Elektrische VW-Nutzfahrzeuge Vom Lastenfahrrad bis zur Brennstoffzelle

Fünf Elektro-Premieren von VW (und Abt) auf der IAA Nutzfahrzeuge.

Volkswagen Nutzfahrzeuge nutzt die IAA in Hannover, die noch bis 27. September 2018 ihre Türen geöffnet hat, zur Präsentation von Studien für elektrische Transporter.

Neben den PKW-Kollegen bekommt auch die Nutzfahrzeugmarke ihren elektrischen I.D. Auf Basis des I.D. Buzz kann relativ einfach ein Kastenwagen abgeleitet werden. Der I.D. Buzz Cargo soll den Planungen zufolge schon im Jahr 2021 auf den Markt kommen und den T6-Transporter ergänzen, aber nicht ersetzen.

Verschiedene Batteriegrößen zwischen 48 und 111 kWh sollen nach dem WLTP-Zyklus Reichweiten von 330 bis über 550 Kilometer ermöglichen. Weitere 15 Kilometer Reichweite pro Tag bringt, je nach Wetter, ein Solardach.

Ein 150 kW starker Elektromotor treibt den I.D. Buzz Cargo an, bei 160 km/h wird der Vortrieb abgeregelt. Außerdem kann das Auto über 230 Volt-Anschlüsse abgeben. Arbeitsgeräte von Handwerkern können damit bis zu vier Stunden betrieben werden, hilfreich zum Beispiel auf Baustellen. Dorthin oder zurück in den Betrieb soll der I.D. Buzz Cargo irgendwann, aber noch nicht zum Marktstart, auch nach Level 4 autonom fahren können. Das bedeutet, dass das Auto selbsttätig fährt, der Fahrer aber in bestimmten Situationen noch eingreifen muss.

Den größeren Crafter, der als Elektroversion kurz vor dem Marktstart steht, zeigt Volkswagen Nutzfahrzeuge als Studie HyMotion mit Brennstoffzelle. Die im e-Crafter 35,8 kWh große Batterie aus dem e-Golf schrumpft im HyMotion auf 13,8 kWh Speicherkapazität. Das 30 kW starke Brennstoffzellensystem speist als Range Extender Strom in die Akkus, der aus der Reaktion des Wasserstoffs mit Luft gewonnen wird. 7,5 Kilogramm Wasserstoff fassen die Tanks, genug für eine Reichweite von 530 Kilometern laut Hersteller.

Elektrische VW Nutzfahrzeuge auf der IAA

VW hat durchaus die Absicht, den Crafter HyMotion in Serie zu bauen. Davor steht allerdings das Henne-Ei-Problem und man will nicht die Henne (oder doch das Ei?) sein. Aktuell gibt es nur ca. 50 Wasserstofftankstellen in Deutschland, bis 2023 soll diese Zahl auf 400 wachsen. Erst, wenn es ein flächendeckendes Zapfsäulennetz gibt, will VW mit dem Verkauf starten.

Schneller dürfte das erste Lastenfahrrad der Marke in Serie gehen. Das VW Cargo e-Bike ist ein Pedelec. Das bedeutet: Der 250 Watt starke Elektro-Mittelmotor unterstützt den Fahrer beim Treten, tut dies aber nur bis maximal 25 km/h. Würde man mit Elektrounterstützung schneller fahren können und der Motor auch alleine den Antrieb übernehmen, gilt eine Zulassungs- und Versicherungspflicht.

Der Fahrer sitzt hinter der Ladung des Dreirads. Durch eine spezielle Kinematik bleibt das Ladeabteil an der Vorderachse stets waagerecht, wenn sich Fahrer und Rad in eine Kurve legen. VW möchte das Pedelec im Nutzfahrzeugwerk Hannover bauen.

Aus dem Allgäu kommen zwei weitere Neuheiten. Die Tuningschmiede Abt Sportsline stellt zusammen mit Volkswagen Nutzfahrzeuge Elektrovarianten des T6 Transporter und des Caddy aus.

Elektrische VW Nutzfahrzeuge auf der IAA

Der elektrische VW Caddy soll Mitte 2019 auf den Markt kommen, sein Antrieb leistet maximal 82 kW (112 PS) und bietet ein Drehmoment von 200 Nm. Die Batteriekapazität liegt bei 37,3 kWh, was eine Reichweite von 220 Kilometern ermöglichen soll. Für Taxifahrer in Großstädten oder Handwerker könnte das ausreichen, zumal die Akkus am Schnelllader innerhalb von 49 Minuten zu 80 Prozent nachgeladen werden können.

Noch keinen Termin gibt es für den ebenfalls von Abt Sportsline umgebauten e-Transporter. Ihn gibt es mit der gleichen Batterie wie den Caddy, es soll aber auch ein 74,6 kWh großes Paket geben. Dann soll die Reichweite bei 400 Kilometern (noch nach NEFZ) liegen. Auch der Elektromotor ist der gleich wie im Caddy: die 82 kW werden den Kastenwagen maximal 120 km/h schnell machen.

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Text: Bernd Conrad
Bilder: Hersteller