Suzuki Swift Dualjet Hybrid Was kann der Swift?

Der Suzuki Swift Dualjet Hybrid im Alltagstest mit Video-Review.



Die „Think Big“-Philosophie ist längst auch im Kleinwagensegment angekommen. Die Marke von vier Metern Länge betrachten die meisten Vertreter dieser Fahrzeugklasse längst von oben. Neben Sicherheitsvorschriften begegnen die Autohersteller mit dem Wachstum auch dem stetig steigenden Komfortbedürfnis ihrer Kunden.

Wirklich? Sind es nicht manchmal die entscheidenden 20 Zentimeter, auf die es ankommt? Dann nämlich, wenn ein VW Polo (4,07 Meter), Peugeot 208 (4,06 Meter) oder Mazda2 (4,07 Meter) gerade so nicht in die letzte freie Parklücke passt? Das schafft dann vielleicht der Suzuki Swift. Der japanische Kleinwagen, der in seiner europäischen Variante in Ungarn gebaut wird, behält mit 3,85 Metern von Stoßfänger zu Stoßfänger das klassisch-kleine Format bei. Seit 2016 fährt die sechste Generation nun umher, 2020 gab es ein sanftes Facelift.

Der Suzuki Swift im Video

Als Suzuki Swift Sport mit 129 PS bedient der Fünftürer die Nachfrage nach einem kompakten Spaßgerät. Darunter rangiert der „brave“ Swift, den wir uns für diesen Alltagstest ausgesucht haben.

Das Design des Swift hat über die letzten Generationen einen hohen Widererkennungswert, die Linien wurden stets geschickt überarbeitet. Mit großen Scheinwerfern, dem nach vorne gereckten Kühlergrill und steil stehenden A-Säulen zeigt der Swift sein eigenes Gesicht. Da verzeiht man ihm auch die suboptimale Ergonomie der in die breiten C-Säulen eingelassenen Türgriffe.

Einzige Antriebsoption ist ein bewährter Vierzylinder-Benziner mit 1,2 Litern Hubraum. Ohne Turboaufladung versammelt er bis zu 107 Newtonmeter Drehmoment, die Leistung gipfelt in 61 kW / 83 PS. Den gleichen Benziner trägt auch der etwas kleinere Suzuki Ignis unter der Haube.

Wenig Dynamik, wenig Durst

Im Swift reicht das für entspanntes Mitschwimmen im Verkehr. Dynamische Ansprüche an der Ampel vermasselt schon die Übersetzung des serienmäßigen Fünfgang-Schaltgetriebes mit seinem arg kurz übersetzten ersten Gang. Schon bei Landstraßentempo wird dann am anderen Ende der Kulisse eine sechste Übersetzung vermisst, um das Drehzahlniveau zu senken.

Immerhin leidet der Verbrauch nicht darunter. Im Testalltag inklusive Autobahnanteil, wo es ab 130 km/h zäh die Tachoskala bergauf geht, begnügt sich der Swift mit 6,5 Litern. Wer bewusst sparsam pendelt und dabei neben dem Wohnort vor allem Landstraßen auf dem Weg ins Büro unter die Räder nimmt, kommt ohne Anstrengung auf Werte unter sechs Litern je 100 Kilometer.

„Ist doch klar, das ist ja ein Hybrid“, mag man beim Blick auf den Schriftzug am Heck sagen. Jein, denn das Emblem trägt recht dick auf. Suzuki baut in den Swift 1.2 ein 12-Volt-Mildhybridsystem ein. Zu erkennen ist dessen Arbeit an einem kleinen Batterieladesymbol, das im Schubbetrieb in den Instrumenten aufleuchtet. Ein integrierter Riemenstartergenerator hilft dann, das Drehmomenthäufchen etwas aufzuschütten.

In Verbindung mit Winterreifen auf 15-Zoll-Felgen zeigt sich das Fahrwerk des Suzuki Swift von einer durchaus komfortablen Seite, auch die Polsterung der seitenhaltbefreiten Sitze gefällt. Das Platzangebot ist vorne und im Fond auf gutem Klassendurchschnitt. Das gilt auch für den Gepäckraum, der ein Volumen von 265 Litern bereithält. Wichtig für das Komfortempfinden: Das Lenkrad ist nur in der Topversion Comfort+ auch in der Länge einstellbar.

Mit Spurhalteassistent samt Lenkeingriff und Verkehrszeichenerkennung bringt der Swift moderne Fahrassistenten mit. Die adaptive Geschwindigkeitsregelanlage arbeitet, im Gegensatz zu machen Konkurrenten, auch in Verbindung mit manuellem Schaltgetriebe. Dafür muss auf eine Stauassistenz, also ein Abbremsen bis zum Stillstand des Fahrzeugs und erneutes Anfahren, verzichtet werden.

Moderne Ausstattung

Suzuki Swift DualJet Hybrid Test Fahrbericht Verbrauch Video Review Preis 2022

Sobald man nach dem Abbremsen hinter einem langsameren Auto oder LKW den Blinker setzt und zum Spurwechsel auf der Autobahn ansetzt, beschleunigt der Swift wieder auf die eingestellte Geschwindigkeit. Damit ist die ACC brauchbarer als manche Systeme, die erst bei freier Bahn auf die Tube drücken und man also langsam auf die freie Spur wechselt.

Das Infotainmentsystem lässt sich über einen Touchscreen in der Mittelkonsole bedienen. Der Verzicht auf Knöpfe oder Drehregler sorgt für eine teils zu starke Ablenkung während der Fahrt, immerhin sind die Bedienelemente im Multifunktionslenkrad logisch sortiert.

Apple CarPlay und Android Auto sind Teil der Serienausstattung ab der Linie Comfort. Nach dem Neustart des Motors bei per Kabel angeschlossenem Smartphone dauert es aber oft mehrere Minuten, bis die Software startet. Immerhin kann damit auf die integrierte Navigationslösung von Suzuki verzichtet werden, die entsprechenden Apps sind günstiger und oft präziser.

Das kostet der Suzuki Swift

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Günstig ist auch ein gutes Stichwort, was den Preis des Swift betrifft. Denn nicht nur bei den Abmessungen, sondern auch bei den Listenpreisen bleibt der Suzuki kleinwagenhaft. Bei 16.700 Euro startet die Basisversion. Empfehlenswert ist der Aufstieg zum Swift Comfort, der für 18.100 Euro zusätzlich das erwähnte Audiosystem mit Smartphoneeinbindung, Sitzheizung vorne, Totwinkelwarner und Spurhalteassistent mitbringt. Der Comfort+ kostet mit 18.980 Euro nur unwesentlich mehr, ist dafür aber mit auch längsverstellbarem Lenkrad, sechs statt vier Lautsprechern, schlüssellosem Zugang, anklappbaren Außenspiegeln, Klimaautomatik und Navi ausgestattet.

Leider kann die Kaufberatung aber nicht so einfach zum Topmodell raten. Denn wer im Stadtverkehr lieber entspannen will und die stufenlose CVT-Automatik bevorzugt, bekommt sie nur im Comfort-Swift. Das gilt auch für den optionalen Allradantrieb mit Schaltgetriebe. Spätestens damit ist der kleine Suzuki ein besonderes Angebot im Kleinwagenmarkt.

Fazit

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Der Suzuki Swift ist nach wie vor ein gutes Angebot im Kleinwagensegment, vor allem seine kompakten Ausmaße in Verbindung mit dem brauchbaren Platzangebot gefallen. Wer keinen Bedarf an modernsten Displayschlachten und Softtouch-Oberflächen im Innenraum hat, bekommt mit dem Fünftürer einen verhältnismäßig preiswerten Alltagsbegleiter. Die Ausstattungspolitik des Importeurs verhindert jedoch den in den Augen des Autors idealen Swift mit CVT und längsverstellbarem Lenkrad.

Technische Daten

Suzuki Swift 1.2 Duajet Hybrid

Hubraum 1.197 ccm
Anzahl und Bauform Zylinder 4 in Reihe
Maximale Leistung kW / PS 61 kW / 83 PS bei 6.000 U/min
Max. Drehmoment 107 Nm bei 2.800 U/min
Getriebe Fünfgang-Schaltgetriebe
Tankinhalt 37 Liter
Höchstgeschwindigkeit 175 km/h
Norm-Verbrauch auf 100km 5,4 Liter (WLTP)
Verbrauch real auf 100km 6,5 Liter
Leergewicht 965 kg
Anhängelast (gebremst) 1.000 kg, Stützlast 60 kg
Länge / Breite / Höhe 3.845 / 1.735 / 1.480 mm
Grundpreis 17.600 Euro (Club) - 18.980 Euro (Comfort+)
Testwagenpreis 19.860 Euro
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Text: Bernd Conrad
Bilder: Andreas Hof, Bernd Conrad
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