Volkswagen Connect Data Plug Was bringt das vernetzte Auto?

Erster Test von Volkswagen Connect im neuen T-Cross.

Kaum eine technische Entwicklung beginnt mit dem gefühlten großen Knall. Das Smartphone war als Nischenprodukt schon da, als Apple sein erstes iPhone vorstellte. Mit dem Start neuer Mobilfunktechnologien wie 3G, 4G und bald 5G wird nicht von heute auf morgen für alle ein Schalter umgelegt. Und auch das vernetzte Auto, dass in Zukunftsvisionen voll autonom und ständig mit allem und allen kommunizierend durch Megacitys stromert, kommt nicht plötzlich an einem Tag X mit quietschenden Reifen ums Eck.

Es ist nämlich in seinen Anfängen schon da. Mit allen offensichtlichen und weniger offensichtlichen Vor- und Nachteilen. Fahrer eines modernen BMW sollten mal nachfragen, welche Daten ihr Auto in regelmäßigen Abständen über die verbaute SIM-Karte an den Hersteller sendet. Hier werden die Anzahl der Sitzverstellungen (in der Ableitung die Zahl der verschiedenen Fahrer), ESP-Einsätze (Aufschluss über den Fahrstil), aber auch Navigationsziele und Telefonkontakte konserviert.

Andere Automarken, deren Autos „always on“ sind, dürften das genauso handhaben. VW bringt 2019 den überarbeiteten Passat mit fest verbauter SIM-Karte. Aber auch ein neues Connectivity-Tool mit dem neuen T-Cross, das aber auch mit fast allen Modellen der Marke und der Konzernschwestern ab Baujahr 2008 funktioniert.

Volkswagen Connect heißt der Service, den man mit einem Data Plug nutzen kann. Dieser Stecker findet seinen Platz in der OBD-Schnittstelle (On-Board-Diagnose) des Autos und sammelt hier Informationen über das Fahrzeug und die Nutzung.

Damit können für den Halter oder Nutzer relevante oder auch spielerische Inhalte wie Statistiken über die letzten Fahrten, die Dauer und Länge der Strecken oder die Tankkosten erfasst werden. Nützlich kann das für Autofahrer sein, die dienstliche Fahrten mit dem privaten PKW zurücklegen und diese dann mit dem Arbeitgeber abrechnen.

Fahrzeugdaten können vor einem Servicetermin oder im Pannenfall übermittelt und der Standort des Autos gesendet werden. Das hilft auch dem Fahrer. Wenn er das Auto in einer fremden Stadt, oder nach dem täglichen Laternenparkerkampf in einer der vielzähligen Seitenstraßen, abgestellt hat, kann er sich über die Smartphone-App den Standort des Autos anzeigen lassen und wird auf Wunsch direkt dorthin navigiert.

Wie das in der Praxis funktioniert, zeigt das Video. In einem weiteren Schritt will VW auch seine Finanzdienstleistungstochter mit in das Connect-Angebot einbeziehen. Dann kann man zum Beispiel weitere Fahrer für einen Tag mit versichern, was den Versicherungsschutz auch beim Einsatz des Autos in privaten Carsharing-Diensten ausweitet. Oder man könnte für einen Ausflug auf die Rennstrecke eine spezielle Versicherung online hinzubuchen.

Auch so ein Data Plug mit seinen Services, der im Falle von VW übrigens 39,50 Euro kostet, schon ein Teil dessen, was man unter dem Begriff des vernetzten Autos versteht. Wir sind also schon mittendrin, in der Zukunft. In der, wie in der Gegenwart gilt: Jeder kann selbst entscheiden, welche Daten er teilen will.

Hier geht es zum Fahrbericht des neuen VW-Cross mit Video .

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Text: Bernd Conrad
Bilder: Bernd Conrad