Mitsubishi Eclipse Cross PHEV (2021) Eine Stufe reifer

Der neue Mitsubishi Eclipse Cross im Fahrbericht mit Video-Review.



Als der Mitsubishi Eclipse Cross 2018 auf den Markt kam, spielte er eine wichtige Rolle für die Marke. Als trendiges Kompakt-SUV mit modisch-schrägem Heckabschluss surfte er kompetenter auf der Trendwelle, als es der schon damals angegraute ASX vermochte.

Die Kunden griffen zu, der Eclipse Cross übererfüllte die in ihn gesetzten Erwartungen. Auch im Jahr 2021 kommt dem SUV eine besondere Rolle zu. Die des Brückenschlags nämlich. Im vergangenen Jahr kündigte der japanische Autohersteller an, künftig keine neuen Modelle mehr auf dem europäischen Markt einzuführen. Ein Schock für den deutschen Importeur und seine Händler, die einen beachtlichen Absatzerfolg vorweisen konnten.

Der Eclipse Cross im Video

Erst nach langen Verhandlungen schaffte es Mitsubishi Motors Deutschland, die Japaner doch noch zum Export des Eclipse Cross Plug-in Hybrid zu überreden. Er muss es jetzt richten, bevor im Jahr 2023 Renault in Frankreich Derivate von Clio und Captur bauen wird, die dann als Mitsubishi auf den Markt kommen.

Benziner und Diesel sind für den Eclipse Cross nicht mehr lieferbar. Auch angesichts der EU-Grenzwerte für den Flottenverbrauch einer Marke bzw. den CO2-Emissionen soll es der Plug-in Hybrid richten. Er kommt mit einem umfangreichen Facelift, dass durch neue Schürzen an Front und Heck für immerhin 14 Zentimeter Längenwachstum sorgt.

Geglättetes Design

Auffällig ist, dass der Mitsubishi Eclipse Cross jetzt weniger auffällig ist. Die durch einen Spoiler geteilte Heckscheibe ist Geschichte. Das geglättete Heck setzt auch brave Leuchten und mehr Blech als Glas. Geht damit der Charakter des Autos verloren? Auslegungssache.

Einen neuen Charakter zeigt der Antrieb. Aus dem Outlander wurde das etablierte System mit einem 2,4 Liter großen Vierzylinder-Sauger und zwei Elektromotoren übernommen. Eine E-Maschine je Achse sorgt für Allradantrieb – im Wettbewerbsumfeld durchaus ein Vorteil für den Mitsubishi.
Im Vergleich zum größeren Outlander sank die Leistung des Verbrenners auf 72 kW / 98 PS. Die Elektromotoren liefern maximal 60 kW (81 PS, vorne) und 70 kW (95 PS, hinten). Als Systemleistung gibt der Hersteller den Wert von 138 kW / 188 PS an.

Die Fahrt beginnt im rein elektrischen Modus, sofern Strom in der 13,8 kWh großen Batterie ist. Bis zu 135 km/h kann der Eclipse Cross ohne Zutun des Verbrenners unterwegs sein. Lässt man es langsamer angehen, sollen bis zu 61 Kilometer Reichweite möglich sein.

Tritt man kräftig auf das reche Pedal, schaltet sich der Benziner zu. Er übernimmt dann aber die Rolle eines Generators, um die Leistungsabgabe der Batterie zu unterstützen. Der Eclipse Cross ist dann als serieller Hybrid unterwegs, bei dem es keine direkte Verbindung vom Benziner zu den Antriebsrädern gibt. Erst bei höheren Geschwindigkeiten (über 64 km/h) wird in den parallelen Hybridmodus gewechselt, bei dem der Verbrenner und die E-Motoren sich gegenseitig unterstützen.

Entspannter Hybrid-Gleiter

Mitsubishi Eclipse Cross Plug-in Hybrid 2021 Test Video Zubehoer

Kling kompliziert? Fährt sich aber im Alltag ganz entspannt. Die jahrelange Erfahrung von Mitsubishi mit dem Outlander Plug-in Hybrid zeigt sich in den geschliffenen Umgangsformen. Beim Wechsel zwischen den Antriebsarten sind keine Rucke zu spüren, auch die Geräuschkulisse des Benziners bleibt überschaubar. So dient zur Echtzeitinformation am besten die Energieflussanzeige auf dem Infotainmentmonitor.

Auch die Abrollgeräusche aus den Radhäusern sind sehr dezent. Mit den 20-Zoll-Felgen aus dem Zubehör, die der Testwagen trug, wird der Federungskomfort auf schlechten Straßen aber teils ruppig.

Fahrer und Passagiere haben in alle Richtungen ausreichend Platz und betten sich in der Intro Edition auf griffsympathischen Bezügen aus Mikrofaser und Kunstleder. Das Cockpit mit dem freistehenden Monitor wirkt aufgeräumt und ist intuitiv bedienbar. Haptik und Optik folgen aber einem traditionellen Weg. Wer digitalen Erlebniswelten in neuen Autos erlegen ist, dürfte sich um Japaner nicht heimisch fühlen.

Beim Probefahrttermin war nicht genug Zeit, den Akku des Hybriden leerzufahren, um dann nachzuladen. Wechselstrom zieht der Mitsubishi mit maximal 3,7 kW, park dann je nach Leitung vier bis sechs Stunden an der Steckdose. Schnellladen mit 50 kW ist möglich, sofern man eine Ladesäule mit ChaDeMo-Anschluss findet. Auf diesen Standard setzt Mitsubishi, wie auch Nissan, für die Möglichkeit des bidirektionalen Ladens.

Das kostet der Eclipse Cross

Mitsubishi Eclipse Cross Plug-in Hybrid 2021 Test Video Zubehoer

Die Preisliste des überarbeiteten Eclipse Cross startet mit dem Basismodell bei 39.890 Euro. Den reinen Benziner mit 163 PS gab es bisher ab 22.290 Euro, aber nur mit Frontantrieb. Zum Preisvergleich der Allradmodelle muss man den bisherigen „Plus“ mit CVT-Automatik heranziehen. Er kostete 29.990 Euro, der Plug-in Hybrid in der gleichen Ausstattungslinie ab 43.390 Euro. Die 13.400 Euro Mehrpreis werden durch eine von Mitsubishi erhöhte Umweltprämie abgefedert. Der Importeur erhöht den Herstelleranteil auf 4.500 Euro, zusätzlich zur staatlichen Förderung mit gleicher Summe – insgesamt kann von den Listenpreisen also 9.000 Euro abziehen.

Fazit

Mitsubishi Eclipse Cross Plug-in Hybrid 2021 Test Video Zubehoer

Der Mitsubishi Eclipse Cross ist als Plug-in Hybrid gereift. Der zuverlässige und leise Antrieb passt gut zum entspannten SUV, besser als der teils müde Benziner mit CVT-Getriebe des Vorgängers. Das Design hat sich beruhigt. Die Botox-Behandlung hat dem Japaner aber auch einen Teil seines Charakters geraubt. Störend sind die deutlich gestiegenen Preise für den elektrifizierten Eclipse Cross.

Wer sich das nicht leisten möchte oder keine Möglichkeit hat, Strom zu laden, geht bei Mitsubishi nicht leer aus. Auch den ASX gibt es noch. Als Benziner mit 150 PS ab 21.490 Euro.

Technische Daten

Mitsubishi Eclipse Cross Plug-in Hybrid Intro Edition

Abgasnorm Euro 6d
Hubraum 2.360 ccm
Anzahl und Bauform Zylinder 4 in Reihe
Maximale Leistung kW / PS 72 kW / 98 PS
Max. Drehmoment 193 Nm bei 2.500 U/min
Elektromotor: Maximale Leistung kW 60 kW (82 PS)
Elektromotor hinten: Maximale Leistung kW 70 kW (95 PS)
Systemleistung: kW / PS 138 kW / 188 PS
Batterie 13,8 kWh Lithium-Ionen
Tankinhalt 43 Liter
Beschleuningung 0-100 km/h 10,9 Sekunden
Höchstgeschwindigkeit elektrisch 135 km/h
Höchstgeschwindigkeit 162 km/h
Norm-Verbrauch kWh / 100 km 19,3 kWh
Norm-Verbrauch auf 100km 1,8 Liter
Leergewicht 2.013 kg
Anhängelast (gebremst) 1.500 kg
Länge / Breite / Höhe 4.545 / 1.805 / 1.685 mm
Grundpreis 45.390 Euro
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Text: Bernd Conrad
Bilder: Bernd Conrad
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