VW Tiguan Neu und doch vertraut

Auf der IAA vor acht Jahren (2007) stellte VW die erste Generation des Tiguan vor.

VW Tiguan

Auf der IAA vor acht Jahren (2007) stellte VW die erste Generation des Tiguan vor. Damals Neuland für die Marke, aber das Segment der kompakten SUV war schon ganz gut in Fahrt. Das sich diese Fahrzeuggattung bis heute zum wichtigsten Wachstumsmotor der Branche entwickeln würde, war damals noch nicht abzusehen. Die zweite Generation des Tiguan kommt also genau richtig.

Technisch und optisch stellt er keine große Überraschung dar. Wie jeder neue VW basiert er auf dem modellübergreifenden Baukasten für Technik und Infotainment. Das bedeutet, dass auch dieses Modell beim Assistenten- und Connectivity-Feuerwerk nun kräftig mitzündelt.

VW Tiguan

Auf den ersten Blick sieht der neue Tiguan sehr kompakt aus. Das ist vor allem ein Verdienst der sehr kurzen Überhänge, denn gewachsen ist die neue Generation alleine schon deshalb, um darunter Platz für ein Golf-SUV zu schaffen. Tiguan der Zweite streckt sich um sechs zusätzliche Zentimeter in die Länge, misst nun 4,49 Meter bei einer Breite von 1,84 Metern (ein Zuwachs um drei Zentimeter). Der Radstand wuchs auf 2,68 Meter (plus knapp 8), somit soll der Tiguan im Innenraum deutlich mehr Platz bieten als der Vorgänger. Die Passagiere dürfen auch mehr einpacken, Volkswagen verspricht mit 615 Litern (Vorgänger: 470 Liter) einen Kofferraum auf Großkombi-Niveau.

Viel Ladung nebst Passagieren will natürlich auch vom Fleck kommen. Am schnellsten geht das mit der Dieselsahneschnitte 2.0 Bi-TDI. Das famose 240 PS-Triebwerk findet seinen Weg unter die Tiguan-Haube. Zusammen mit einer neuen Wertigkeit im Interieur – nicht nur bei der Verarbeitung sondern auch bei der Optik – dürfte der Tiguan damit auch verstärkt im X3/GLC/A5-Revier auf Kundenfang gehen. Das Cockpit übernimmt er wieder von einem Schwestermodell. Während im Vorgänger der Golf Plus die Schalttafel spendierte, bedient sich der Tiguan diesmal beim Touran. Auch dort gefällt das Cockpit bereits.

VW Tiguan

Neben dem erwähnten Dieselhammer wird es natürlich auch gemäßigtere Motoren geben, allesamt alte Bekannte aus verschiedenen Konzernbraureihen:

  • 1.4 TSI mit 125 PS
  • 1.4 TSI mit 150 PS
  • 1.8 TSI mit 180 PS
  • 2.0 TSI mit 220 PS
  • 1.6 TDI mit 115 PS
  • 2.0 TDI mit 150 PS

Alle acht Antriebsoptionen sollen zum Marktstart im April 2016 verfügbar sein. Kurz darauf folgt der Tiguan GTE, der sein Messedebut in Frankfurt offiziell als Studie feiert. Der Plug-In-Hybrid ist der gleiche Baukasten wie im Passat GTE und Golf GTE, hier wie im großen Bruder mit einer Systemleistung von 218 PS. Zumindest die GTE-Studie trägt ein Solarpanel auf dem Dach, die den Elektromotor mit Strom für bis zu 500 Kilometer im Jahr versorgen soll.

Innen wird natürlich mit allem aufgetrumpft, was die Marke gerade zu bieten hat. Das digitale Instrumentendisplay gibt es genauso wie eine Head-Up-Option und alle relevanten Assistenten zum Spur- und Abstandhalten, Ein- und Ausparken oder Fußgänger-Nicht-Umfahren.

Den neuen Tiguan wird es auch wieder in einer Offroad-Version mit geänderter Frontpartie für einen größeren Böschungswinkel geben. Den Gegenpol stellt der Tiguan R-Line dar, der mit Spoilersatz und großen Alurädern eher zum Flanieren einlädt als zum Felsenklettern.

VW Tiguan

Preise und Details zur Ausstattung macht VW noch nicht, aber bis zum Marktstart vergeht ja wie gesagt noch ein halbes Jahr.

Abschließend bleibt zu sagen, dass der Tiguan sich erwartbar aber perfekt in die aktuelle VW-Modellpalette eingliedert. Das Design wirkt dynamischer ohne Effekthascherisch zu sein. Neben dem Touran stellt er die weniger raumgeile Alternative dar, wie es auch BMW mit X1 und 2er Gran Tourer gelungen ist. Gespannt sind wir jetzt schon auf die kommenden Tiguan-Versionen Coupé und Siebensitzer mit längerem Radstand.

Heute Abend findet die Premiere statt.

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Text: Bernd Conrad
Bilder: Hersteller