Volkswagen BUDD-e Das halbe Versprechen

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Volkswagen BUDD-e

Auf der CES (Consumer Electronics Show) in Las Vegas hat Volkswagen-Chef Herbert Diess heute die Konzeptstudie BUDD-e vorgestellt. Es ist das erste neue Fahrzeug, das die Wolfsburger seit dem großen Diesel-Knall zeigen. Als Elektroauto wirkt es wie ein Aufbruch: Die geläuterten Dieselschwindler haben dazu gelernt, sind gesenkten Kopfes zurück in ihre Büros und Werkstätten geschlichen und haben sogleich begonnen, endlich den Schalter umzulegen in Richtung elektrische Mobilität.

Ganz so ist es nicht. Eine Studie, die Anfang Januar gezeigt wird, ist natürlich schon lange vorher fertiggestellt worden, also zu einer Zeit, als „Dieselgate“ bei Volkswagen noch geheim gehalten wurde (werden konnte).

Volkswagen BUDD-e

Was wir sehen:

VW zeigt den dritten Versuch, die Bulli-Legende in das moderne Zeitalter zu transportieren. Auf den populären Namen „Microbus“ wird verzichtet, die genaue Erklärung für den Namen BUDD-e steht aber noch aus. Formal erinnert der ca. 4,60 Meter lange, 1,94 Meter breite und 1,83 Meter hohe Van (Radstand: stolze 3,15 Meter) erstaunlich stark an den Kia Soul.

Überraschend ist der große Kühlergrill des Elektroautos. Dazu aber später. Aufgebaut ist BUDD-e auf dem neuen Modularen Elektrobaukasten, der zum Beispiel auch die Basis für den kommenden Audi Q6 ist. Bis zu 533 Kilometer Reichweite sollen in den Batterien im Fahrzeugboden stecken, per Allradantrieb bringt BUDD-e bis zu 235 kW / 317 PS auf die Straße. Die Batterie soll innerhalb von 30 Minuten bis zu 80 Prozent aufgeladen werden können.

Volkswagen BUDD-e

Was wir hören:

Leider nicht viel außer typischen Concept Car – Floskeln. Der BUDD-e „ist ein realistischer Trendsetter“. Außerdem entwickelt VW „komplett neue und einzigartige Fahrzeug-Konzepte, speziell für die Langstrecken-Elektromobilität“. Alles nichts greifbares, nicht neues, oder?

Kommen wir nochmal zum Kühlergrill: Meiner Meinung nach sollte VW nicht der Versuchung erliegen, eine eventuelle Serienversion des BUDD-e auch mit Verbrennungsmotoren anzubieten. Die Reduzierung der Elektroversion als bloße Option, wie z.B. die Modelle u-Up und e-Golf, wird das Thema nicht ausreichend voranbringen.

Würde die Konzentration auf einen Elektrovan die Investitionen und Entwicklung und Fertigung nicht lohnen? Gegenfrage: Lohn(t)en die Dieselabsätze in den USA und Europa die möglichen Strafzahlungen und die teuren Rückrufe, vom Imageschaden ganz zu schweigen? Eben.

Volkswagen BUDD-e

Ein Elektrobus von VW sollte zudem mit speziellen Leasingprogrammen massiv in den Taximarkt gedrückt werden, je nach Wendekreis (eine Zulassungsbestimmung dort) könnte er auch als London-Taxi-Alternative positioniert werden. Eine abgeleitete Transporterversion wäre auch für Citykuriere und Lieferdienste interessant. VW, denkt nicht nur „Top-Down“: Ein rein elektrischer Phaeton mobilisiert ein paar reiche Chinesen. Ein lokal emissionsfreier Alltagsvan bewegt die Massen. Kia-Design hin oder her.

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Text: Bernd Conrad
Bilder: Hersteller