Opel Adam Update

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Opel Adam

„Updates stehen bereit“. Diese Meldung kennen wir alle aus dem täglichen Umgang mit Computern. In einer sich schnell ändernden Welt der Technologie kommen wir ohne die durch das Glasfaserkabel geschickten Verbesserungen gar nicht mehr aus.

Langsam ändert sich auch die Autoindustrie in diese Richtung. Etablierte Hersteller sind zwar noch nicht so weit wie der Rebell Tesla, bei dem per Update z.B. gleich ein neues Autopilotsystem aufgespielt wird, aber die Zeiten der starren Zyklen sind vorbei.

Opel wartet beim Lifestyle-Kleinwagen Adam nicht bis zu einem regulären Facelift zur Halbzeit, sondern legt digital nach. Ganz dem Anspruch der Marke folgend, Technologien aus größeren Klassen zu „demokratisieren“, geht Opels kleiner Flitzer nun auch online.

Der Adam ist ab sofort mit einer neuen Generation des Infotaimmentsystems „IntelliLink“ bestellbar, das eine Smartphone-Einbindung und natürlich Opels ganzen Stolz OnStar beinhaltet.

IntelliLink kostet faire 350 Euro Aufpreis und bietet dafür einen farbigen Touchscreen, USB- und Bluetooth-Verbindung inklusive Apple CarPlay und Android Auto. Das System erkennt bei der Kopplung des Telefons automatisch das Betriebssystem und passt die Oberfläche des Bildschirms an. iPhone-Nutzer haben nun zum Beispiel stets Siri als Beifahrerin an Bord, die per Sprachbefehl die richtige Musik bereithält oder als Telefonistin agiert.

Mit Google Maps bzw. Apple Karten ist zudem gleich ein Navigationssystem mit an Bord. Da beide Dienste ihre Karten stets aktualisieren, hat man mit dieser Integration einen doppelten Vorteil gegenüber einem fest eingebauten Routenführer: Stets auf dem neuesten Stand, mit Echtzeit-Verkehrsinformationen und deutlich günstiger. Interessanterweise kann man aber nur bei den Google Karten die Größe per Fingerbewegungen auf dem Touchscreen ändern. Was anfällt sind Datengebühren, je nach Nutzungshäufigkeit von Navigation und Musikstreaming kommt die Monatsflatrate irgendwann an ihre Grenzen.

Opel Adam

Hier kommt Opels OnStar-Dienst ins Spiel. Das System ist in den höherwertigen Adam-Varianten Slam und Glam Serie, kostet beim Jam (na, schon durcheinander?) 490 Euro Aufpreis. Neben SOS-Funktion beim Unfall und einem Concierge Service (den man genau drei Mal ausprobiert und dann eh nie wieder anruft) ist vor allem der ins Auto integrierte WLAN-Hotspot interessant. Das schon den eigenen Mobilfunkvertrag. Im ersten Jahr nach der Neuzulassung ist OnStar gratis, danach werden 99 Euro Nutzungsgebühr im Jahr abgebucht. Da hilft nur der Rechenschieber, Entschuldigung die Calculator-App, um auszutüfteln, ob sich das lohnt.

Wer stets (gestreamte) Musik hört und sich durchaus ab und an durch den urbanen Lebensraum navigieren lässt, könnte in OnStar zumindest in den höheren Versionen – wo das System Serie ist – ein Schnäppchen finden. Zumal keine Roaming-Gebühren anfallen, sollte es doch auch mal im Adam auf große Reise ins Ausland gehen. Auf dem Weg kann man sich zur Party an der Tanke verabreden. Hier werden dann nicht mehr Spoiler, Aufkleber und Reifenspuren diskutiert, sondern bis zu sieben Freunde können den Hotspot im Adam nutzen, um Online zu gehen. Eine stille WLAN-Party also. Schöne digitale Welt.

Auch Freunde des Vintage-Look müssen bei dieser ganzen digitalen Vernetzung im Opel Adam nicht traurig sein. Für sie gibt es tatsächlich auch noch ein separates Navigationssystem von TomTom, das in eine Halterung oben auf dem Armaturenbrett befestigt wird. Warum auch immer.

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Text: Bernd Conrad