Maserati Mistral

Maserati Mistral Ausziehen, Anschauen, Fummeln.

1:47 Min.

Garagen-Date mit einem Klassiker.

Noch sind nicht alle Hüllen abgelegt...

Eine Garage wie viele andere auch. Drei Autos parken darin, eines auf einer Hebebühne. Was wie profaner Alltag einer Schrauberwerkstatt klingt, ist für Autofans und Ästheten ein Fest der Sinne. Doch überfliegen wir zuerst kurz die Geschichtsbücher.

In den 1950er Jahren war Maserati auf den Rennstrecken dieser Welt sehr erfolgreich, 1957 gewann der Dreizack mit Juan Manuel Fangio gar die Formel 1 Weltmeisterschaft.

...doch er zeigt sich in voller Pracht: So wie Pietro Frua ihn erschaffen hat.

Der Ruhm zog sich bis ins nachfolgende Jahrzehnt. Nach den ersten Straßenmodellen 3500 GT/GTI, 500O GT und Quattroporte wurde 1963 der 3500 GT 2posti vorgestellt, von Anfang an besser bekannt unter dem erst ab 1966 offiziellen Namen Mistral. Ganz nebenbei begründete dieses Modell die Maserati-Tradition, Modelle nach Winden zu benennen.

Sechs richtige: Sechszylinder mit zwei Zündkerzen je Brennraum.

An einem verregneten Frühsommertag bot sich mir die Gelegenheit einer besonderen Strip-Performance. Garagen-Date mit einem 1964er Mistral. Komplett restauriert und in einem Zustand zum Niederknien. In der Original-Farbe nachlackiert und handwerklich top.

So ist es halt mit der Erotik. Mit leicht geöffneten Beinen klappt es. Dann passt auch der 1,92m-Autor hiner das Lenkrad des Mistral.

Da verzeihen wir die Nachwehen der Bypass-Operation. Unter der Motorhaube (mit lederner Dämmmatte!) steckt der 4,0 Liter-Motor mit 255 PS, wie ihn der Mistral erst ab 1966 als Option bot. 1964 warteten Brennräume im Volumen von 3,7 Litern auf die Entfesselung von 235 Pferdestärken. Mit dem Mistral ging auch die Ära der Reihensechszylindermotoren bei Maserati zu Ende.

828 Coupés sind bis 1970 entstanden. Dieses entblößte sich nun wenig schüchtern vor meiner Kameralinse und bot tiefe Einsichten. Und eines ist klar. Ich komme wieder…für mehr…

Ja, ein 'aktives Info-Display'. Und herrlich analog.

Heute sind sie bei VW stolz auf ihre Falzen. Maserati dengelte das schon 1964 in Stahlblech und Aluminium.

Text: Bernd Conrad