Fisker Ocean 2022 Macht der die anderen nass?

Der neue Fisker Ocean im ersten Check mit Video-Review. Das Elektro-SUV kommt Ende 2022 ab 41.560 Euro auf den Markt.



Die ersten 50 Prototypen sind bei Auftragsfertiger Magna im österreichischen Graz aus der Fabrik gerollt, damit biegt die Entwicklung des Fisker Ocean auf die Zielgerade ab.

Am 17. November 2022 sollen die Bänder anrollen. Schon jetzt kann das Elektro-SUV bestellt werden. Nachdem der Ocean auf der LA Auto Show im vergangenen Herbst seine Weltpremiere feierte, zeigte das amerikanische Unternehmen um CEO Henrik Fisker jetzt auf dem Mobile World Congress (MWC) in Barcelona die Europa-Version. Die einst geplante Kooperation Volkswagen wurde nicht realisiert, der Fisker Ocean nutzt anstelle des MEB eine Plattform, die von Magna entwickelt wurde.

Der Fisker Ocean im Video

Ab 41.560 Euro soll das erste Modell der wiedergeborenen Marke (wer erinnert sich noch an den Fisker Karma?) zu haben sein. Zum Basispreis gibt es den Fisker Ocean Sport mit Frontantrieb und einem Elektromotor. Er leistet maximal 202 kW / 275 PS und soll in 7,4 Sekunden aus dem Stand auf 100 km/h beschleunigen. Die Speicherkapazität des Lithium-Eisenphosphat-Akkus wird noch nicht genannt, der Ocean Sport soll nach WLTP-Norm aber eine Reichweite von bis zu 440 Kilometern ermöglichen.

Bei den stärkeren Modellen setzt Fisker auf eine andere Zellchemie, sie haben einen NMC-Akku (Lithium-Nickel-Mangan-Kobalt-Oxid). Allradantrieb mit einem zweiten Elektromotor an der Hinterachse ist ab hier auch serienmäßig. Der 57.000 Euro teure Fisker Ocean Ultra leistet 400 kW (540 PS) und soll in 4,2 Sekunden auf Landtstraßentempo beschleunigen. Als Reichweite mit den serienmäßigen 20-Zoll-Felgen werden 610 Kilometer in Aussicht gestellt.

Sondermodell zum Start

Die höchste Ausstattungs- und Leistungsvariante heißt Fisker Ocean Extreme, hier leistet der Antrieb 404 kW (550 PS). Das soll den Nullhunderspurt in 3,9 Sekunden ermöglichen. Reichweite: 630 Kilometer. Die ersten 5.000 Autos werden als Sondermodell One gebaut, stets in der Sonderfarbe Big Spur Blue. Der Ocean One kostet, wie der Extreme, 69.950 Euro.

In beiden ist das „Revole Display“ eingebaut. Das 17,1 Zoll große Hochkant-Display lässt sich im Stand des Autos in eine horizontale Position drehen (Hollywood Mode). Dann lassen sich, beispielsweise während einer Ladepause, Spiele spielen oder Filme ansehen.

California Mode: alles offen

Fisker Ocean MWC SUV 2022 Fotos Preis Daten Video Review

Eine weitere Besonderheit ist bei allen Ausstattungslinien serienmäßig. Mit aktiviertem „California Mode“ öffnen sich nicht nur alle vier Seitenscheiben auf Knopfdruck, sondern auch Panoramadach (ab Extreme mit Solarzellen für bis zu 2.400 Zusatzkilometer im Jahr) und sogar die seitlichen Fenster im Kofferraum und das in der Heckklappe.

Dann strömt nicht nur der Sommer ins Auto, man soll auch Trendsportgeräte oder auch Baumarkteinkäufe transportieren können. Die seitlichen Scheiben im Kofferraum können auch separat geöffnet werden, um einem Hund im Auto Frischluft zuzuführen. Die leicht ansteigende Gürtellinie über dem hinteren Radkasten ist dieser Funktion geschuldet, denn nur so ist genug Platz für das heruntergelassene Glas.

Sitzprobe im Fisker Ocean

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Die erste Sitzprobe fand in einem noch nicht serienreifen Prototyp des Fisker Ocean statt. Das Display ließ sich auf Knopfdruck drehen, Infotainmentinhalte waren aber noch nicht an Bord. Als konzentrieren wir uns auf die Hardware. Im Fond finden auch große Menschen ordentliche Platzverhältnisse vor. Sehr erfreulich: Die Rücksitzbank ist weit weg vom Innenboden montiert, man muss die Beine nicht so stark anwinkeln wie z.B. in einem VW ID.4. Auch die Füße passen bequem unter den Vordersitz.

Fahrer und Beifahrer können sich ebenfalls nicht über zu wenig Freiraum beklagen. Alle Beüzge und Materialen sind tierfrei, zudem wird viel Recycling-Material eingearbeitet. Diesen Nachhaltigkeitsanspruch zieht Fisker übrigens über weite Teile der Wertschöpfungskette durch. Auch die Magna-Fabrik in Graz soll CO2-neutral sein.

Service bei Pit Stop

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33.000 Menschen sollen bislang einen Ocean reserviert haben. Alleine für den europäischen Markt geht Fisker von bis zu 60.000 Verkäufen im Jahr aus. Neben einem klassischen Barkauf wird es Finanzierungsangebote und ein Langzeitmietmodell, aber kein typisches Leasing geben.

In München entsteht aktuell ein erstes „Brand Experience Center“ der Marke, weitere werden folgen. Beim Service arbeitet Fisker mit Bridgestone zusammen, so werden beispielsweise ausgesuchte Filialen der Kette Pit Stop als Anlaufstelle für Ocean-Fahrer zur Verfügung stehen. Sechs Jahre Garantie (bis 100.000 Kilometer) werden in Aussicht gestellt, auf Antriebsstrang und Batterie steht Fisker für zehn Jahre (bis 160.000 Kilometer) gerade.

Wie sich der 4,78 Meter lange, 1,99 Meter breite und 1,63 Meter lange Fisker Ocean fährt, kann wohl gegen Ende 2022 berichtet werden. Dann zeigt sich auch, ob das von den Amerikanern angepriesene digitale Radarsystem für die Fahrassistenten, das wesentlich weiter nach vorne blicken kann als aktuelle Systeme, einen Fortschrift darstellt.

Fazit

Fisker Ocean MWC 2022 Fotos Video Review

Hat die Welt auf ein weites Elektro-SUV gewartet? Nicht unbedingt. Aber die Kunden dürften den Fisker Ocean interessiert zur Probe fahren und wohl auch kaufen. Das Design wirkt gefällig, der Innenraum bietet gute Platzverhältnisse. Zumindest das Basismodell ist mit 41.560 Euro, vor Abzug der Umweltprämie von aktuell 9.570 Euro (inklusive Mehrwertsteuer auf den Herstelleranteil) verhältnismäßig günstig.

Seine Qualitäten in Sachen Infotainment und Fahrkomfort muss der Fisker Ocean noch unter Beweis stellen. Dann wird auch klar, ob er eine ernstzunehmende Konkurrenz zu Tesla Model Y und Co. ist.

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Text: Bernd Conrad
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