Nissan Pixo (2027)

Nissan Pixo (2027) Made in Europe, ab 19.990 Euro

5:15 Min.

Bruder von Dacia Spring und Renault Twingo: Der Nissan Pixo im Check mit Sitzprobe, auch als Video-Review.

Der neue Nissan Pixo wiederholt die Kleinstwagen-Geschichte der japanischen Marke. Im Zeitraum von 2009 bis 2013 gab es schon einmal einen Fünftürer im A-Segment namens Pixo. Er wurde nicht in Japan gebaut, sondern entstand als Produkt einer Kooperation mit Suzuki (Alto) in Indien. Der neue Nissan Pixo, der Anfang 2027 zu den Händlern kommt, ist abermals kein echter Japaner. Wie der Micra, der auf dem R5 aufbaut, ist der neue Kleine das Ergebnis einer Zusammenarbeit mit Renault.

Das vierte Elektroauto im aktuellen Nissan-Programm wurde gemeinsam mit dem Renault Twingo und dem Dacia Spring entwickelt. Wie die beiden Brüder läuft der Pixo in Novo Mesto vom Band. Die für die Elektroauto-Produktion umfassend modernisierte Fabrik in Slowenien konnten wir bereits besuchen .

Was unterscheidet den Pixo vom Twingo?

Optisch ist die Verwandtschaft zum Renault Twingo deutlich zu erkennen. Die Grundform der Karosserie mit der schrägen Windschutzscheibe und dem markanten Rahmen um das Fenster an der Heckklappe wurden von den Nissan-Designern beibehalten. Die Front mit der runden Haube und den Kotflügeln ist höher als beim Twingo, der Pixo verzichtet auf das Van-artige „One-Box-Design“. Passend zum Namen zeigen die LED-Elemente in den Scheinwerfern eine Pixel-Grafik. Auch das Heck wirkt voluminöser als das des Twingo.

3.796 Millimeter lang ist der Nissan Pixo, er misst also gerade einmal sieben Millimeter mehr als der Renault. Das Kofferraumvolumen wird mit 356 Litern angegeben, inklusive dem Kellerabteil mit Platz für das Ladekabel. Die Rücksitze sind einzeln verschiebbar. Unsere erste Sitzprobe zeigt: Wenig überraschend entspricht das Platzangebot für Gepäck und Menschen dem des Twingo, auch die Sitze sind identisch. Das Labekabel findet seinen Platz im Raum unter dem doppelten Ladeboden, der auch im Pixo praktischerweise zweigeteilt ist.

Der Nissan Pixo im Video

Hinter dem Lenkrad werden die für den Fahrer relevanten Informationen auf einem 7-Zoll-Display angezeigt, der serienmäßige Touchscreen für das Infotainment-System hat eine Bildschirmdiagonale von zehn Zoll. Ab der Basisausstattung ist die Smartphone-Integration mit Apple CarPlay und android Auto serienmäßig, in den beiden höheren Linien auch die Google-Services für Navigation, Sprachsteuerung und App-Store (Google Play).

Der Elektromotor mit 60 kW (82 PS) wird von einem 27,5 kWh großen LFP-Akku (Lithium-Eisenphosphat) mit Strom versorgt. Die Reichweite nach WLTP-Norm soll bei 259 Kilometern liegen. Dieser Wert liegt minimal unter den 261 Kilometern, die Renault für den Twingo angibt. Für maximale Effizienz unterwegs kann man - ausstattungsabhängig - die One-Pedal-Funktion der Energie-Rekuperation einstellen. Wechselstrom zieht auch der Pixo in jeder Variante über drei Phasen mit 11 kW, am Schnelllader lassen sich über den CCS-Anschluss 50 kW Leistung realisieren.

Preise im Twingo-Vergleich

Das Infotainment-Display ist ab der Basisausstattung Serie.

Der Nissan Pixo kommt im Frühjahr 2027 in drei Ausstattungslinien mit den Namen Engage, Advance und Evolve zu den Händlern. Das Basismodell startet zum Listenpreis von 19.990 Euro, es liegt damit gleichauf mit dem Twingo Evolution. Bei der Ausstattung gibt es leichte Unterschiede. Der Nissan Pixo verzichtet hier auf die einzeln verschiebbaren Rücksitze und die adaptive Geschwindigkeitsregelanlage, dafür ist die Klimaautomatik (anstelle einer manuellen Anlage) mit an Bord. Renault steckt Radvollblenden auf die 16-Zoll-Stahlfelgen des Twingo, der Nissan rollt auf 15-Zöllern mit "Halbabdeckungen" (Radnaben-Blenden) vor.

Für 21.390 Euro bekommt man den Nissan Pixo Advance. Für die 1.400 Euro Aufpreis zur Basis bringt der die Google-Software (Maps, Gemini, Google Play), eine Rückfahrkamera, sechs statt zwei Lautsprecher, verschiebbare Rücksitze, 16-Zoll-Räder und Einparksensoren auch an der Front mit. Auch bei dieser Linie verzichtet Nissan auf die adaptive Geschwindigkeitsregelanlage. Der Renault Twingo Techno ist 200 Euro teurer als der Pixo Advance, dafür hat er elektrisch anklappbare Außenspiegel und einen Regensensor auf der Habenseite.

Das Topmodell Nissan Pixo Evolve für 22.690 Euro komplettiert die Ausstattung mit 18-Zoll-Leichtmetallfelgen, Schwaltwippen für die Energie-Rekuperation und One-Pedal-Drive, elektrisch anklappbaren und beheizbaren Außenspiegeln, der adaptiven Geschwindigkeitsregelanlage und einer umfassenderen Assistenzausstattung. Totwinkel-Warner mit Querverkehrsüberwachung und Ausstiegswarnung sowie eine Park-Automatik sind bei ihm serienmäßig. Ein entsprechend ausgestatteter Renault Twingo Techno mit Komfortpaket und Leichtmetallfelgen kommt auf einen Listenpreis von 22.790 Euro.

Die Neuwagengarantie bei Nissan läuft über drei Jahre bis 100.000 Kilometer, Renault steht zwei Jahre für Mängel gerade. Am Ende dürfte die Erreichbarkeit des Händlers und das Verhandlungsgechick den Ausschlag geben, wenn nicht die Markenpräferenz die Entscheidung beeinflusst. Der Dacia Spring ist zu Preisen ab 17.900 Euro nochmals deutlich günstiger als Pixo und Twingo. Seine Ausstattng ist jedoch in vielen Punkten spürbar abgespeckt. So lädt der Spring nur einphasig mit 3,7 kW, der 11-kW-Anschluss und die CCS-Dose für 50 kW kosten bei ihm Aufpreis.

Fazit

Das elektrische Kleinstwagen-Trio ist komplett. Auf den Renault Twingo und den Dacia Spring folgt Anfang 2027 der neue Nissan Pixo. Er rundet das Nissan-Modellprogramm nach unten ab. Die Preise für den Nissan Pixo starten, wie die des Twingo, bei 19.990 Euro. Die Staffelung des Angebots in drei Linien und Unterschiede bei der Paketierung im Vergleich zum kleinsten Renault machen ein genaues Studium der Preislisten oder des Konfigurators nötig.

Im Video: Fabrikbesuch in Novo Mesto, Slowenien

Text: Bernd Conrad
Bilder: Hersteller, Daniela Loof (3), Archiv