Volkswagen Elektroauto-Strategie Sechs europäische Gigafactories

VW investiert massiv in den Aufbau einer eigenen Batteriezellfertigung und in ein europäisches Schnellladenetz.

Der Volkswagen-Konzern weitet seine Anstrengungen im Bereich der Elektromobilität weiter aus. Dazu gehört nicht nur die Entwicklung neuer Autos, die ab 2026 bereits auf einer zweiten Generation des MEB (Modularer Elektrobaukasten) basieren werden.

VW wird auch massiv in die Produktion von Batteriezellen investieren. Neben der Fabrik in Salzgitter sollen bis zum Jahr 2030 fünf weitere „Gigafactories“ in Europa entstehen. Die Werke will VW mit Partnern betreiben. 2023 startet die Zellfertigung mit Northvolt in Schweden. Die dritte Zellfabrik soll, so die Pläne des Autokonzerns, in Süd- oder Westeuropa (Spanien, Portugal, Frankreich) entstehen, gefolgt von einem weiteren Standort in Osteuropa ab 2027.

Kosten sollen um 50 Prozent sinken

Volkswagen Power Day Elektroauto Strategie

„Bis 2030 brauchen wir zusätzlich 240 Gigawatt Batteriezellenkapazität“, erklärt Konzernvorstand Herbert Diess. Für zukünftige Elektroautos soll eine einheitliche Batteriezelle die Produktion vereinfachen und damit Kosten senken. Im Jahr 2023 soll die Zelle erstmals eingesetzt werden, mit der eine Reduktion der Batteriekosten um bis zu 50 Prozent möglich sein soll.

Auch die Ladeinfrastruktur soll ausgebaut werden. In Zusammenarbeit mit den Energieunternehmen BP (Großbritannien), Iberdrola (Spanien) und Enel (Italien) sollen bis 2025 in Europa 18.000 Schnellladepunkte betrieben werden – zusätzlich um Netz der Marke Ionity, an der Volkswagen auch beteiligt ist. Die Wolfsburger investieren dafür in den kommenden vier Jahren 400 Millionen Euro, die Kooperationspartner steuern weitere Investments bei.

Bidirektionales Laden ab 2022

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Die VW-Marke „Electrify America” wird ihr Netz an Schnellladepunkten in Nordamerika bis Ende 2021 auf 3.500 Anschlüsse ausbauen. In China arbeitet Volkswagen über das Joint-Venture CAMS an 17.000 Schnellladepunkten bis 2025.

Auch die aktuelle Fahrzeugarchitektur wird überarbeitet. Ab 2022 sollen erste Modelle auf Basis des aktuellen MEB das bidirektionale Laden unterstützen. Damit kann die Batterie des Elektroautos als Teil eines vernetzten Hauses Strom an den Haushalt oder öffentliche Stromnetze abgeben und später, zum Beispiel über die Photovoltaikanlage, wieder geladen werden.

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Text: Bernd Conrad
Bilder: Archiv