Mazda3 e-Skyactiv G 2.0 2022 Ganz entspannt

Der Mazda3 mit 150 PS starkem Benziner im Alltagstest mit Video-Review.



Drei Jahre nach dem Marktstart begnügt sich Mazda beim Modelljahr 2022 seines kompakten Mazda3 mit minimalen Korrekturen. Die Blinker in den Rückleuchten haben eine neue Grafik, außerdem pulsieren die Fahrtrichtungsanzeiger an beiden Enden des Autos. Dazu gibt es eine neue Lackoption (Platinum Quartz Metallic, ein helles Grau), eine Kommunikation von Auto und App sowie das Sondermodell Homura.

Und dann gibt es bei AUTONOTIZEN einen Alltagstest dazu? Natürlich sind die minimalen Änderungen für das neue Modelljahr nicht der Grund, um den Fünftürer in die Redaktion zu bitten. Aber ein guter Anlass. Denn die mittlere Leistungsstufe im Motorenprogramm fehlte bislang noch im Testtagebuch.

Der Mazda3 im Video

Unterhalb des umfänglich diskutierten Skyactiv X, der die Eigenschaften eines Benziner mit der Kompressionszündung eines Diesels kombiniert, bieten die Japaner zwei Vierzylinder-Benziner an. Der zwei Liter große Motor ist ein Sauger, entspricht also dem eigenen Mazda-Weg und verzichtet auf Downsizing mit Aufladung. Über der Basisvariante mit 122 PS sortiert sich der Zweiliter mit 150 PS maximaler Leistung ein. Sein maximales Drehmoment von 213 Newtonmetern, die bei 4.000 U/min anliegen, entspricht dem der schwächeren Version.

Was bringt der Dreier mit 150 PS also? Etwas bessere Fahrleistungen. In 9,1 (statt 10,4) Sekunden geht es aus dem Stand auf 100 km/h, als Höchstgeschwindigkeit werden 206 km/h (statt 197 km/h) angegeben. Für Menschen, die sich auf das Wesen des Mazda3 einlassen, dürften diese Werte eher sekundärer Natur sein.

Design vor Raum

Denn einmal mehr überzeugt das Modell mit der Entspannung, die es ausstrahlt. Sie steht im Gegensatz zum Karosseriedesign, das auch heute noch aussieht wie ein Concept Car und dynamisch wirkt. Dem ordnet sich die Funktion teilweise unter, wie der mit 358 Litern nur durchschnittlich große Kofferraum mit hoher Ladekante und der arg enge Fond zeigen.

Schon nach der ersten Sekunde fühlt man sich aber auf dem Fahrersitz zuhause. Alle Bedienelemente im hochwertig verarbeiteten Cockpit liegen genau da zur Hand, wo man sie vermutet. Das Infotainmentdisplay steht, weit weg von den Insassen, blickgünstig auf dem Cockpit.

Im Gegensatz zu fast allen anderen Autoherstellern setzt Mazda bei der Bedienung nicht auf eine Touchscreen-Funktion. Mit der rechten Hand bedient der Fahrer, gerne auch „blind“ und damit höchst intuitiv, einen Dreh-Drück-Steller. Mit ihm und den um ihn herum gruppierten Tasten kommt man direkt in die einzelnen Menüs, außerdem ertasten die Finger einen zweiten Drehregler für die Audiolautstärke. Die teildigitalen Instrumente hinter dem steil stehenden Multifunktionslenkrad sind ebenso hervorragend ablesbar wie das bei allen Mazda3 serienmäßige Head-up Display.

Sauger mit 150 PS

Mazda3 Skyactiv-G 150 PS Selection Test Fahrbericht Video Review Modelljahr 2022

Unser Testwagen bittet darum, die sechs Vorwärtsgänge manuell durchzuschalten. Eine Sechsstufen-Automatik wird optional angeboten. Selbst dem Autor dieser Zeilen, einem erklärten Automatik-Fan, ist es aber wieder einmal eine Freude, einen Mazda mit Handschaltung zu bewegen. Der kurze Hebel rastet zielgenau in die knackigen Schaltgassen, die Anschlüsse passen perfekt.

Auf hohem Niveau liegt der Fahrkomfort, auch mit den bei der Ausstattungslinie Selection serienmäßigen 18-Zoll-Felgen. Adaptive Dämpfer mit Einstellfunktion? Weder erhältlich noch auf der Wunschliste. Der Mazda3 findet stets den Spagat zwischen Feedback von der Straße und hohem Komfort.
Auch bei höheren Geschwindigkeiten auf der Autobahn sind kaum Wind- und Abrollgeräusche wahrnehmbar. Wenn man sich mit der Charakteristik des Saugmotors, der im modernen Turbo-Zeitalter manchmal etwas träger wirkt als die Konkurrenz, angefreundet hat, erzielt man auch mit Freude höhere Durchschnittstempi auf langen Strecken.

7,2 Liter Testverbrauch sind ein durchschnittlicher Wert, der klar über den 5,5 – 5,6 Litern nach WLTP-Norm liegt. Ein Mazda3 Skyactiv X (damals noch mit 180 PS) war etwa einen halben Liter sparsamer.

Das Mildhybridsystem mit Mazda3 arbeitet mit einem 24-Volt-Netz. „Segeln“, also das Fahren im Schubbetrieb bei abgeschaltetem Verbrenner, ist damit nicht möglich. Der Riemenstartergenerator unterstützt den Vierzylindermotor aber beim Beschleunigen. Somit muss der sich weniger anstrengen und läuft sparsamer. Außerdem sorgt eine Zylinderabschaltung für weitere Einsparmöglichkeiten.

Das kostet der Mazda3

Mazda3 Skyactiv-G 150 PS Selection Test Fahrbericht Video Review Modelljahr 2022

Mit einem Grundpreis von 25.590 Euro ist die 150-PS-Version genau 1.000 Euro teurer als der Mazda3 mit 122 PS. Dazu sollte man weitere 1.800 Euro für die Selection-Ausstattung einkalkulieren, die den Preis dann auf 27.390 Euro bringt. Mit ihr sind 18-Zöller, Einparksensoren auch vorne, Rückfahrkamera, schlüsselloser Zugang, Klimaautomatik sowie Heizung für Vordersitze und Lenkrad mit an Bord.

Matrix-LED-Licht kommt erst mit dem optionalen Design-Paket dazu, außerdem gibt es eine Lederausstattung und ein Premium-Paket, u.a. mit BOSE-Soundsystem. Auch mit „einmal alles“ bleibt der Mazda3-Testwagen, verglichen mit manchen Wettbewerbern, fair kalkuliert. Das in „Magmarot“ lackierte Auto auf diesen Bildern kostet laut Preisliste oder Konfigurator 33.260 Euro.

Fazit

Mazda3 Skyactiv-G 150 PS Selection Test Fahrbericht Video Review Modelljahr 2022

Das minimale Update zum Modelljahr 2022 ist sehr dezent. Somit bleibt sich der Mazda3 treu. Er ist ein Design-Statement in der Kompaktklasse, verzichtet dabei auf eine optimale Raumökonomie. Punkten kann er, unabhängig von der Motorisierung, mit hohem Fahrkomfort und einer guten Geräuschisolation. Die Preise sind, angesichts der Materialgüte und der guten Verarbeitung, fair.

Technische Daten

Mazda3 Selection e-Skyactiv G 2.0 M Hybrid

Antrieb Frontantrieb
Abgasnorm Euro 6d-ISC-FCM
Hubraum 1.998 ccm
Anzahl und Bauform Zylinder 4 in Reihe
Maximale Leistung kW / PS 110 kW / 150 PS bei 6.000 U/min
Max. Drehmoment 213 Nm bei 4.000 U/min
Getriebe Sechsgang-Schaltgetriebe
Tankinhalt 51 Liter
Beschleuningung 0-100 km/h 9,1 Sekunden
Höchstgeschwindigkeit 206 km/h
Norm-Verbrauch auf 100km 5,5 - 5,6 Liter
Verbrauch real auf 100km 7,2 Liter
Reifenmarke und –format des Testwagens Bridgestone Turanza 215/45 R18
Leergewicht 1.380 kg
Länge / Breite / Höhe 4.460 / 1.795 / 1.435 mm
Grundpreis 27.390 Euro
Testwagenpreis 33.260 Euro
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Text: Bernd Conrad
Bilder: Andreas Hof, Bernd Conrad
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