000 Euro reduziert, Hybride erhalten keine staatlichen Suventionen mehr. Einige Hersteller wie Mazda steuern im Sinne ihrer Kunden dagegen.



Es rumorte schon länger im Regierungsviertel, auf den Fluren der Autohersteller und in den Verkaufsräumen der Händler. Die Förderung für Elektroautos wird ab 2023 gekürzt und für Plug-in Hybride ganz gestrichen. Übereinstimmenden Medienberichten zufolge hat sich die Bundesregierung auf neue Regelungen für die Bezuschussung elektrifizierter Autos geeinigt; dem gingen unter anderem öffentliche Ankündigungen voraus, wie die von Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck zum aus der Hybrid-Prämie.

Mitte 2023 sinkt die Prämie nochmal

Elektroautos bis zu einem Preis von 40.000 Euro, wobei hier noch unklar ist, ob der Nettopreis oder der Bruttobetrag inklusive Mehrwertsteuer als Grundlade herangezogen wird, können vom Staat mit 4.500 Euro subventioniert werden. Bislang lag die Förderung bei 6.000 Euro. Fahrzeuge, die maximal 65.000 Euro kosten, werden mit 3.000 Euro gefördert. Teurere Autos bekommen keinen Bonus aus dem Steuertopf.

Schon Mitte 2023 werden die Stellschrauben abermals angezogen. Dann soll eine Förderung in Höhe von 3.000 Euro nur noch für Elektroautos möglich sein, die maximal 45.000 Euro kosten, alles darüber geht leer aus.

Der Kaufpreis von Plug-in Hybriden kann ab 1. Januar 2023 nicht mehr mit einer Umweltprämie gesenkt werden. Das ist jetzt die bittere Gewissheit für viele Besteller, die ihren vor längerer Zeit georderten Neuwagen – meist als Firmenfahrzeug – aufgrund der Lieferproblematik vieler Hersteller erst 2023 bekommen.

Zwei Hybride kommen noch 2022

Elektroauto Hybrid Förderung 2023

Wenige Marken garantieren eine schnelle Lieferung von Plug-in Hybriden noch im Jahr 2022, darunter Citroën für den C5 X und Mitsubishi für den Eclipse Cross .

Leasing-Aktion für den DS 7

Elektroauto Hybrid Förderung 2023

Auch die Citroën-Schwestermarke DS Automobiles verspricht ihren Kunden, noch 2022 einen Plug-in Hybrid zulassen zu können. Ein limitiertes Kontigent an vorkonfigurierten Fahrzeugen des DS 7 kann über den Online-Shop der Marke bestellt und dann geleast werden. Zwei Ausstattungslinien und verschiedene Farben stehen zur Wahl, die Motorisierung ist fix: Das Angebot gilt nur für den DS 7 E-Tense 4x4 300 mit Allradantrieb und 300 PS Systemleistung. Dabei handelt es sich aber um Bestandsfahrzeuge bei Händlern, die somit nicht das jüngst vorgestellte Facelift des DS 7 tragen.

Der Absatz von PHEVs dürfte vorerst fast zum Erliegen kommen. Spätestens anhand der nicht subventionierten Listenpreise zeigt sich nämlich, dass die elektrifizierten Verbrenner bei vielen Marken so kalkuliert wurden, dass der Herstelleranteil für die Umweltprämie mit eingerechnet ist.

Prämiengarantie beim CX-60

Elektroauto Hybrid Förderung 2023

Der japanische Hersteller Mazda führt aktuell den CX-60 als Plug-in Hybrid ein. Der Vorstoß der Marke in das Segment der großen SUV wird von einer Prämiengarantie begleitet. Jeder Kunde, der den Mazda CX-60 in den Ausstattungsvarianten Homura oder Takumi bis spätestens 30. September 2022 bestellt, profitiert auch bei Lieferung des Autos im Jahr 2023 von der aktuellen Regelung. Mazda übernimmt, zusätzlich zum Herstelleranteil, die staatliche Förderung. Privatkunden profitieren dann also auch weiterhin von einem um 7.177,50 (inklusive Mehrwertsteuer) reduzierten Kaufpreis. Firmenkunden rechnen mit Nettobeträgen, dann steht eine Reduzierung von 6.750 Euro unter dem Strich der Rechnung.

Autohersteller dürften den aktuellen Bestellstopp für viele Hybride verlängern oder die Preise anpassen. Ob jedoch die Hybride entsprechend günstiger werden, darf angesichts des aktuellen Nachfrageüberhangs auf dem Automarkt bezweifelt werden. Spannend wird, ob die reinen Verbrenner teurer gemacht werden und somit preislich nah an die Plug-in Hybride heranrücken.

Auch neu: Künftig werden nur noch privat angeschaffte Elektroautos gefördert. Dienstwagen, beispielsweise Firmenfahrzeuge für den Außendienst oder Transporter von Handwerkern und Lieferdiensten, werden nicht mehr subventioniert. Wenn die zur Verfügung stehenden Mittel im Fördertopf in Höhe von 2,5 Milliarden Euro ausgeschöpft sind, soll die Förderung von E-Autos ganz auslaufen.

Steuervorteil bei Firmenwagen

Elektroauto Hybrid Förderung 2023

Trotzdem werden Fahrer von Firmenwagen aber auch weiterhin davon profitieren, ein Elektroauto oder einen Plug-in Hybrid zu fahren. Dem aktuellen Stand nach bleibt es beim reduzierten Satz zur Versteuerung des geldwerten Vorteils. Während reine Verbrenner monatlich mit einem Prozent vom Listen-Neupreis (ohne Abzug von Rabatten) mit in die Besteuerung des Gehalts einfließen, sind es bei reinen E-Autos 0,25 Prozent, bei Plug-in Hybriden 0,5 Prozent.

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Text: Bernd Conrad
Bilder: Bernd Conrad
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