Das Elektro-Dreirad Fiat Tris im ersten Check mit Sitzprobe, auch im Video-Review.
Vespa-Produzent Piaggio hat den Miniatur-Transporter Ape auf Roller-Basis aus dem (europäischen) Programm genommen, anstatt ihn zu elektrifizieren. Fiat Professional, der Transporter-Arm der italienischen Marke, hat im gleichen Atemzug gezeigt, wie es gehen kann. Fiat Tris heißt das neue Elektro-Dreirad für den Gütertransport auf der ersten und letzten Meile. 2027 soll die Nutzwert-Lösung für die erste und letzte Meile im urbanen Lieferverkehr auch in Deutschland zu haben sein.
Erste Sitzprobe
Der Lithium-Ionen-Akku mit 6,9 kWh Speicherkapazität soll eine Reichweite von 90 Kilometern ermöglichen, die je nach Zuladung (Nutzlast 430 kg) sinken kann. Das Batteriepaket stammt aus dem auch bei uns verkauften Leichtfahrzeug Fiat Topolino. Geladen wird über herkömmliche Haushaltssteckdosen, ein Typ-2-Anschluss ist nicht vorgesehen. Der 48-Volt-Motor leistet bis zu 9 kW (12 PS), er beschleunigt den Tris auf 45 km/h. Damit ist der Fiat Tris, wie auch der Topolino, bei uns als L6e-Fahrzeug zulassungsfähig und kann mit dem AM-Führerschein bereits ab einem Alter von 15 Jahren gefahren werden.
Das Dreirad ist 3,17 Meter lang, der Wendekreis ist mit nur 6,10 Metern klein genug für enge Gassen in Städten oder auf einem Fabrikgelände. Das konnten wir noch nicht testen, aberim Rahmen der Messe IAA Transportation in Hannover immerhin zur Sitzprobe einsteigen. Hier zeigte sich der Fiat Tris mit optionalen Türen, die etwas Wetterschutz und Privatsphäre für den Fahrer im einsitzigen Füherhaus bieten. Auch als 1,92 Meter großer Mensch passt man gut auf den ungepolsterten Sitz. Die Zeit bis zum nächsten Ladestopp lässt sich im Tris locker aushalten.
Ein klassisches Auto-Cockpit gibt es nicht, der Tris-Pilot befehligt die Fahrtrichtung mit einem Lenker. Mit Dreh am rechten Griff wird beschleunigt, gebremst mit einem Pedal am Boden. Alle Informationen für den Fahrer werden auf einem 5,7 Zoll großen Display dargestellt. Angaben von Fiat zufolge erfüllt der Tris mit einem Dreipunkt-Gurten, LED-Scheinwerfern und Wischwasser-Tank alle nötigen Elemente für eine Homologation in der EU. 2027 soll der Kleinsttransporter auch bei uns auf dem Markt kommen. Neben der Grundversion mit Pritsche kann das Fahrgestell auch für Kofferaufbauten verwendet werden. Große Hotelanlagen dürften sich auf eine Serienversion des Tris Dolce Vita mit Rücksitzen freuen. Wir vermuten, dass es nicht allzulange dauern dürfte, bis Spezialisten auch einen Aufbauten als Mini-Food-Truck oder Kaffeemobil auf das Tris-Fahrwerk setzen. Preise sind noch nicht bekannt, wir vermuten einen Start bei rund 9.500 Euro inklusive Mehrwertsteuer für das Basismodell in Deutschland. In Marokko kostet der Fiat Tris ab etwa 6.000 Euro.
Fazit
Fiat Professional bringt mit dem Tris ein Elektro-Dreirad als L6e-Leichtfahrzeug für den Warentransport auf kurzen Strecken. So hätte man sich auch eine elektrische Ape vorstellen können. Fiat hat den Tris jetzt in Marokko, wo er auch gebaut wird, zu den Händlern gestellt. 2027 soll der Kleinst-Transporter auch in Europa und somit auch in Deutschland zu haben sein.
Der Fiat Tris im Video