Citroën C5 X PureTech 130 Reicht die Basis mit 131 PS?

Kleiner Dreizylinder, großes Auto. Kann das gutgehen? Und wie sparsam ist diese Kombination?



Mit dem neuen C5 X meldet sich die französische Stellantis-Marke Citroën im Segment der großen Reiseautos zurück. Als Plug-in Hybrid mit 165 kW (225 PS) Systemleistung konnte das neue Topmodell der Marke seine Qualitäten bereits im ersten Fahrbericht unter Beweis stellen.

Für Privatkäufer und Menschen, die den Akku eines Plug-in Hybriden zuhause oder am Arbeitsplatz nicht laden können, spielt aber auch in der Mittelklasse womöglich der reine Verbrenner auch weiterhin eine Rolle. Einen Diesel gibt es für den Citroën C5 X nicht. Wer also auf den Stecker verzichten will, hat die Wahl unter zwei Benzinern: Dem PureTech 180 mit einem 1,6 Liter großen Vierzylindermotor, der 181 PS leistet und dem Basismodell PureTech 130.

Der Citroën C5 X im Video

Unter der großen Haube des ausladenden C5 X steckt dann ein nur 1,2 Liter großer Dreizylinder-Benziner mit 96 kW / 131 PS. Dieses Aggregat wird in vielen Konzernmodellen vom Opel Astra über Peugeot 308 und auch in den kompakten Citroën C3 Aircross und C4 eingebaut. Kann der kleine Motor das große Auto standesgemäß antreiben?

Um das herauszufinden, starten wir zur Probefahrt. Nach dem Kaltstart hört man genau hin. Das typische Dreizylinder-Grummeln ist aber nur weit entfernt zu hören. Auch unterwegs zeigt sich, dass die Ingenieure den Innenraum des Citroën C5 X gut gedämmt haben. Über Landstraßen und auf tempolimitierten spanischen Autobahnen lässt es sich mit dem Dreizylinder-C5 X entspannt reisen. Bei hohen Drehzahlen wird der Motor akustisch präsent, aber solche Eskapaden dürfte die Kundschaft eher selten unternehmen.

Und der Verbrauch?

Wer den kleinen Motor nicht zu sehr ausquetscht, kann auch den Verbrauch senken. Nach unseren Testwagen zeigt der Bordcomputer des C5 X PureTech 130 einen Durchschnitt von 7,2 Litern auf 100 Kilometer an. Der WLTP-Normverbrauch wird mit 6,0 Litern angegeben. Angesichts der Fahrzeuggröße sind diese Werte guter Durchschnitt.

Interessant ist das Augenmerk aufs Popometer. Denn das Advanced-Comfort-Fahrwerk mit aktiven Dämpfern, das im letzten Fahrbericht für großes Lob sorgte, ist beim Citroën C5 X nur den Hybrid-Modellen vorbehalten. Die Benziner und somit auch das Basismodell haben die markentypische Advanced-Comfort-Federung ohne Dämpferregelung. Hydraulische Anschläge an den Stoßdämpfern sorgen für sanftes Ausfedern. Schnell wird klar: Auch mit diesem Fahrwerk erfüllt der große Franzose, der übrigens in China gebaut wird, hohe Ansprüche an die Federung. Mit seinem Set-up erinnert er C5 X damit in etwa an einen Skoda Superb mit optionalem DCC-Fahrwerk, bei dem der Komfort-Modus ausgewählt wurde. Einzug harte Querfugen, wie sie beispielsweise bei Brücken zu finden sind, stoßen kräftig durch.

Abgefedert werden sie dann durch die bequemen Sitze mit dicker Polsterung. Auf ihnen lässt es sich bequem lümmeln, Seitenhalt sollte man aber woanders suchen. Formidabel sind auch die Raumverhältnisse im Fond. Die digitalen Instrumente sind klar ablesbar, was auch für das Infotainment-Display auf der Mittelkonsole gilt. Hier verwendet die Marke erstmals eine neue Software. Die Bedienung ist damit aber nicht unbedingt vereinfacht worden. Viele Menüpunkte verstecken sich hinter langen Klick-Wegen. Die Zahl der physischen Shortcut-Tasten wurde auf zwei reduziert.

Das Displayformat des Testwagens (12 Zoll) und die Ausstattung ist im deutschen Konfigurator für den Citroën C5 X PureTech 130 nicht zu finden. Bei uns wird der Basisbenziner ausschließlich mit der niedrigsten Ausstattungslinie Feel Pack angeboten. Hier gibt es dann ein zehn Zoll großes Display mit Navigationssystem, Einparksensoren an Front und Heck, Zweizonen-Klimaautomatik, Geschwindigkeitsregelanlage und einen aktiven Spurhalteassistenten. Die Ausstattung wirkt also keineswegs ärmlich.

Was kostet der C5 X?

Citroen C5 X PureTech 130 Test Fahrbericht Preis Verbrauch

Der Listenpreis von 35.730 Euro darf also als fair gelten. Dafür bekommt man ein großes Auto mit viel Platz und tollem Komfort. Trotzdem macht ihm der C5 X Hybrid das Leben schwer, zumindest in Deutschland. Wer seinen Neuwagen mit der aktuell gültigen Förderung zulassen kann (7.177,50 Euro für Plug-in Hybride inklusive Mehrwertsteuer auf den Herstelleranteil), bekommt den Stecker- Citroën als Feel Pack für 37.803 Euro (Listenpreis 44.980 Euro). Im Vergleich zum Listenpreis des kleinen Benziners ist das ein Plus von 2.073 Euro. Beim Hybrid ist dann aber auch das nochmals komfortablere Fahrwerk mit aktiver Dämpferregelung enthalten, außerdem bringt es einen etwas kompetenteren Notbremsassistenten mit zusätzlichem Sensor.

Fazit

Citroen C5 X PureTech 130 Test Fahrbericht Preis Verbrauch

Kleiner Motor, großes Auto. Kann das gutgehen? Im Citroën C5 X PureTech 130 zeigt sich, dass ein Dreizylinder-Benziner mit 131 PS auch in eine große Limousine passt. Zumindest dann, wenn man es entspannt angehen lässt und vornehmlich auf tempolimitierten Straßen unterwegs ist. Die Advanced Comfort- Federung kann auch ohne aktive Dämpferregelung überzeugen.

Durch die aktuelle Förderung von Plug-in Hybriden in Deutschland ist der Aufpreis für die Stecker-Variante, die zudem etwas besser ausgestattet ist, aber relativ gering.

Technische Daten

Citroën C5 X PureTech 130

Antrieb Frontantrieb
Abgasnorm Euro 6d-ISC-FCM
Hubraum 1.199 ccm
Anzahl und Bauform Zylinder 3 In Reihe
Maximale Leistung kW / PS 96 kW / 131 PS bei 5.500 U/min
Max. Drehmoment 230 Nm bei 1.750 U/min
Getriebe Achtgang-Automatik
Tankinhalt 52 Liter
Beschleuningung 0-100 km/h 11,3 Sekunden
Höchstgeschwindigkeit 210 km/h
Norm-Verbrauch auf 100km 6,0 Liter
Verbrauch real auf 100km 7,2 Liter (lt. Bordcomputer)
Leergewicht 1.493 kg
Anhängelast (gebremst) 1.050 kg, Stützlast 70 kg
Länge / Breite / Höhe 4.805 / 1.865 / 1.485 mm
Grundpreis 35.730 Euro
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Text: Bernd Conrad
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