Opel Grandland 1.2 Turbo Satz ohne X

Erste Fahrt im neuen Opel Grandland. Was kann die Basis mit 130 PS starkem Benziner?



Unter dem Begriff Facelift muss der verdutzte Betrachter oft marginale Änderungen in Form neuer Kühlergrillgitter oder neuer Felgendesigns verstehen. Vor allem sehr erfolgreiche Modelle werden meist nur sehr behutsam gepflegt. PR und Marketing sorgen für den Trommelwirbel, die Kunden kaufen weiterhin, was ihnen gefällt.

Nachdem der Opel Grandland X seit Herbst 2017 international über 300.000-mal und in Deutschland 70.000-mal verkauft wurde, hätte man auch hier dezentes Make-up erwarten können. Stattdessen fährt das kompakte SUV „made in Eisenach“ mit einem komplett neuen Gesicht vor. Die Logik dahinter: Wenn Mokka und in Kürze der neue Astra das frische Opel-Gesicht tragen, sollen auch die anderen SUV der Marke mitspielen. Der kleinere Crossland wurde bereits überarbeitet, jetzt folgt der Grandland. Auch ihm fehlt künftig das sperrige X im Modellnamen.

Es werde (mehr) Licht

Die Front ziert eine "Vizor" genannte schwarze Kühlerblende, Unter ihr reicht der Platz noch für einen kleinen Kühllufteinlass. Die neugezeichneten Scheinwerfer mit markentypischer LED-Leiste für Blinker und Tagfahrlicht sind flacher als bisher. LED-Technologie ist auch hier serienmäßig. Je nach Ausstattung optional ist das IntelliLux genannte Scheinwerfersystem mit künftig 84 statt bisher Pixeln pro Scheinwerfer.

Damit lassen sich unterschiedliche Lichtprogramme für schlechtes Wetter, Autobahn- oder Stadtfahrten besser darstellen. Auch ein Fernlichtassistent, der den Gegenverkehr gezielt ausblendet, gehört zum Paket. Die Retuschen am Heck fallen dezenter aus. Hier sticht der große Modellschriftzug ins Auge.

Neues Cockpit im Mokka-Stil

Opel Grandland GS Line Test Fahrbericht 2021

Mehr als ein typisches Facelift zeigt der Opel Grandland auch innen. Die obere Hälfte der Armaturentafel wurde komplett neu gezeichnet. Auch hier folgt der größere Bruder dem Weg des Mokka. Digitale Instrumente hinter dem Dreispeichenlenkrad sowie ein bis zu zehn Zoll großes Infotainmentdisplay bilden eine breite Monitorlandschaft.

Für die ersten Testfahrten stand der Opel Grandland in der neuen Ausstattungslinie GS Line bereit. Sie soll mit schwarzen Details für einen dynamischen Auftritt sorgen. Unter der Motorhaube des Testwagens fiel die Wahl auf das Basismodell in Form eines 1,2 Liter großen Dreizylinder-Benziners.

Wie die EMP2 genannte Plattform ist auch der Antrieb bekannte Stellantis-Konzernware. Nach dem Kaltstart wirkt der Basismotor kurz knurrig, was sich bald legt. Mit dem serienmäßigen Sechsgang-Schaltgetriebe (Achtgang-Automatik auf Wunsch) treibt er den Opel Grandland ausreichend, aber doch eher gemütlich voran. Vibrationen sind nicht zu spüren und solange sich die Drehzahlen im Rahmen halten, dringt auch kein lautes Verbrennergeräusch in den Innenraum. Lediglich bei starker Beschleunigung und damit einhergehenden hohen Drehzahlen wird der Dreizylinder laut.

Beim entspannten Einsatz über Landstraßen und durch Ortschaften sowie bei Richtgeschwindigkeit auf der Autobahn pendelt sich der Verbrauch bei 6,9 Litern je 100 Kilometer ein. Damit liegt der Grandland 1.2 Turbo im guten Klassendurchschnitt. Der Nissan Qashqai mit 140 PS genehmigte sich im Test 7,3 Liter.

Zur ruhigen Gangart erzieht nicht nur der Motorklang, sondern auch die Führung des langen Schalthebels durch ebenso lange Gassen. Schaltfaules Gleiten liegt Mensch und Maschine also besser. Mit ab 1.750 U/min anliegenden 230 Newtonmetern Drehmoment gelingt das auch ganz gut.

Viel Platz für die Passagiere

Opel Grandland GS Line Test Fahrbericht 2021

Laut Preisliste gibt es den Opel Grandland GS Line ausschließlich mit einem sieben Zoll großen Display für die Instrumente. Im Testwagen steckte aber dennoch die größere Ausbaustufe mit 12 Zoll Bildschirmdiagonale. Die Anzeigen lassen sich über einen Regler als linken Lenkstockhebel einstellen und konfigurieren. Auch eine farbige Navigationskarte lässt sich somit hinters Lenkrad projizieren, was der Übersicht für den Fahrer guttut.

Der Touchscreen in der Mittelkonsole kommt ebenfalls aus dem Stellantis-Regal. Auch im Opel Grandland lassen sich die Klimaeinstellungen über Felder am linken und rechten Rand direkt anwählen. Damit geht aber ein Teil der Displaygröße für die Anzeigen von Routenführung oder Audioprogramm verloren. Das ist unverständlich, weil die Klimaautomatik nach wie vor ihr separates Bedienelement behielt.

Die Tastenleiste für die wichtigsten Menüpunkte und der Drehregler für die Audiolautstärke beweist eine gute Nutzerorientierung. Auf der Habenseite hat der Opel Grandland auch weiterhin einen geräumigen Fond mit guter Sitzhöhe und viel Kopffreiheit sowie ein absolut ausreichendes Kofferraumvolumen von 514 Litern bei aufgestellter Lehne der Rücksitzbank.

Das kostet der Opel Grandland

Opel Grandland GS Line Test Fahrbericht 2021

Der Einstieg in die überarbeitete Modellreihe gelingt mit dem 130-PS-Benziner bei 28.440 Euro. Der Grandland GS Line bringt neben optischem Zierrat und 18-Zoll-Felgen auch weitere Optionen wie eine Mittelarmlehne im Fond mit Durchreiche, elektrisch anklappbare Außenspiegel, Einparksensoren und Rückfahrkamera mit. Sein Basispreis liegt bei 32.250 Euro.

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Opel Grandland GS Line Test Fahrbericht 2021

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Fazit

Opel Grandland GS Line Test Fahrbericht 2021

Operation gelungen! Mit dem neuen Gesicht wirkt der Opel Grandland frisch und selbstbewusst. Auch das neue Cockpit bringt das erfolgreiche Kompakt-SUV weiter in die Moderne. Neben den beiden Plug-in Hybriden (dazu bald mehr) dürfte vor allem der Benziner Stückzahlen bringen.
Er empfiehlt sich für Fahrer ohne große Eile. Dann bleiben Geräuschniveau und Verbrauch im Rahmen. Nach wie vor verbucht der Opel Grandland sein großzügiges Raumangebot und faire Preise auf seinem Konto.

Technische Daten

Opel Grandland 1.2 Turbo GS Line

Abgasnorm Euro 6d
Hubraum 1.199 ccm
Anzahl und Bauform Zylinder 3 In Reihe
Maximale Leistung kW / PS 96 kW / 130 PS bei 5.500 U/min
Max. Drehmoment 230 Nm bei 1.750 U/min
Getriebe Sechsgang-Schaltgetriebe
Tankinhalt 53 Liter
Beschleuningung 0-100 km/h 10,1 Sekunden
Höchstgeschwindigkeit 188 km/h
Norm-Verbrauch auf 100km 5,0 - 5,4 Liter
Verbrauch real auf 100km 6,9 Liter
Reifenmarke und –format des Testwagens Michelin Primacy 4 225/55 R18
Leergewicht 1.431 kg
Anhängelast (gebremst) 1.400 kg, Stützlast 70 kg
Länge / Breite / Höhe 4.477 / 1.906 / 1.630 mm
Grundpreis 32.250 Euro
Testwagenpreis 36.470 Euro
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Text: Bernd Conrad
Bilder: Bernd Conrad
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