Der neue DS N°7 im ersten Check mit Sitzprobe, auch im Video.
Das SUV mit der Nummer Sieben im Namen ist der wichtigste Stützpfeiler für die französische Premium-Marke DS Automobiles. Von den 2.781 DS-Neuzulassungen 2025 in Deutschland entfielen 2.017 Einheiten auf den DS7. Trotz der insgesamt überschaubaren Zahlen tritt die neue Modellgeneration, die in Folge der neuen Nomenklatur künftig DS N°7 heißen wird, also ein schweres Erbe an.
Das Design folgt mit der steilen Front, schmalen LED-Scheinwerfern und vertikalen LED-Tagfahrlichtleisten der aktuellen Formensprache der Marke und sorgt für den optischen Schulterschluss zum DS N°8. Auch die Rückleuchten übernehmen die Form der vorderen Kollegen. Dazwischen streckt sich der DS N°7 auf eine Länge von 4,66 Metern. Er ist damit sieben Zentimeter länger als der Vorgänger bei einem um fünf Zentimeter auf 2,79 Meter gestreckten Radstand. Das SUV ist außerdem 1,90 Meter breit und 1,63 Meter hoch. Einer besseren Aerodynamik ist die Form der Türgriffe geschuldet. An den Vordertüren sind sie ins Karosserieblech versenkt und klappen bei Bedarf aus, die hinteren sind in die C-Säulen integriert.
Mildhybrid und Elektro
Wie der DS N°8 nutzt auch der N°7 die STLA-Medium-Architektur von Stellantis als technische Basis. Eine Plattform, die auch Citroën für den C5 Aircross, Opel für den Grandland und Peugeot für das SUV-Doppel 3008/5008 nutzen. Wie die Schwestermodelle lässt auch das Edel-SUV den Kunden wie Wahl bei der Elektrifizierung.
Im Basismodell arbeitet der konzernweit bekannte „Hybrid 145“. Hinter dieser Modellbezeichnung steckt ein 1,2 Liter großer Dreizylinder-Benziner mit 100 kW / 136 PS, der von einem, im Gehäuse des Sechsgang-Doppelkupplungsgetriebes platzierten, Elektromotor mit 21 kW (28 PS) unterstützt wird. Die Systemleistung liegt bei den namensgebenden 107 kW / 145 PS. In 10,6 Sekunden soll der Mildhybrid aus dem Stand auf 100 km/h beschleunigen und eine Höchstgeschwindigkeit von 201 km/h erreichen. Der geplante WLTP-Normverbrauch liegt bei 5,3 l/100 km. Dank des 55 Liter großen Tanks sind also, rein rechnerisch, Reichweiten von mehr als 1.000 Kilometern möglich. Später soll ein weiterer Mildhybrid ins Programm kommen. Wir rechnen hier mit einem elektrifizierten Vierzylinder-Benziner, der mehr Leistung bietet.
Der DS N°7 im Video
Der vollelektrische DS N°7 E-Tense startet in drei Varianten. Der Einstiegs-Elektriker kombiniert einen 170 kW (230 PS) starken Frontmotor mit 74 kWh Akku-Kapazität. Die Leistung kann per Kickdown kurzfristig auf einen Peak von 191 kW (260 PS) gesteigert werden, sofern der Füllstand der Traktionsbatterie bei 90 Prozent oder mehr liegt. Die Reichweite nach WLTP-Norm: 543 Kilometer. In 7,7 Sekunden geht es auf 100 km/h. Alle DS N°7 E-Tense erreichen eine Höchstgeschwindigkeit von 190 km/h.
Im Long-Range-Modell mit Frontantrieb stehen 97 kWh Strom zur Verfügung, der Motor kommt auf 180 kW (245 PS) bzw. bis zu 206 kW (280 PS) im Peak. Mit 740 Kilometern ist diese Version der Reichweiten-König im Modellprogramm. Für den Nullhundert-Spurt werden 7,8 Sekunden veranschlagt.
Mehr Traktion verspricht der DS N°7 AWD Long Range mit Allradantrieb, den eine zweite Maschine an der Hinterachse besorgt. Die Systemleistung liegt bei 257 kW (350 PS) bzw. bis zu 276 kW (375 PS). Der 97 kWh große Akku ermöglicht eine Reichweite von 679 Kilometern – sofern man den Beschleunigungswert von 5,4 Sekunden für das Erreichen von 100 km/h nicht zu oft ausprobiert.
Die Sitzprobe
Vor der Premiere steht der DS N°7 hinter verschlossenen Türen zum ersten Kennenlernen mit Sitzprobe bereit. Dabei checken wir auch den 560 Liter großen Kofferraum. Dieses Volumen steht mit dem in unterster Position eingelegten doppelten Ladeboden zur Verfügung. Weiter oben sorgt er für einen ebenen Zugang hinter der Ladekante, zudem bügelt er eine Stufe bei nach vorne geklappter Rücksitzlehne glatt. Ein vollständig ebener Boden entsteht aber nicht.
Im Fond des DS N°7 steht ein ordentliches Platzangebot, aber keine opulente Raumfülle zur Verfügung. Die Sitzbank ist recht flach über dem Boden montiert. Große Passagiere müssen die Beine recht stark anwinkeln, was auf langen Strecken für Ermüdungserscheinungen sorgt.
Vor den bequemen Sitzen in der ersten Reihe präsentiert sich ein Cockpit, dass bereits im DS N°8 seine Premiere hatte. Zu den unverwechselbaren Gestaltungsmerkmalen gehören das Lenkrad mit Speichen im X-Design und großen Touch-Flächen für unterschiedliche Funktionen und das, die freischwebende Mittelkonsole und das breite Infotainment-Display mit 16 Zoll Bildschirmdiagonale. Dabei handelt sich nicht um ein groß im Blickfeld herumstehendes Tablet, der Monitor ist vor dem hohen Armaturenbrett positioniert.
Das ungewohnte Seitenverhältnis sorgt für Vorteile beim Split Screen. Neben der Navigations-Kartenansicht werden beispielsweise wichtige Menüpunkte und Audio-Informationen angezeigt. An den Rändern links und rechts wird die Temperatur der jeweiligen Klimazone eingestellt. Den Vorteil einer großen, detaillierten Ansicht der Route oder anderer Funktionen bietet das Infotainment-Display trotz des nominell üppigen Formats aber nicht.
Weiter unten kann man per Tastendruck direkt auf Klimafunktionen, Scheibenheizung und das Programm zur Steuerung der Assistenzsysteme zugreifen. Das Layout und die Anzeigen im digitalen Kombiinstrument werden, wie von Autos aus dem Stellantis-Konzern gewohnt, über Knöpfe an den Enden der beiden Lenkstockhebel konfiguriert. Als Teil eines Options-Pakets gibt es auch ein Head-up Display, das seine Informationen direkt auf die Windschutzscheibe projiziert. Ein Soundsystem mit acht Lautsprechern ist serienmäßig an Bord, optional wird eine Audioanlage der Marke Focal mit 14 Boxen und Subwoofer eingebaut.
Ein Europäer
Den DS N°7 wird es in drei Ausstattungslinien mit den Namen Aura, Pallas und Etoile geben, zum Marktstart außerdem als Sondermodell La Première Edition. Die verschiedenen Interieur-Welten lassen die Wahl aus unterschiedlichen Bezugsstoffen und Dekoren.
Bis zu 89% der Komponenten des im italienischen Melfi gebauten SUV der französischen Marke sollen aus Europa kommen. Die Elektromotoren und die Akkus der E-Tense-Versionen stammen aus einer Produktion in Frankreich, das Mikrofaser-Material im Innenraum von Alcantara in Italien. Die Nappaleder-Ausstattung wird von in Bayern lebenden Kühen bezogen. Rund 60 Prozent aller Materialien nutzen recycelte Rohstoffe, die Fußmatten bis zu 96 Prozent.
In den höheren Ausstattungslinien ist das „DS Active Scan“-Fahrwerk enthalten, das Informationen einer Kamera für die adaptive Steuerung der Dämpfer verarbeitet und die Abstimmung des Fahrwerks beinahe in Echtzeit regelt. Zur Fahrassistenz gehört die Funktion des automatisierten Spurwechsels auf der Autobahn. Wenn man im Bereich von 70 bis 140 km/h den Blinker setzt und der Totwinkelwarner sein Okay gibt, vollzieht die Software den Wechsel auf die benachbarte Fahrspur.
Marktstart und Preis
Ab Mai ist der neue DS N°7 bestellbar, im Herbst werden die ersten Exemplare an Händler und Kunden ausgeliefert. Preise sind noch nicht bekannt. Sie dürften sich am Niveau des Vorgängers orientieren. Der DS7 war zuletzt nur noch als Diesel Blue HDI 130 ab 48.910 Euro bestellbar. Wir rechnen mit einem Basispreis für den DS N°7 als Hybrid 145 in Höhe von rund 47.800 Euro. Die Elektro-Versionen dürften ab rund 55.000 Euro kosten. Der DS N°8 E-Tense startet (Stand Februar 2026) bei 57.700 Euro.
Fazit
Die Marke DS Automobiles erneuert ihren Bestseller. Aus DS7 wird mit dem Modellwechsel der DS N°7. Das SUV kommt als Mildhybrid und mit Elektroantrieben. Ein Plug-in Hybrid ist nicht geplant. Die Karosserie des SUV wächst auf eine Länge von 4,66 Metern, der lange Radstand lässt Raum für bis zu 97 kWh Akku-Speicherkapazität.
Wie der technisch weitestgehend identische DS N°8 wird auch dieses Modell nicht in der Heimat der französischen Premiummarke gebaut. Beide laufen in einem Stellantis-Werk in Italien vom Band.