Citroën C4 und ë-C4 2021 (Gar nicht mal) so anders

Vor dem Marktstart im Januar 2021: Der neue Citroën C4 als Benziner und Elektroverison ë-C4 im Fahrbericht mit Video-Review.



Auch wenn es angesichts der aktuellen SUV-Schwemme und einer wohl digitalen Überforderung der potenziellen VW-Kundschaft aktuell nicht den Anschein hat: Es gab Zeiten, da galt der Golf das das Nonplusultra für Erfolg. Oftmals wurde versucht, das Rezept seiner Gefälligkeit zu kopieren. Was aber in Form von Autos wie dem Fiat Stilo oder Citroën Xsara nicht funktioniert hat. Auch der letzte Citroën C4 war kein Erfolg.

Citroën C4 und ë-C4 im Video

Das galt schon eher für den kleineren C4 Cactus, mit dem die französische Marke wieder mehr zu ihrem Charakter zurückfand. Das soll jetzt auch mit dem neuen Citroën C4 gelingen, der im Januar 2021 als Nachfolger des Cactus zu den Händlern rollt.

Für den neuen C4 nutzten die Ingenieure die Kleinwagenplattform des PSA-Konzern, CMP (Common Modular Platform) genannt. Sie trägt u.a. die Modelle Opel Corsa, Peugeot 208 / 2008 und den DS Crossback . Neben klassischen Verbrennern als Benziner und Diesel ist sie auch für den Einsatz eines Elektroantriebs ausgelegt.

Kompakter im SUV-Coupé-Stil

Citroen C4 e-C4 Test Fahrbericht Vergleich Fotos Video Preis

Auf eine Länge von 4,36 Meter streckt sich der neue Citroën C4. Außerdem ist der mit 1,52 deutlich höher als viele Mitbewerber. Gleichzeitig überrascht der C4 mit einem flach abfallenden Dach. Am ehesten fällt dem Betrachter da die Vokabel „SUV-Coupé“ ein. Mancher fühlt sich an Toyota Prius und Mitsubishi Eclipse Cross erinnert.

Er macht dich schmutzig

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An ein SUV erinnert zumindest der Einstieg – auf negative Art und Weise. Die Schweller sind nicht nur hoch, sondern auch sehr breit. Man muss also förmlich ins Auto hineinklettern und dabei aufpassen, sich kein schmutziges Hosenbein zu holen.

Im Fond sitzt es sich mit ausreichend Beinraum sehr bequem. Die Dachform schränkt aber Kopffreiheit und Blickfeld für große Passagiere ein. Mit zwei USB-Buchsen und Lüftungsdüsen für die Mitfahrer im Fond zeigt der C4 mehr Praxistalent.

Ab der Basisvariante mit dem Namen Feel fährt ein zehn Zoll großes Infotainment-Display im Cockpit mit. Grafiken und Menüstruktur sind aus vielen PSA-Modellen bekannt. Die Fahrzeugeinstellungen und das Hauptmenü lassen sich durch ablenkungsfreie Tasten aufrufen, außerdem gibt es einen physischen Drehregler für das Audiosystem.

Hinter dem Dreispeichenlenkrad blickt man auf digitale Instrumente, das Display misst 5,5 Zoll in der Diagonale. Die zweite Ausstattungslinie, Feel Pack genannt, klappt nach dem Motorstart zudem die Kunststoffscheibe zur Anzeige eines Head-up Displays aus.

Tablet-Halterung serienmäßig

Eine Frische Idee wartet vor dem Beifahrer. Damit sind nicht das große Handschuhfach mit seiner schier unendlichen Tiefe oder die Schublade darüber gemeint, sondern ein serienmäßiger Tablet-Halter. Er kann starr für unterschiedliche Geräte oder für das Apple iPad Air bzw. das Samsung Tab A 10,5 mit einer flexiblen Halterung bestellt werden. Eine Schutzhülle um das Gerät sorgt dafür, dass der Fahrer nicht abgelenkt wirkt.

Weniger durchdacht wie die digitale Ausstattung wirkt die Sitzposition hinter dem Lenkrad. Der Fußraum ist sehr kurz, was bei längeren Beinen für eine leicht froschige Position sorgt. Das ist schade, denn ansonsten gefallen die Sitze mit viel Komfort – optional auch mit „Advanced Comfort“-Funktionen wie dickerer Polsterung und Massagefunktion.

Elektro, Benziner oder Diesel

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Zum Markstart im Januar 2021 fährt der neue Citroën C4 als PureTech-Benziner mit 131 PS, als gleichstarker Diesel, sowie als ë-C4 genannte Elektroversion zum Händler. Kurz danach folgen zwei weitere Benziner mit 102 und 155 PS sowie ein 102 PS starker Basisdiesel.

Wir starten die Testfahrten mit dem Citroën C4 PureTech 130, der in der höchsten Ausstattungslinie Shine vorfährt. Die Lackfarbe heißt Karamell-Braun und ist übrigens die einzige Farbe für den C4, die keinen Aufpreis kostet.

So fährt sich der Citroën C4

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Der Dreizylinder-Benziner mit 1,2 Litern Hubraum verrichtet im Citroën C4 einen ordentlichen Job. Sofern man ihn nicht bei hohen Drehzahlen ausquetscht, bleibt er akustisch im Hintergrund. Mit einem maximalen Drehmoment von 230 Newtonmetern ist er ausreichend kräftig, um den mit Optionen knapp 1,5 Tonnen schweren Franzosen voranzubringen. Im Testwagen ist die optionale Achtgang-Wandlerautomatik eingebaut. Sie dürfte die bessere Wahl für den C4 sein, kostet ab 2.000 Euro mehr als das manuelle Getriebe (alle Preise mit 19 Prozent Mehrwertsteuer).

Die Federung des neuen Citroën C4 kommt dem Komfortversprechen der Marke nach. Die Dämpfer haben hydraulische Anschläge, sowohl auf der Zug- als auch auf der Druckseite. Damit gelingt eine gleichmäßig sanfte Abfederung von Unebenheiten, ohne dass das Auto zu weich wird und für empfindliche Mägen zu sehr nachschwingt.

Die Aussicht nach vorne ist gut, hinten versperren dicke C-Säulen und die durch den Heckspoiler zweigeteilte Scheibe die Sicht.

Der Citroën ë-C4 im Vergleich

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Umstieg in den elektrischen ë-C4, auf den Bildern das Auto im hellen „Island-Blau Metallic“. Der Konzernbaukasten wirft auf ihm den maximal 100 kW (136 PS, im Sport-Modus) starken Elektromotor unter die Haube. Er wird von der bekannten 50 kWh-Batterie im Fahrzeugboden gespeist, die für eine Reichweite von 350 Kilometern nach WLTP-Norm sorgen soll.

Gleiches Platzangebot im ë-C4

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Trotz des Akkupakets im Fahrzeugboden gibt es weder im 380 Liter großen Kofferraum noch beim Sitzkomfort Unterschiede zu den Verbrennermodellen.
Das deutlich über 200 Kilogramm höhere Leergewicht lässt den Elektro-Franzosen im direkten Vergleich mit dem Benziner satter auf der Straße liegen, in seltenen Fällen wirkt die Dämpfung spürbar straffer. Aber gerade mit dem leisen Elektroantrieb ist der C4 ein komfortables Auto, weil der fehlende Motorsound de Ohren schmeichelt wie die optionale Sitzmassage dem Oberkörper. Eine Wärmepumpe sorgt schnell und effizient für gutes Klima im Innenraum.

Wem die Reichweite, die im realen Verkehr bei gut 300 Kilometern liegen dürfte, ausreicht, muss beim ë-C4 nur bei der Anhängelast Abstriche in Kauf nehmen. Er hat nämlich keine, während Benziner und Diesel immerhin 1.200 Kilogramm an den Haken nehmen dürfen.

Dem Elektro-C4 reicht ein Kabel. Wird er über CCS am Schnelllader mit Strom bepackt, dann kann mit bis zu 100 kW Ladeleistung in einer halben Stunde der Akku auf 80 Prozent gefüllt werden. Wechselstrom kann der Citroën serienmäßig dreiphasig bis maximal 11 kW laden. An der entsprechenden Wallbox oder Ladesäule muss dann mit fünf Stunden kalkuliert werden.

Das kostet der neue C4

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Bevor das 102 PS-Basismodell zu Preisen ab 19.790 Euro starten wird, ist der Citroën C4 PureTech 130 Feel für 23.940 Euro der Einstieg in den neuen C4, das Automatikmodell kostet ab 25.940 Euro.

Der elektrische Citroën ë-C4 steht in der gleichen Ausstattungslinie ab 34.640 Euro in der Preisliste, bringt als zusätzliche Ausstattung unter anderem die Verkehrszeichenerkennung und 18-Zoll-Leichtmetallfelgen mit.

Nach Abzug der Umweltprämie von insgesamt 9.570 Euro (inklusive 19 Prozent Mehrwertsteuer auf den Herstelleranteil) sinkt der Preis auf 27.070 Euro. Nur 1.130 Euro teuer also als der Automatik-Benziner, zudem vorerst von der KFZ-Steuer befreit und bei der Nutzung als Firmenwagen mit 0,25 Prozent vom Listenpreis zu versteuern. Dabei muss aber bedacht werden, dass Citroën-Händler mit Rabatten eher großzügig umgehen und vor allem die Verbrenner mit günstigen Hauspreisen locken dürften.

Fazit

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Anders ist richtig. Citroën war gut beraten, mit dem neuen C4 einen untypischen Weg in der Kompaktklasse einzuschlagen. Der C4 wird mit seinem Design polarisieren. Defizite in der Alltagstauglichkeit sind dem Karosseriekonzept geschuldet, nicht dem Aufbau auf der Kleinwagenplattform des Konzerns. Die sorgt aber für verhältnismäßig günstige Preise.

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Nicht nur der ausreichend starke Benziner mit 130 PS empfiehlt sich als Allrounder. Das gelingt auch dem elektrische ë-C4. Fahrkomfort und Bedienkonzept erfüllen alle Ansprüche potenzieller Kunden. Zudem wirkt er einfach moderner - und gilt auch damit als Empfehlung.

Verrückt ist beim Citroën C4 aber vor allem: Selten war ein Auto so exzentrisch und für manche emotional im Auftritt, um dann so normal zu wirken. Normaler als ein Golf. Was in diesen Zeiten nicht für den Klassenprimus spricht.

Technische Daten

Citroën ë-C4 // C4 PureTech 130

Hubraum // 1.199 ccm
Anzahl und Bauform Zylinder // 3 in Reihe
Maximale Leistung kW / PS 100 kW (136 PS) // 96 kW / 131 PS bei 5.500 U/min
Max. Drehmoment 260 Nm // 230 Nm bei 1.750 U/min
Getriebe Eingang-Reduktionsgetriebe // Achtgang-Automatik
Batterie 50 kWh Lithium-Ionen (ë-C4)
Beschleuningung 0-100 km/h 9,7 Sekunden // 10,2 Sekunden
Höchstgeschwindigkeit 150 km/h // 210 km/h
Norm-Verbrauch kWh / 100 km 16,6 kWh (ë-C4)
Norm-Verbrauch auf 100km 4,8 Liter (PureTech 130)
Leergewicht 1.616 - 1.694 kg // 1.353 - 1.436 kg
Anhängelast (gebremst) n/a // 1.200 kg
Länge / Breite / Höhe 4.355 / 1.800 / 1.525 mm (ë-Ce 1.520 mm hoch)
Grundpreis 34.640 Euro // 25.940 Euro
Testwagenpreis 40.830 Euro // 32.590 Euro
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Text: Bernd Conrad
Bilder: Matthias Gill, Bernd Conrad
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