Suzuki S-Cross 2022 Alter Kern in neuer Schale

Der neue Suzuki S-Cross im Alltagstest mit Video-Review. Unter dem neuen Kleid steckt die bewährte Technik.



Beginnen wir den Alltagstest einer Neuerscheinung doch mal so: Der Suzuki S-Cross ist ein wahrer Dauerbrenner. Wie jetzt? Zur Erklärung blicken wir zurück ins Jahr 2013. Als Nachfolger des kleineren SX4 bringt die japanische Marke den SX4 S-Cross auf den Markt, 2016 folgt ein umfangreiches Facelift. In der Tat wäre es jetzt Zeit für eine neue Modellgeneration, oder?

„Ja, und da ist sie ja auch“, mag der interessierte Kunde im Verkaufsraum des Suzuki-Händlers ausrufen. In der Tat sorgt die Optik der Neuauflage, die übrigens nur noch Suzuki S-Cross heißt, anders und vor allem selbstbewusst aus.

Der S-Cross im Video

Die hohe Front mit dem steilen Kühlergrill und den flankierenden LED-Scheinwerfern verleiht dem S-Cross eine klassische SUV-Optik. Auch das kantigere Heck trägt zum neuen Look bei. Nicht nur auf den ersten Blick wirkt der Suzuki also neu. Doch auch dieses Mal bringen die Japaner ein, zugegebenermaßen, sehr umfangreiches Facelift an den Start.

Das erkennt man an den Abmessungen: Der Radstand beträgt unverändert 2,60 Meter, die Karosserie erstreckt sich auf 4,30 Meter. Damit steht der Suzuki S-Cross in Konkurrenz zu Mitbewerbern wie dem Nissan Qashqai, dürfte aber sicherlich auch gerne bei Seat Ateca und Skoda Karoq wildern.
Innen empfängt ein neues Cockpit mit freistehendem Zentraldisplay. In der Basis blickt man auf einen sieben Zoll großen Monitor, hier im Testwagen beträgt die Bildschirmdiagonale neun Zoll. Grafische Darstellung und Menüstruktur wirken ein wenig altbacken, weil verschachtelt. Über kapazitive Flächen und kleine Symbole auf dem Bildschirm kann man zudem nur recht träge Reaktionen des Systems befehlen.

6,3 Liter Testverbrauch

Dabei ist die Multimediaausstattung auf modernem Niveau. Das Smartphone verbindet sich zügig, Android Auto und Apple CarPlay lassen sich auch deswegen gut nutzen, weil die Applikationen nach dem Neustart stets schnell zur Stelle sind. Apple CarPlay funktioniert zudem auch kabellos.
Hinter dem Dreispeichenlenkrad blickt man auf analoge Rundinstrumente. Sie wirken, wie auch die verwendeten Materialien im Interieur, ein wenig trist. Damit kann man sich arrangieren. Großen Menschen fallen aber die arg knapp geschnittenen Vordersitze auf. Hinten serviert der Suzuki S-Cross einen mehr als ausreichenden Knieraum. Zumindest mit Panorama-Schiebedach, Teil der umfangreichen Comfort+ - Ausstattung) kann man aber aufgrund mangelnder Kopffreiheit aber einer Körpergröße von ca. 1,85 Metern nicht aufrecht sitzen.

Hier liegt der neue Suzuki S-Cross auf dem Niveau des Vorgängers. Das gilt auch für den Antrieb. Unter der hohen Haube gibt es zum Marktstart keine Wahl. Hier arbeitet der bekannte 1,4 Liter-Benziner mit 129 PS. Einmal mehr gefällt der aufgeladene Vierzylinder, den es auch im Suzuki Swift Sport wie dem SUV Vitara gibt, mit Laufruhe und hoher Effizienz. Der 48-Volt-Mildhybrid genehmigte sich im Testalltag 6,3 Liter je 100 Kilometer, was nur knapp über dem WLTP-Normverbrauch von 6,1 Litern liegt.

Ein sehr guter Wert für ein immerhin fast 1,8 Tonnen schweres Auto mit Allradantrieb und Sechsstufen-Wandlerautomatik. Sie hält unterwegs stets die passenden Übersetzungen parat, nur beim Anfahren wirkt das Zusammenspiel aller Antriebselemente manchmal nicht ganz geschliffen. Wer gefühllos auf das Gaspedal tritt, erlebt im S-Cross einen kleinen, ungestümen Satz nach vorne.

Umfangreiche Sicherheitsausstattung

Suzuki S-Cross 2022 Test Video Review Fahrbericht

Am wohlsten fühlt man sich am Steuer des Suzuki auf Landstraßen oder bei Autobahn-Richtgeschwindigkeit. Was aber nicht heißt, dass man auch schneller fahren könnte. Ohne großen Anlauf erreicht man die Höchstgeschwindigkeit von 195 km/h. Auf längeren Reisen hilft die adaptive Geschwindigkeitsregelanlage mit Abstandshaltefunktion beim entspannten Reisen. Neben der Verkehrszeichenerkennung und Totwinkelwarner mit Querverkehrserkennung zählt auch ein Spurhalteassistent zur Serienausstattung. Bei den Fahrassistenten hebt sich der S-Cross Comfort+ vom Basismodell Comfort lediglich durch die 360-Grad-Kamerarundumsicht ab.

Das kostet der Suzuki S-Cross

Suzuki S-Cross 2022 Test Video Review Fahrbericht

36.040 Euro stehen wir den Testwagen in der Preisliste, dazu kommt noch die Metalliclackierung für 600 Euro Aufpreis. Ansonsten kann man keine Optionen wählen, was vor allem an der umfangreichen Serienausstattung liegt. Neben den beschriebenen Assistenzsystemen sind auch Navigation mit großem Display, Panorama-Schiebedach, Kunstlederbezüge und polierte Leichtmetallfelgen mit an Bord.

Wer auf diese Ausstattungsdetails verzichten kann, greift zum Suzuki S-Cross Comfort, der 3.400 Euro günstiger zu haben wäre. Konjunktiv? Ja, denn die Comfort-Ausstattung lässt sich zwar mit Allradantrieb, nicht aber mit Allrad und Automatik kombinieren. Gerade diese Version dürfte aber vielen Kunden mit Sicherheits- und Komfortbewusstsein auf den Einkaufszettel kurven. Das andere Ende der Fahnenstange ist übrigens der handgeschaltete S-Cross mit Frontantrieb, der ab 29.290 Euro kostet.

Fazit

Suzuki S-Cross 2022 Test Video Review Fahrbericht

Die neue Optik des Suzuki S-Cross wird vom bewährten Kern getragen. Vor allem beim Platzangebot für große Menschen wirkt er weniger zeitgemäß als mancher Mitbewerber. Der bewährte Antrieb überzeugt auch im aktuellen Mildhybrid mit guten Manieren und geringem Durst. Ein Schnäppchen ist der S-Cross aber leider nicht.

Technische Daten

Suzuki S-Cross 1.4 BoosterJet Hybrid AllGrip Automatik

Antrieb Allradanrieb
Hubraum 1.373 ccm
Anzahl und Bauform Zylinder 4 in Reihe
Maximale Leistung kW / PS 95 kW / 129 PS
Max. Drehmoment 235 Nm bei 2.000 - 3.000 U/min
Getriebe Sechsgang-Automatik
Höchstgeschwindigkeit 195 km/h
Norm-Verbrauch auf 100km 6,1 Liter
Verbrauch real auf 100km 6,3 Liter
Reifenmarke und –format des Testwagens Dunlop Winter Sport 5 215/55 R17
Leergewicht 1.780 kg
Anhängelast (gebremst) 1.500 kg, Stützlast 75 kg
Länge / Breite / Höhe 4.300 / 1.785 / 1.580 mm
Grundpreis 36.040 Euro
Testwagenpreis 36.640 Euro
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Text: Bernd Conrad
Bilder: Andreas Hof, Bernd Conrad
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