Der Dacia Striker kommt in drei Hybrid-Varianten, auch mit Allradantrieb.
Die Geschichte von Dacia unter Renault-Regie begann 2005 mit dem ersten Logan, der als „5.000-Euro-Auto“ konzipiert wurde. Die Rolle war klar: Marke und Modell sollten Basismobilität liefern, zu Beginn vor allem in Ländern ohne gesättigten Markt. Bei uns kam die kleine Stufenhecklimousine mit ABS und Airbag auf den Markt, der angekündigte Preis konnte nicht ganz gehalten werden. Mit 7.200 Euro war der Logan aber dennoch ein wahrer Preisbrecher.
Dacia will den Kombi-Markt erobern
Seitdem hat sich die Marke Dacia rasant weiterentwickelt. Mittlerweile wird keine im Konzern abgelegte Alt-Technik aufgetragen. Die CMF-B-Plattform, die alle aktuellen Dacia-Baureihen als technische Basis nutzen, entspricht der Architektur von Renault Clio, Captur und Symbioz. Der Kleinwagen Dacia Sandero wechselt sich mit dem Clio regelmäßig an der Spitze der europäischen Verkaufs-Statistik ab, ist auch bei den Privatkunden klarer Bestseller.
Neben dem Sandero ist auch das SUV Dacia Duster eine Erfolgsgeschichte, die mit dem Bigster aktuell im Segment der Kompakt-SUV um etablierte Konkurrenten wie VW Tiguan und Co. wiederholt wird. Mit der Größe der Fahrzeuge steigen auch die Ambitionen der Dacia-Strategen. Sie wollen einen schwarzen Fleck in der automobilen Landschaft füllen, den Skoda in den Augen mancher Kunden hinterlassen hat: Der Skoda Octavia Combi, die eierlegende Wollmilchsau unter den Autos, ist über die Jahre nicht nur technisch, sondern auch preislich, stetig weiter nach oben gerutscht. Dacia sieht die Zeit reif, diese Lücke mit einem „Lifestyle-Kombi“ zu füllen, „der die Regeln bricht“. Im Rahmen einer Präsentation zu „futuREady“, der neuen Strategie der Renault Group mit ihren Marken Alpine, Dacia und Renault, wurde das neue Modell erstmals angekündigt, jetzt zeigt sich die Serienversion. Der Name des Kombis: Dacia Striker.
Der Striker wird die oben erwähnte Plattform nutzen und mit einer Länge von 4,62 Metern etwas länger als der Bigster, aber mit seiner Kombi-Karosserie deutlich flacher bauen. Trotz der üppige Bodenfreiheit von 19 bzw. 20 Zentimetern (Front- / Allradantrieb) ist der Bigster überschaubare 1,53 Meter hoch. Beim Design des Striker fallen die LED-Elemente mit horizontalen und vertikalen Streifen auf. Auf Fotos erinnert das Modell aus machen Perspektiven an den neuen Kia K4 Kombi. Im Gegensatz zu Duster und Bigster kann man beim Striker auch die hinteren Türen über solide Bügeltürgriffe öffnen. Das bringt im Alltag nicht nur mehr Komfort, sondern auch mehr Sicherheit im Falls eines Unfalls. Der Innenraum folgt bei seiner Gestaltung den bekannten Modellen der Marke mit leicht zum Fahrer geneigten Infotainment-Bildschirm. Neu eingefasst ist das flache Display mit allen fahrrelvanten Informationn hinter dem Lenkrad. Ganz hinten steht ein 600 Liter großer Kofferraum bereit.
Drei Motorvarianten
Die Antriebstechnik wird aus dem Konzernregal entnommen. Drei Motorvarianten stehen künftig zur Auswahl, die den jeweiligen Varianten im Bigster entsprechen. Der Striker Mild Hybrid G-140 wird von einem 1,2 Liter großen Dreizylinder-Benziner als Mildhybrid angetrieben. Die 0,8 kWh große Batterie an Bord lädt sich während der Fahrt auf. Beim flüssigen Kraftstoff kann der Fahrer per Taste im Cockpit zwischen Benzin und LPG (Flüssiggas) wählen, der Striker hat also zwei Tanks an Bord. Als Alternative zum serienmäßigen Schaltgetriebe wird es eine Sechsgang-Automatik geben.
Als Vollhybrid mit größerem Akku (1,4 kWh) fährt der Striker Hybrid 155 vor, der einen 109 PS starken 1,8-Liter-Benziner mit zwei Elektromotoren kombiniert. Zur 36 kW (49 PS) starken E-Maschine, die das Auto auch alleine antreiben kann, kommt ein Startergenerator hinzu. Das bekannte Multi-Mode-Getriebe mit zwei Übersetzungen für den Elektro-Betrieb und vier Gängen für das Fahren mit dem Benziner ist serienmäßig.
Mit Allradantrieb ist das Dacia Striker als Hybrid 150 4x4 zu haben. Hier wird der 140 PS starke Drezyliner-Benziner als 48V-Mildhybrid mit einer elektrifizierten Hinterachse kombiniert. Der E-Motor leistet 23 kW (31 PS) und serviert ein Drehmoment von 87 Newtonmetern. Mittels Zweiganggetriebe kann er vollständig entkoppelt werden, um die Effizienz bei höheren Geschwindigkeiten ab 140 km/h zu verbessern. Dieser Antriebsstrang ist seit einiger Zeit auch in den SUV-Modellen Duster und Bigster zu haben, der Striker startet jedoch ohne den zusätzlichen LPG-Tank.
Den Dacia Striker wird es in drei Ausstattungslinien mit den Namen Expression, Journay und Extreme geben. Diese Sortierung des Programms zeigt den Anspruch, den Dacia bei der Ausweitung seiner Modellpalette mit größeren Autos hat. Die Essential geanannte Basis-Linie wird es für den Kombi nicht geben. Die Preise sind noch nicht bekannt. Der Dacia Striker Essential Mild Hybrid-G 140 soll ab unter 25.000 Euro kosten.
Fazit
Dacia Striker ist der Name des neuen Kombis, den die Renault-Tochter in diesem Jahr auf den Markt bringen wird. Er nutzt die CMF-B-Plattform, die auch die technische Basis für die anderen Modelle der Marke bis hin zum SUV Bigster ist. Stärkster Widersacher am Markt wird wohl der Skoda Octavia Combi, den der Dacia Striker beim Preis deutlich unterbieten wird. Für das Basismodell ist ein Einstieg bei unter 25.000 Euro geplant.
Im Video: Dacia Bigster Hybrid-G 150 4x4