Ein kleines Elektroauto dürfte, auch mit Allradantrieb, den populären Suzuki Ignis beerben.
Nicht nur die kleinen Geländewagen LJ/SJ und Jimny oder der kompakte Vitara zählen zu den Modellen, mit denen die Marke japanische Marke Suzuki über Jahrzehnte ihr Image und einen festen Kundenstamm aufbauen konnte. Auch im Segment der Kleinwagen wurden prägende Baureihen etabliert. Neben dem Swift auch der Ignis.
Lange Allrad-Tradition
Seit dem Jahr 2000 wurde der Suzuki Ignis in drei Generationen produziert, 2025 lief er aus. Zum Leidwesen vieler treuer Kunden und der Vertragshändler. Auf einer Länge von 3,70 Metern bot der kleine Fünftürer in der seit 2017 verkauften dritten Auflage nicht nur einen geräumigen Innenraum, sondern auch die Option auf Allradantrieb. Vor allem in bergigen Regionen ein unschätzbarer Vorteil für Privatkunden, Gastwirte und Forstbetriebe, die den Traktionsvorteil des Suzuki Ignis Allgrip (so nennt die Marke ihren Vierradantrieb) zu schätzen wussten. Der Swift mit 4x4-Antrieb ist nicht für alle Einsatzzwecke eine Alternative, für manche Feld- und Waldwege ist er schlicht zu breit.
In nicht allzu ferner Zukunft könnte ein neuer Kleinstwagen in den Verkaufsräumen der deutschen Suzuki-Autohäuser feilgeboten werden. Auf der Japan Mobility Show (ehemals als Tokyo Motor Show bekannt) im Oktober 2025 wurde die Studie e-Sky Vision präsentiert. Zur Präsentation haben die Japaner klar kommuniziert, dass es nicht beim reinen Concept Car bleiben soll, sondern eine „Kommerzialisierung bis Ende des Geschäftsjahres 2026“ geplant ist. Dieser Zeitraum läuft bis März 2027.
Der Suzuki e-Sky Vision erfüllt mit seinem Format die strengen gesetzlichen Vorgaben für Kei Cars in Japan. Er bleibt mit einer Länge von 3.395 Millimetern unter der 3,40-Meter-Grenze, ist 1.475 Millimeter breit und 1.625 Millimeter hoch. Im Vergleich zum letzten Ignis (3,70 Meter lang, 1,69 Meter breit, 1,60 Meter hoch) beansprucht das neue Modell nochmals weniger Verkehrsfläche.
Die Leistungsgrenze für Kei Cars liegt in Japan bei 47 kW bzw. 64 PS. Das dürfte auch beim elektrischen Kasten-Fünftürer für ausreichende Längsdynamik sorgen. Die kleine Karosserie wird mutmaßlich Raum für einen bis zu 25 bis 30 kWh großen Akku bieten, es wäre also mit einer Reichweite von etwa 260 Kilometern zu rechnen.
Der neue Ignis?
Uns liegen aus zweiter Hand vor, die besagen, die zur Serienreife entwickelte Variante der Studie e-Sky Vision mit dem Modellnamen Ignis international auf den Markt kommen soll, auch bei uns in Deutschland. Auch eine Ausführung mit Allradantrieb ist wohl Teil der Planungen. Der fast perfekte Nachfolger für den früheren Ignis Allgrip also, sofern die interessierten Kunden eine der Reichweite entsprechende Ladeinfrastruktur in ihrem Arbeits – und Fahralltag integrieren können.
Trotz des nochmals kleineren Formats dürfte auch der neue Elektro-Ingis üppige Platzverhältnisse bieten. Die Elektro-Plattform ermöglicht einen maximalen Radstand und sehr kurze Überhänge an beiden Enden der kastenförmigen Karosserie. Steile Fenster sorgen zusätzlich für eine optimale Rundumsicht. Das Cockpit mit zwei großen Displays dürfte weitestgehend unverändert für das Serienauto übernommen werden.
Der Ignis der Zukunft wird dann das zweite neue Elektroauto von Suzuki sein. Aktuell kommt mit dem e Vitara ein kompaktes SUV mit lokal emissionsfreiem Antrieb auf den Markt, das parallel zum gleichnamigen Verbrenner-Modell verkauft wird. Der e Vitara wurde in Kooperation mit Toyota entwickelt und läuft – auch als eng verwandter Toyota Urban Cruiser – in Indien vom Band.
Wird er für Europa wachsen?
Der Suzuki e Ignis (nennen wir ihn mal so) wird im Segment der elektrischen Kleinstwagen nicht allein sein. Er trifft hier auf charmante Konkurrenz in Form des Hyundai Inster und des Renault Twingo E-Tech, 2027 folgt auch die Serienversion des VW ID. Every1. Ein klares Argument für den kleinsten Suzuki dürfte dann, neben dem Format, vor allem der Allradantrieb sein. Ob es zu schaffen ist, mit den Abmessungen eines Kei Cars die europäischen Crash-Vorschriften einzuhalten, oder ob der Fünftürer für den Export wachsen wird, ist noch nicht bekannt. Auch damit hat Suzuki Erfahrung. Der frühere Wagon R+ (den es auch als Opel Agila gab) war ebenfalls ein aufgeblasenes Kei Car.
Chancen für andere Japaner?
Die erfolgreiche Adaption eines neuen Kei Cars mit Elektroantrieb und ausreichend hohe Verkaufszahlen bei Suzuki dürften auch zum Gradmesser für andere japanische Hersteller werden. Ein Beispiel ist Mitsubishi Motors. Das Programm dieser Marke besteht bei uns, neben dem Outlander Plug-in Hybrid, aus Renault-Derivaten. Auch hier könnte ein Elektro-Kleinstwagen neue Kunden zu den Händlern locken.
Fazit
Die Studie Suzuki e-Sky Vision ist kein reines Showcar, sondern Vorbote eines neuen Serienautos im japanischen Kei-Car-Segment. Zu uns kommt der kleine Fünftürer voraussichtlich als elektrischer Ignis – auch mit Allradantrieb. Die zusätzliche Antriebsachse kann zum Verkaufsvorteil im Vergleich zur Konkurrenz aus Europa und Korea werden, so wie es jetzt auch beim Suzuki e Vitara der Fall ist.
Im Video: Fahrbericht Suzuki e Vitara