DFSK Fengon 7 Der weiße Riese

Exklusiv: Der neue DFSK Fengon 7 im ersten Fahrbericht mit Video-Review.



Bescheidenheit sieht anders aus. Europa-Importeur Indimo Automotive erweitert das Modellprogramm der chinesischen Marke DFSK (Dongfeng Sokon Motors) im Herbst 2021 um das SUV-Topmodell Fengon 7. Hinter dieser schlichten Typbezeichnung versteckt sich (sofern ihm das gelingt!) ein 4,93 Meter großes SUV im klaren, modernen Design mit jeder Menge Platz. AUTONOTIZEN konnte schon jetzt erste Testfahrten mit einem ersten Exemplar des Fengon 7 auf deutschen Straßen unternehmen.

Der DFSK Fengon 7 im Video

Die großen 20-Zoll-Felgen, die in den GoodYear Eagle – Reifen stecken, wirken am weißen Riesen fast schüchtern. Die Linienführung des Fengon 7 mit dem markentypischen Grill und den breiten Scheinwerfern, die man so ähnlich auch vom kompakteren SUV-Coupé DFSK Fengon 5 kennt, ist von zurückhaltender Natur. Somit ist der Chinese zwar omnipräsent, aber nicht marktschreierisch.

Das Interieur sorgt für den nächsten Aha-Effekt. Weiche Kunststoffe und (Kunst-)Lederverkleidungen überraschen, im Vergleich zu vielen europäischen Mitbewerbern, schon in den Türverkleidungen. Auch das Cockpit ist ordentlich verarbeitet und bietet dabei eine angenehme Haptik.
Digitale Instrumente, die aber nicht in verschiedenen Ebenen konfigurierbar sind, und ein 12,3 Zoll großes Infotainment-Display sind serienmäßig. Die Bedienung erfolgt über einen reaktionsfreudigen Touchscreen oder einen Dreh-Drück-Steller in der Mittelkonsole.

Das Navi sucht noch die Orientierung

Der Testwagen war noch mit Software für den chinesischen Markt bestückt, die Navigation somit orientierungslos. Auch eine Smartphone-Integration via Apple CarPlay oder Android Auto ist nicht möglich. Das dürfte wohl auch bei den Serienmodellen für den europäischen Markt so bleiben, wie ein Blick in die existierende Indimo-Modellpalette zeigt. Ein neues Navigationssystem wird aufgespielt, aber die Radiosender müssen über die Frequenz anstelle des Sendernamens eingestellt werden. Eine Bluetooth-Schnittstelle erlaubt Telefonieren und das Abspielen von Musikdateien oder Streamingdiensten über das Smartphone.

Zur kompletten Serienausstattung des DFSK Fengon 7 zählen auch eine 360-Grad-Rundumsich mit mehreren Kameras sowie ein Head-up-Display, das seine Informationen direkt auf die Windschutzscheibe spiegelt. Mit einer Taste links vom Lenkrad lassen sich die Inhalte dieser Anzeige auswählen, womit man bei Bedarf auch ein reduziertes Bild mit der Konzentration auf das aktuelle Tempo nutzen kann.

Fahrer und Beifahrer nehmen auf elektrisch verstellbaren Sitzen Platz. Deren Sitzfläche ich angenehm groß. Die Lehnen wurden aber arg schmal geschnitten und verjüngen sich nach oben hin. Große Europäer waren hier nicht im Fokus der Entwickler.

Viel Platz im Fond

DFSK Fengon 7 Test Fahrbericht Preis Händler 2021

Die Platzverhältnisse sind aber formidabel. Das gilt erst recht für die zweite Sitzreihe. Trotz serienmäßigem Panorama-Schiebedach herrscht auch für Sitzriesen kein Mangel an Kopffreiheit. Auch Beine und Schultern fühlen sich luftig untergebracht. Ein ebener Boden verschafft sogar dem Passagier in der Mitte eine menschenwürdige Sitzposition, da er seine Füße nicht um einen Mitteltunnel herumfalten muss.

Sieben Sitze serienmäßig

DFSK Fengon 7 Test Fahrbericht Preis Händler 2021

Die Rücksitzbank ist nicht nur in der Länge verstellbar, auch die Lehnenneigung lässt sich justieren. Außerdem kann man die vorklappen, um die ebenfalls serienmäßigen Sitze sechs und sieben zu entern. Auch die DFSK-Konstrukteure können aber nicht zaubern: Hier hinten halten es nur kleinere Kinder länger als ein paar Minuten aus.

Wenn man die dritte Sitzreihe im Boden versenkt, bleibt ein mit 450 Litern durchschnittlich großer Kofferraum. Bei Nichtgebrauch verschwindet das Abdeckrollo klapperfrei unter dem doppelten Ladeboden. Wird auch die zweite Sitzreihe weggeklappt, stehen 1.893 Liter Ladevolumen zur Verfügung. Der Boden steigt dann aber stark an. Störrische Teppichecken und eine beim Aufstellen sehr schwere Rücksitzlehne lassen noch Raum für Verbesserungen im Finish.

Die Heckklappe schließt – man ahnt es schon – serienmäßig elektrisch. Mit Druck auf den Startknopf meldet sich der Benziner zum Dienst. Unter der Motorhaube steckt ein zwei Liter großer Turbo-Benziner mit vier Zylindern. Er leistet 162 kW / 220 PS und versammelt ein maximales Drehmoment von 355 Newtonmetern. Verwaltet werden sie von einer Wandlerautomatik mit sechs Stufen.

Der Fahreindruck

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Das über zwei Tonnen schwere SUV wird von diesem Antrieb fix vorangetrieben. Gut gedämmt arbeitet der Benziner auch beim zügigen Beschleunigen ohne großes Aufheben. Bei hohen Drehzahlen kann er seine Anwesenheit natürlich nicht verleugnen, aber auch dann wird er nicht vorlaut. Vibrationen? Fehlanzeige.

Das hohe Gewicht und der permanente Allradantrieb, den man bei Bedarf auf 2WD umschalten kann, treiben den Verbrauch in die Höhe. Nach WLTP-Norm wird ein Wert von 9,2 Litern angestrebt. Nach dem Testtag standen knapp über zehn Liter je 100 Kilometer „auf der Uhr“. Ein Sparsamkeitsmeister dürfte der DFSK Fengon 7 also nicht werden.

Selbst auf schlecht ausgebauten Nebenstrecken überzeugt das Fahrwerk. Eine straffe Grundnote prägt den Charakter der Federung, aber auch Querfugen oder Schlaglöcher bringen nie Unruhe in den Aufbau oder den Innenraum.

Das kostet der DFSK Fengon 7

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35.990 Euro soll der große Chinese kosten, wenn er ab Herbst bei einem der rund 180 Indimo-Händler in Deutschland steht. Dieser Betrag ist eine deutliche Ansage an die Konkurrenz. Asiatische Modelle der gleichen Größenordnung wie der Hyundai Santa Fe oder sein Konzernbruder Kia Sorento sind schon in der Basis einen fünfstelligen Betrag teurer.

Dazu kommt die komplette Serienausstattung des Chinesen. Neben LED-Lichtern an Front und Heck, dem Panoramadach, Head-up Display, 360-Grad-Kamera und schlüssellosem Zugang bietet er auch eine Lederausstattung, sieben Sitze und eine Dashcam im Fuß des Innenspiegels. Optionen wird es nur in Form einer Anhängerkupplung und der Farbwahl (Weiß oder Schwarz) geben.

Bei den Fahrassistenten wurde nachgelegt. Verkehrszeichenerkennung, Spurhalteassistent und eine adaptive Geschwindigkeitsregelanlage gehören um Fengon 7, ebenso Bergan- und Bergabfahrkontrolle. High-Tech-Extras wie adaptive Scheinwerfer oder aktive Totwinkelwarner mit Gegenlenkfunktion sind für ihn aber nicht lieferbar.

Fazit

DFSK Fengon 7 Test Fahrbericht Preis Händler 2021

Schon der kleinere DSFK Fengon 5 sorgt für anerkennende Blicke und stete „was ist denn das für ein Auto?“-Fragen. Das gilt auch für den optisch stilsicheren Fengon 7. Wer ein großes Auto mit viel Platz für die Familie und immerhin 2.500 kg Anhängelast sucht, kann mit dem China-SUV ein Schnäppchen machen. Vorausgesetzt, bis zum Marktstart wird das Infotainment „europäisiert“. Aber das sollte doch machbar sein, oder? Eine Frage, unbescheiden wie das Auto.

Technische Daten

DFSK Fengon 7

Hubraum 2,0 Liter
Anzahl und Bauform Zylinder 4 in Reihe
Maximale Leistung kW / PS 162 kW / 220 PS
Max. Drehmoment 355 Nm
Getriebe Sechsgang-Automatik
Tankinhalt 70 Liter
Höchstgeschwindigkeit 200 km/h
Norm-Verbrauch auf 100km 9,2 Liter (geplant)
Verbrauch real auf 100km 10,0 Liter (lt. Bordcomputer)
Reifenmarke und –format des Testwagens GoodYear Eagle F1 245/50 R20
Leergewicht 2.070 kg
Anhängelast (gebremst) 2.500 kg
Länge / Breite / Höhe 4.930 / 1.935 / 1.765 mm
Grundpreis 35.990 Euro
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Text: Bernd Conrad
Bilder: Andreas Hof, Bernd Conrad