Skoda Fabia 2021 Der Fabia bleibt sich treu

Premiere für die vierte Generation des Skoda Fabia. Der Kleinwagen wächst, entwickelt sich sonst aber eher behutsam weiter.



Das wurde aber langsam auch Zeit. Während die Konzernbrüder VW Polo und Seat Ibiza bereits mit einem Facelift aufwarten zieht jetzt endlich auch der Skoda Fabia auf die MQB-A0-Architektur um und reiht sich damit ins aktuelle Baumuster ein. Der Grund für die Verspätung ist, dass es eigentlich gar keine Verspätung ist. Die dritte Generation des Kleinwagens kam 2014 auf den Markt, sieben Jahre später folgt jetzt die turnusgemäße Ablösung.

4,11 Meter lang, Kofferraum auf Golf-Niveau

Der neue Skoda Fabia ist deutlich gewachsen. 4,11 Meter ist der Fünftürer lang, der Vorgänger blieb ein paar Millimeter unter der Viermetermarke. Fast fünf Zentimeter Wachstum in die Breite (jetzt 1,78 Meter) und ein um 9,4 Zentimeter auf 2,56 Meter verlängerter Radstand sollen für ein deutlich gewachsenes Raumangebot sorgen. Der Abstand zwischen den Achsen entspricht dem von VW Polo und Seat Ibiza.

Beim Kofferraumvolumen liegt der neue Skoda Fabia im Vergleich mit Polo und Ibiza vorne: 380 bis 1.190 Liter (bei umgelegter Rücksitzlehne) sind nicht mehr kleinwagenhaft und liegen auf dem Niveau des kompakten VW Golf. Der bisherige Fabia konnte mit 330 Litern 50 Liter weniger schlucken als der Neuling.

Das Design des Skoda Fabia wurde nur behutsam weiterentwickelt. Der Kühlergrill steht jetzt steiler im Fahrwind, Scheinwerfer und Konturen im Stoßfänger strahlen etwas mehr Dynamik aus. Auch die kurz vor der C-Säule leicht ansteigende Gürtellinie wurde als Stilmittel beibehalten.
Am Heck trägt der Skoda Fabia jetzt, wie die größeren Modelle der Marke, breite und geteilte LED-Rückleuchten.

Ein weitgehend geschlossener Unterboden und eine Jalousie, die den unteren Lufteinlass im vorderen Stoßfänger bei hohem Tempo verschließt, sollen gemeinsam mit dem Dachspoiler und speziellen Aero-Felgen (je nach Version optional) den Luftwiderstand drücken. Der cW-Wert des neuen Fabia liegt bei 0,28 – ein guter Wert für einen Kleinwagen.

Cockpit im Octavia-Stil

Skoda Fabia 2021 neu Fotos

Auch bei der Cockpitgestaltung lieferten Octavia und Co. die Inspiration, aufgepeppt mit runden Lüftungsdüsen. Das freistehende Infotainment-Display ist je nach Ausstattung bis zu 9,2 Zoll groß und knopflos bedienbar. In Verbindung mit dem Navigationssystem Amundsen ist der Fabia mit eingebauter eSIM immer online und kann die Karten über das Internet aktualisieren. Außerdem können die Passagiere das System als WLAN-Hotspot nutzen. Die Smartphoneintegration mit Apple CarPlay oder Android Auto ist auch ohne Kabelverbindung möglich.

Weiterhin gibt es ein separates Bedienteil für die Klimaanlage bzw. Klimaautomatik. Digitale Instrumente mit einem 10,25 Zoll großen Display hinter dem Lenkrad werden Aufpreis kosten. Ab der Ausstattungslinie Style gibt es ein Armaturenbrett mit Stoffbezug, Mikrofaser oder Kunstleder und Ambientelicht im Innenraum.

Bei den Fahrassistenten zieht aktuelle Konzernware ein. Auch der Skoda Fabia ist künftig mit dem Travel Assist für teilautomatisiertes Fahren erhältlich. Auf Wunsch kann das Auto mit dem Parklenkassistenten auch automatisch in Lücken zirkeln.

Alles „simply clever“?

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Kein neuer Skoda ohne neue „Simply Clever“-Details. Beim Skoda Fabia führt die Marke einen ausklappbaren Ladekantenschutz ein, der mit aufgedruckten Symbolen als Warnung für nachfolgende Verkehrsteilnehmer gleichzeitig die Verkehrssicherheit erhöht. Andere Ideen wie die Smartphone-Taschen an den Rückseiten der Vordersitzlehnen oder der USB-C-Anschluss am Innenspiegel (für eine Dashcam) sind bereit bekannt. Skoda benennt auch eine „abnehmbare Sonnenblende“ für das optionale Panoramadach als cleveres Detail. Hier dürfte aber eher der Rotstift der Controlling-Abteilung die treibende Kraft gewesen sein. Ein Rollo als Sonnenschutz wäre praktischer und komfortabler.

Bekannte Motoren ohne Elektrifizierung

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Erstaunlich konservativ zeigen sich die Kleinwagen des Volkswagen-Konzerns unter der Motorhaube. Da macht auch der neue Skoda Fabia keine Ausnahme. Elektrifizierte Antriebe gibt es nicht. Das Motorenprogramm besteht, nachdem bereits der Vorgänger ohne Diesel auskam, ausschließlich aus Benzinern.

Die Basis bildet der 1.0 MPI-Dreizylinder ohne Aufladung. Ihn wird es mit 48 kW / 65 PS und 59 kW / 80 PS geben. Darüber rangiert der 1.0 TSI, ebenfalls mit drei Zylindern. Ein Turbolader sorgt für mehr Leistung. Varianten mit 70 kW / 95 PS und 81 kW / 110 PS stehen zur Wahl.

Einziger Vierzylinder im Angebot ist der 1.5 TSI mit 110 kW / 150 PS. Dieser Motor soll mit einer Zylinderabschaltung Sprit sparen. Das 7-Gang-DSG ist bei ihm serienmäßig, beim 1.0 TSI mit 110 PS als Option verfügbar.

Die manuellen Getriebe haben bis zur 95-PS-Leistungsstufe fünf Vorwärtsgänge, beim 110-PS-Modell sind es sechs Übersetzungen.

Der Combi wird weitergebaut

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Die Preise des neue Skoda Fabia stehen noch nicht fest. Im Vergleich zum Vorgänger dürfte er aber etwas teurer werden und als Basismodell wohl bei knapp über 15.000 Euro starten. Für "ausgewählte Märkte" hat Skoda bei der Premiere einen Einstiegspreis von "unter 14.000 Euro" in Aussicht gestellt. Dafür wird es eine karg ausgestattete Basisversion geben, die vor allem auf Märkte mit geringerer Kaufkraft zielt.

Hoffnungen auf ein sportliches Topmodell in Form des Fabia RS sollte man sich nicht machen. Schon die dritte Generation musste ohne „Hot Hatch“ auskommen, auch ein Cupra Ibiza wurde wieder verworfen. Im überschaubaren Markt der starken Kleinwagen reicht dem Konzern das Angebot des VW Polo GTI und des Audi A1 40 TFSI.

Der aktuelle Skoda Fabia Combi wird vorerst in bekannter Form weitergebaut, er wird voraussichtlich erst 2023 abgelöst. Seine Preise starten als Active mit 44 kW / 60 PS bei 15.150 Euro.

Großer Bruder im Video: Skoda Scala

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Text: Bernd Conrad
Bilder: Hersteller