Der neue Peugeot 408 im ersten Check mit Sitzprobe, auch als Video-Review.
Seit rund dreieinhalb Jahren buhlt der Peugeot 408 um die Gunst von Kunden, die einen besonderen Autogeschmack haben. Vor allem in Deutschland ist das Segment der Limousinen und Fließheckmodelle, die sich zwischen Kompakt- und Mittelklasse positionieren, ein Nischenmarkt. Europaweit (inklusive Türkei) sieht das anders aus. Hier liegt der Peugeot 408 in den Zulassungszahlen fast gleichauf mit dem Skoda Octavia als Limousine.
Was ändert sich zum Facelift?
Mit einer Länge von 4,69 Metern baut der Peugeot eine Brücke zwischen der Kompakt- und der Mittelklasse. Als Alternative zum 308 SW (Kombi) soll er aber auch Menschen ansprechen, die kein SUV fahren wollen. Damit zählt auch der Cupra Formentor zu den Mitbewerbern des Franzosen.
3.374 Neuzulassungen in den Monaten Januar bis einschließlich November 2025 zählt die offizielle Statistik des KBA (Kraftfahrt-Bundesamt) für den Peugeot 408 in Deutschland. Ein durchschlagender Erfolg ist das Crossover-Modell bisher bei uns noch nicht. Um das zu ändern, schickt der Hersteller jetzt ein Facelift an den Start.
An der Front zeigt der Peugeot 408 künftig ein zeitgeistiges Vieraugengesicht. Blinker und Tagfahrlicht in Form von drei Krallen sitzen in den flachen oberen Elementen, die eigentlichen Hauptscheinwerfer (in den höheren GT-Linien mit adaptiven Matrix-Funktionen) sitzen weiter unten im neugestalteten Stoßfänger. Die bisher charakteristischen langen LED-Leisten entfallen. Lichtelemente sind im neuen Kühlergrill platziert, sie ziehen sich über die Breite des Autos. In den GT-Varianten darf das Löwen-Logo an der Front erstmals leuchten.
Als erstes Modell der Marke zeigt der 408 zudem einen illuminierten Peugeot-Schriftzug am Heck anstelle der bisherigen schwarzen Verblendung zwischen den Rückleuchten. Außerdem wurden die Leichtmetallfelgen neu gezeichnet. 17 Zoll große Räder zählen bei den Varianten Allure und Allure Business zur Serienausstattung, der 408 GT steht auf 19-Zöllern. Der darauf aufbauende GT Exclusive bekommt 20 Zoll große Felgen. Neu im Farbprogramm ist die auf den Fotos und im Video gezeigte Lackierung in „Flare Green“.
Der neue Peugeot 408 im Video
Das bekannte i-Cockpit mit tief platziertem Lenkrad wurde mit neuen Layouts für die digitalen Instrumente am unteren Rand der Windschutzscheibe modernisiert. Im Topmodell ist ein 3D-Display mit zwei Anzeigenebenen serienmäßig. Es bleibt bei den frei belegbaren „i-Toggles“, den Touch-Feldern in der Mittelkonsole. Neue Oberflächenmaterialien sollen den Innenraum hochwertiger gestalten. Alcantara-Bezüge gibt es als Option für die GT-Linie und serienmäßig im GT Exclusive. Als Option kann man Nappaleder konfigurieren. Platzangebot und Kofferraumvolumen ändern sich mit dem Facelift erwartungsgemäß nicht. Hinter die flache Klappe passen (beim Mildhybrid-Benziner) 536 bis 1.611 Liter Ladung, bei umgeklappter Lehne der Rücksitzbank entsteht eine 1,89 Meter lange Fläche mit leicht ansteigender Bodenlinie.
Mildhybrid-Benziner
Die Basismotorisierung im Peugeot 408 stellt der in fast allen Stellantis-Konzernmodellen eingesetzte Mildhybrid-Benziner mit 1,2 Litern Hubraum und drei Zylindern dar. Die Kombination aus dem 100 kW / 136 PS starken Verbrenner und einer 15,6 kW (21 PS) starken E-Maschine, die im Gehäuse des Sechsgang-Doppelkupplungsgetriebes steckt, bringt eine Systemleistung von 107 kW / 145 PS. Bei Bedarf spurtet der Peugeot 408 damit in 9,4 Sekunden auf 100 km/h und erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 205 km/h. Nach WLTP-Norm sollen dem Mildhybrid 5,0 l/100km genügen.
Elektroantrieb
Noch taufrisch ist der elektrische Peugeot e-408. Auch diese Antriebsvariante bleibt mit dem optischen Facelift ohne technische Änderungen. Im Gegensatz zu den meisten anderen Modellen, mit denen er sich die EMP2-Plattform teilt, wird der e-408 von einem stärkeren Motor mit bis zu 157 kW (213 PS) und 343 Newtonmetern Drehmoment angetrieben. Die Energie aus dem 58,2 kWh großen NMC-Akku (Brutto 61,9 kWh) soll für eine Reichweite von bis zu 456 Kilometern sorgen. Der Norm-Verbrauch wird mit 14,7 kWh/100 km angegeben. Geladen wird dreiphasig mit 11 kW über den Typ-2-Anschluss oder mit maximal 120 kW über CCS. Erstmals lässt sich der Akku im e-408 GT bei aktiver Routenführung auch vorkonditionieren, außerdem kann man zum Schutz der Zellen ein Ladelimit bei 80 Prozent der Kapazität einstellen. Über die V2L-Funktion (Vehicle-to-Load) gibt die Batterie des Peugeot Strom mit bis zu 3,5 kW an andere Verbraucher ab.
Plug-in Hybrid
Der Plug-in Hybrid im Peugeot 408 bekommt eine Leistungssteigerung, damit soll die Baureihe als Solitär im Modellprogramm wohl vor allem Firmenwagenfahrer ansprechen. Die Systemleistung steigt von bisher 225 PS auf jetzt 176 kW / 240 PS. Die dafür zuständige Hardware in Form eines 180 PS starken 1,6 Liter Benziners und des Elektromotors mit 92 kW (125 PS) bleibt unverändert. Das gilt auch für den Akku mit 17,2 kWh Speicherkapazität, von denen 14,2 kWh nutzbar sind. Die elektrische Reichweite steigt, im Vergleich zum Vorgänger, leicht um sechs auf 85 Kilometer. Bis zu einem Tempo von 135 km/h lässt sich der Peugeot 408 Plug-in Hybrid rein elektrisch und damit lokal emissionsfrei fahren. Die Kraftübertragung orchestriert das bekannte Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe.
Das Nachfassen von elektrischer Energie bleibt auch nach dem Facelift zeitaufwendig. Weiterhin wird ein Zweiphasen-Lader für 7,4 kW nur optional zu haben sein, am Kabel zieht der Franzose Strom sonst nur über eine Phase mit 3,7 kWh Leistung.
Preise und Ausstattung
Die Preise für das Facelift des Peugeot 408 sind aktuell noch nicht bekannt, sie dürften aber auf dem Niveau des bisher angebotenen Modells liegen. Der 408 Hybrid 145 starte als Allure zuletzt bei 40.790 Euro, der Plug-in Hybrid bei 47.600 Euro und der elektrische e-408 bei 46.300 Euro. Nach dem Bestellstart sollen die ersten Exemplare im Frühsommer an Händler und Kunden ausgeliefert werden.
Auch nach der Überarbeitung umfasst das Programm die vier bekannten Ausstattungslinien Allure, Allure Business (seltsamerweise nicht mit Elektroantrieb kombinierbar), GT und GT Exclusive. Das Markenemblem auf den vorderen Kotflügeln im Ferrari-Style tragen die beiden GT-Modelle ab Werk.
Fazit
Der Peugeot 408 fährt mit einem Facelift in die zweite Lebenshälfte. Die Änderungen an der Front fallen mit den neuen Scheinwerfern überraschend umfangreich aus. In den höheren Ausstattungslinien gibt es weiterhin adaptives Matrix-LED-Licht. Im Innenraum trägt das neue Modell frische Bezüge und zeigt ein geändertes Display für die Instrumente über dem Lenkradkranz.
Bei den Antrieben haben Kunden auch in Zukunft die Wahl zwischen einem Mildhybrid-Benziner mit 145 PS, dem vollelektrischen e-408 mit 157 kW (213 PS) und einem Plug-in Hybrid. Feinarbeit an der Software sorgt bei ihm für eine auf 176 kW / 240 PS gestiegene Systemleistung. Im Frühsommer kommt der geliftete Peugeot 408 zu den Händlern und auf die Straße.