Der neue Cupra Born im ersten Check mit Sitzprobe, auch als Video
Seit etwas über vier Jahren ist der Cupra Born auf dem Markt. Das kompakte Elektroauto auf Basis der MEB-Architektur des Volkswagen-Konzerns hat sich als etwas dynamischere und emotionalere Alternative zum VW ID.3 fest etabliert. Um die Erfolgsgeschichte fortzuschreiben, haben die Spanier dem Born ein umfangreiches Facelift spendiert, in dessen Rahmen auch Updates beim Infotainment Einzug halten.
Mehr Licht
Die fünftürige Karosserie wurde an Front und Heck modifiziert. Dabei haben die Designer die Länge um acht Millimeter auf jetzt 4.316 mm reduziert. Die bisher ist der Cupra Born 1.809 mm breit (ohne Außenspiegel) und 1.540 mm hoch, das Kofferraumvolumen liegt unverändert bei 385 Litern.
Das LED-Tagfahrlicht in den neuen Scheinwerfern, die jetzt in Form von Klammern weiter nach unten greifen, zeigt auf jeder Seite drei dreieckige Elemente. Optional werden Matrix-LED-Scheinwerfer mit adaptiven Lichtfunktionen angeboten. Die angedeuteten Finnen zwischen Scheinwerfern und Markenlogo sind anders geformt, weiter unten tritt der Lufteinlass dominanter in Erscheinung als bisher. Der markentypische Kupferton ist am Frontspoiler und an seitlichen Lufteinlässen vor den Rädern präsent. Am Heck zeigt der Born einen neuen Stoßfänger mit stärker herausgearbeitetem Diffusor und ein breites LED-Lichtband mit integriertem, ebenfalls illuminiertem, Markenlogo. Auch diie Mulden an den Türgriffen werden bei Dunkelheit beleuchtet. Als Option kann man das hintere Kennzeichen nach unten klappen, um eine Anhängerkupplung zu montieren. Sie dient aber ausschließlich zum Transport von Fahrrädern auf einem entsprechenden Träger, eine mögliche Anhängelast wird auch weiterhin nicht ausgewiesen.
Neue Lackierungen, darunter das auf den Fotos und im Video gezeigte „Timanfaya Grey“ und fünf verschiedene Felgendesigns im 19- und 20-Zoll-Format komplettieren das Facelift, dazu kommen neu abgemischte 235er-Reifen für mehr Grip.
Der neue Cupra Born im Video
Neue Formen zeigt der Cupra Born auch innen. Hinter dem Multifunktionslenkrad mit physischen Tasten blickt der Fahrer auf ein größeres 10,25-Zoll-Display (bisher 5,3 Zoll). Optional spiegelt ein, jetzt endlich auch für den Born lieferbares, Head-up-Display Informationen mit AR-Inhalten (Augmented Reality) ins Blickfeld des Fahrers. Der Infotainment-Bildschirm hat weiterhin eine Bildschirmdiagonale von 12,9 Zoll. Komplett neu ist die Software, die auf dem Android-Betriebssystem von Google basiert und markenspezifische Oberflächen integriert.
Die Türverkleidungen sind neugestaltet, dazu kommen frische Bezugs- und Dekorstoffe mit einem höheren Anteil von Recycling-Material als bisher. Je nach Motorisierung kann man über Schaltwippen am Lenkrad die Energie-Rekuperation beeinflussen. Bei unserer ersten Sitzprobe im überarbeiteten Elektro-Kompakten gefällt die Ergonomie der Anzeigen. Die im Innenraum eingesetzten Materialien sorgen auf subtile Art und Weise für mehr Wohnlichkeit im Spanier.
Das Soundsystem der Marke Sennheiser arbeitet mit „Contrabass-Technologie“ für besseren Klang. Über die Lautsprecher werden bei Bedarf auch frisch komponierte Fahr-Sounds abgespielt. Die USB-C-Steckplätze vorne können Geräte mit 90 Watt Leistung laden, die Stecker im Fond mit 45 Watt. Langsamer geht es mit der induktiven Ladefunktion für ein Smartphone, mit der 15 Watt erreicht werden. Passagiere im Fond freuen sich über neue Lüftungsdüsen.
Bei der Fahrassistenz legt der Cupra Born mit dem Travel Assist 3.0 nach, der auch Schwarmdaten verarbeiten kann. Ein Kreuzungsassistent und eine Heck-Aufprallwarnung komplettieren den Schutzschirm. Ins digitale Leben der Fahrer und Besitzer integriert sich das Auto auf Wusch mit einem digitalen Schlüssel im Smartphone zum Entriegeln und Starten.
Welche Born-Versionen gibt es?
Neu sortiert zeigt sich das Antriebsprogramm, das in Zukunft aus vier Varianten besteht. Das neue Basismodell heißt schlicht Cupra Born. Sein 125 kW / 170 PS starker Heckmotor holt sich Energie aus einem 50 kWh großen Akku (bisher 150 kW, 60 kWh netto), die Reichweite soll bei 400 Kilometern liegen. Diese Version des Kompakten startet etwas später als die übrigen Varianten, die nachfolgend beschrieben werden.
Darüber rangiert der Cupra Born Plus mit 58 kWh netto nutzbarer Akku-Kapazität und 140 kW / 190 PS Motorleistung. Er soll 450 Kilometer schaffen. Reichweiten-Chef im Programm wird der Born Endurance mit 79 kWh großem Akku (netto) und 170 kW / 231 PS: 600 Kilometer sind geplant. Danach kann man mit bis zu 185 kW über den CCS-Anschluss laden, die Leistung über den Typ-2-Stecker liegt bei 11 kW. Über die V2L-Funktion (Vehicle-to-Load) können externe Verbraucher mit Strom versorgt werden.
Die Strecke von 600 Kilometern soll auch das Topmodell Cupra Born VZ mit einer Füllung schaffen. Hier leistet der Elektromotor 240 kW / 326 PS, er stellt ein Drehmoment von 545 Newtonmetern bereit. In 5,4 Sekunden geht es aus dem Stand mit Launch Control auf 100 km/h, die Höchstgeschwindigkeit liegt, wie bisher, bei 200 km/h.
Der Born wird günstiger
Zuletzt kostete der Cupra Born, ohne Rabatte oder Förderung, ab 40.450 Euro. Die Preise für das Facelift-Modell stehen noch nicht fest. Mit der anders gestaffelten Modellpalette, einer nominell geringeren Motorleistung und kleinerem Akku dürfte das Basismodell aber günstiger werden als bisher und bei deutlich unter 40.000 Euro starten. Optionen werden größtenteils in vier Paketen zusammengefasst, darunter auch das adaptive DCC-Fahrwerk mit 15 Stufen für die Dämpfer-Verstellung.
Fazit
Mit einem umfangreichen Facelift und neuer Infotainment-Software stellt sich der Cupra Born dem wachsenden Wettbewerb im Segment der kompakten Elektroautos. Das neu sortierte Modellangebot dürfte für deutlich günstigere Einstiegspreise sorgen als bisher.
Die Änderungen im Cockpit mit dem größeren Fahrer-Display, mehr Wertigkeit und dem Google-Betriebssystem dürften auch ein Ausblick auf das baldige Facelift des Konzernruders VW ID.3 sein. Wie bisher will der Cupra Born als dynamischere Alternative verstanden wissen, was er jetzt auch mit dem dicken Diffusor am Heck zeigt.