Kia Sorento 1.6 T-GDI Hybrid Großes Tennis

Der neue Kia Sorento Hybrid im ersten Alltagstest mit Video-Review.

Über den konsequenten Weg vom preisorientieren Noname-Anbieter aus Asien hin zur etablierten Automarke mit Top-Platzierungen auf den Einkaufszetteln der Kunden ist schon viel geschrieben worden, wenn es um Kia geht. Nach dem „trial and error“-Prinzip gab es auch bei den Koreanern ein paar Kurzzeitangebote auf dem deutschen Markt. Vielleicht erinnert sich ja noch jemand auf die Mazda-Derivate Pride (121) und Clarus (626) oder den Roadster auf Basis des Lotus Elan.

Sorento in vierter Generation

Kia Sorento T-GDI Hybrid Alltags-Test Verbrauch Video Review

Nicht erst seit dem ersten Ceed (damals noch cee´d mit Apostroph) zeigt Kia aber, was man kann. Schon der erste Sorento sorgte 2002 für Lieferzeiten aufgrund hoher Nachfrage. Auch die folgenden Generationen der größten SUV-Baureihe der Marke für Westeuropa überzeugten stets mit gekonntem Design, viel Platz und moderner Technik.

Der Sorento im Video

Jetzt steht die vierte Neuauflage des Kia Sorento bei den Händlern. Und auch dieses Mal strahlt das neue Modell aus jeder Pore den Eifer der Designer und Entwickler aus. Über Geschmack lässt sich natürlich streiten; unübersehbar ist aber die Tatsache, dass der neue Kia Sorento mit seinen klaren Linien, den ruhigen Flächen und seinem Format Kunden in den USA und Asien ebenso gefallen wird wie hier in Europa. Ein wahres Auto für die Welt also – was man sonst ja meist deutschen Marken nachsagt.

Mit einer Länge von 4,81 Metern sortiert sich der Sorento zwischen den allgemein gültigen Klassen ein. Größer als Skoda Kodiaq, BMW X3, Audi Q5 und Co., aber kleiner als ein VW Touareg oder BMW X5. Stattlich und geräumig, aber nicht zu protzig.

Geräumiger Innenraum

Kia Sorento T-GDI Hybrid Alltags-Test Verbrauch Video Review

Kein Wunder, dass es im Innenraum luftig zugeht. Fahrer und Beifahrer thronen hoch auf bequemen Sesseln. Der für den Fahrer ist ab der zweiten Ausstattungslinie Vision elektrisch einstellbar. Einzig eine ausziehbare Oberschenkelauflage wäre im Testwagen noch wünschenswert – gibt es, aber nur im Topmodell Platinum.

Im Kia Sorento Spirit kleidet sich das Sitzmobiliar in schwarze Lederbezüge, auch im Fond. Hier spendiert das SUV viel Bein- und Kopffreiheit, eine in der Länge und Lehnenneigung verstellbare Rücksitzbank und Strom ohne Ende. Gleich vier USB-Anschlüsse nehmen es mit Smartphones und Co. auf. Jeweils einer in der Lehne des Vordersitzes, zwei weitere in der Mittelkonsole.

Großer Kofferraum mit doppeltem Boden

Kia Sorento T-GDI Hybrid Alltags-Test Verbrauch Video Review

Gegen Aufpreis gibt es auch den vierten Kia Sorento als Siebensitzer (der Vollständigkeit halber: dann auch dort mit USB-Buchsen). Zum Alltagstest fuhr er als Fünfsitzer vor, zeigte einen bei zurückgefahrener Fondbank fast 700 Liter großen Gepäckraum mit unterteilten Fächern im Untergeschoss.
Ganz hinten steckt die 12-Volt-Batterie im Boden, weswegen sich das Rollo nicht wie gewohnt verstauen lässt. Für mehr Verdruss sorgt aber die nicht vorhandene Option einer Netztrennwand. Auch der recht billig wirkende Teppich im Ladeabteil und kratzempfindliche Kunststoffe passen nicht so ganz zur piekfeinen Verarbeitung und den schönen Materialien weiter vorn.

Digital, online und assistiert

Kia Sorento T-GDI Hybrid Alltags-Test Verbrauch Video Review

Auch multimedial hat der Kia Sorento aufgerüstet. Das 12,3 Zoll große Display hinter dem Lenkrad lässt sich, anders als die Anzeigen der Ceed-Familie, je nach Fahrmodus konfigurieren. Alle Informationen sind klar ablesbar. Ein Head-up-Display, das es erst im Sorento Platinum gibt, wird kaum vermisst. Trotz der großen Monitore gibt es aber immer noch direkt anwählbare Steuerelemente, zum Beispiel für die Klimaautomatik. Die Bedienung ist also weniger kompliziert als in manchem Wolfsburger Automodell.

UVO gesichtet

Kia Sorento T-GDI Hybrid Alltags-Test Verbrauch Video Review

Das Infotainment versammelt sich im 10,25-Zoll-Display mit dem Telematiksystem UVO Connect (ab Vision, Edition 7 mit Acht-Zoll-Display und Radio). Das Navigationssystem nutzt über den Onlinezugang Echtzeitverkehrsdaten für die Routenführung. Außerdem kann man über eine Smartphone-App Adressen ins Auto schicken und dann dort direkt die Navigation übernehmen – mit einer First- und Last-Mile-Strecke zu Fuß.

Auf Reisen sorgt das BOSE-Soundsystem für tollen Klang. Wer keine Lust auf Musik, Nachrichten oder Hörbücher hat, kann aus diversen „Naturklängen“ von der Festplatte des Infotainmentsystems seine Wahl treffen. Ob aber Regengeräusche oder die Geräusche von Stiefeln im Schnee wirklich die Fahrt kurzweiliger gestalten lassen, muss jeder für sich entscheiden. Außerdem kann man Kaminfeuer, Straßencafé-Stimmengewirr und Meeresrauschen aus den Boxen ertönen lassen.

Auch die Sprachsteuerung ist onlinebasiert und sollte eigentlich auf Wort gehorchen. Das gelang im Testwagen aber meist nicht. Als Feedback kam, dass „die Umgebungsgeräusche zu laut“ seien und die Software den Befehl nicht verstand. Auch bei stehendem Auto, geschlossenen Fenstern und lauter Stimme, wohlgemerkt. Ob es sich hier um einen Einzelfall handelt, kann aufgrund noch nicht vorhandener Erfahrung mit anderen Sorento-Testwagen nicht abschließend beurteilt werden.

Hybrid als erste Wahl?

Stichwort Erfahrung, kommen wir endlich zum Antrieb. Der neue Kia Sorento startet als Diesel mit neu entwickeltem 2,2-Liter-Vierzylinder und als Vollhybrid. Der elektrifizierte Benziner kombiniert den bekannten 1,6-Liter-Turbo mit 180 PS und einen 44 kW starken Elektromotor. Die Systemleistung des Kia Sorento 1.6 T-GDI Hybrid liegt bei 169 kW / 230 PS, das maximale Drehmoment bei 350 Nm. Sie werden über eine Sechsgang-Wandlerautomatik verwaltet, der Diesel bekommt ein neues Achtgang-Doppelkupplungsgetriebe.

Trotz der überschaubaren Kapazität der Lithium-Ion-Polymer-Batterie von 1,49 kWh gelingt nicht nur das Anfahren mit dem großen SUV meist elektrisch und geräuscharm. Man muss gar keinen zu sensiblen rechten Fuß beweisen, um durch das Wohngebiet zu stromern, der Benziner meldet sich erst später zum Dienst.

Der Wechsel gelingt ruckfrei und das Geräuschniveau bleibt auch bei höherem Leistungsabruf niedrig. Der Turbobenziner sorgt, zusammen mit dem Boost-Effekt des Elektromotors, für ausreichend flinkes Vorankommen und macht auf Landstraßen sogar Spaß. Auch auf der Autobahn geht es mit dem Sorento Hybrid gut voran, ab 160 km/h oder an langen Steigungen wird es jedoch zäh. Die Höchstgeschwindigkeit von 193 km/h erreicht man erst mit langem Anlauf.

Zuverlässiger Autobahnassistent

Kia Sorento T-GDI Hybrid Alltags-Test Verbrauch Video Review

Viel mehr liegt dem Koreaner aber das Kilometerreißen bei Richtgeschwindigkeit mit aktiviertem Autobahnassistenten. Dan hält die Software Geschwindigkeit, Abstand und die Mitte der Fahrspur, bremst auch bis zum Stillstand ab und beschleunigt wieder. Tempolimits werden sowohl aus den Navidaten als auch von der Frontkamera erfasst und direkt übernommen.

Nicht neu, weil schon aus Hyundai Nexo und Sante Fe bekannt, aber immer wieder hilfreich: Der Totwinkelassistent mit Monitoranzeige, im Kia Sorento Spirit Teil eines optionalen Sicherheitspakets. Beim Abbiegen oder Spurwechsel zeigt eine Kamera im Außenspiegel das Livebild der Seite, auf der man blinkt. Dieses Bild wird ins linke oder rechte animierte Rundinstrument und damit ins Blickfeld des Fahrers projiziert.

Die Assistenten unterstützen den Sorento-Piloten also gekonnt. Dazu kommt ein sauber abgestimmtes Fahrwerk, das auch mit den 19-Zoll-Felgen gut klarkommt. Aus drei Fahrmodi kann man wählen, wobei „Sport“ beim Hybrid leicht deplatziert wirkt und auch „Eco“ ausreichend flott ist. Dazu gibt es drei Programme für den Terrain-Modus des Allradantriebs.

Nur 7,3 Liter Testverbrauch

Kia Sorento T-GDI Hybrid Alltags-Test Verbrauch Video Review

Die Freude am neuen Sorento verfliegt auch an der Tankstelle nicht. 7,3 Liter Testverbrauch, ermittelt über mehr als 1.000 Kilometer, können sich für ein SUV im Großformat mehr als sehen lassen. Wieder einmal zeigt sich, dass ein Vollhybrid eine höchst effiziente Art und Weise der Elektrifizierung ist. Der Sorento als Plug-in Hybrid startet 2021. Aber auch wenn er dann nur fünf Liter Benzin verbrauchen sollte, kommt immer noch von extern zu ladender Strom hinzu. Wir werden es ausprobieren, versprochen.

Fazit

Kia Sorento T-GDI Hybrid Alltags-Test Verbrauch Video Review

Spiel, Satz, Sieg. Der neue Kia Sorento ist ein klarer Gewinnertyp. Der Koreaner bietet viel Platz für Passagiere und Gepäck, eine gute Verarbeitung sowie modernste Assistenz- und Infotainmentausstattung. Der Hybrid-Benziner gefällt mit ausreichend Leistung und niedrigem Verbrauch, dürfte für Privatkunden auch nach dem Start des PHEV erste Wahl sein und bleiben.

Schwachstellen wie die teils einfachen Materialien im Kofferraum und unter den Sitzen lassen sich mit Modellpflege leicht beheben. Die Preise können gerne so bleiben, wie sie sind. Billig war der Sorento nie und ist es auch jetzt nicht. Im direkten Konkurrenzumfeld bleibt er aber, vor allem angesichts der Ausstattung, fast ein Schnäppchen. Im VW-Land könnten wir sagen: Fast Touareg-Format zum Tiguan-Preis.

Technische Daten

Kia Sorento 1.6 T-GDI Hybrid 4WD Spirit

Abgasnorm Euro 6d
Hubraum 1.598 ccm
Anzahl und Bauform Zylinder 4 in Reihe
Maximale Leistung kW / PS 132 kW / 180 PS bei 5.500 U/min
Max. Drehmoment 265 Nm bei 1.500 - 4.500 U/min
Getriebe Sechsgang-Automatik
Elektromotor: Maximale Leistung kW 44 kw (60 PS)
Elektromotor: Maximales Drehmoment 264 Nm
Systemleistung: kW / PS 169 kW / 230 PS, 350 Nm
Batterie 1,49 kWh Lithium-Ion-Polymer
Beschleuningung 0-100 km/h 9,0 Sekunden
Höchstgeschwindigkeit elektrisch 120 km/h
Höchstgeschwindigkeit 193 km/h
Norm-Verbrauch auf 100km 6,2 Liter
Verbrauch real auf 100km 7,3 Liter
Reifenmarke und –format des Testwagens 235/55 R19
Leergewicht 1.881 kg
Anhängelast (gebremst) 1.650 kg , 100 kg Stützlast
Länge / Breite / Höhe 4.810 / 1.900 / 1.700 mm
Grundpreis 50.971,76 Euro
Testwagenpreis 52.414,45 Euro
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Text: Bernd Conrad
Bilder: Andreas Hof, Bernd Conrad

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