Renault Captur 2024 Nach dem Facelift günstiger

Erste Fahrt im neuen Renault Captur: Das kleine SUV bekam ein umfangreiches Facelift.

Nach fast fünf Jahren Bauzeit spendiert Renault dem erfolgreichen Captur ein Facelift. Mit seinem aktualisierten Design folgt das B-SUV der Marke, das sich die Basis mit dem ebenfalls frisch gelifteten Kleinwagen Renault Clio teilt, einer neuen Formensprache.

Das neue Renault-Gesicht

Das zeigt sich an der neuen Front des Renault Captur. Das neue Logo sitzt mittig im deutlich verkleinerten Kühlergrill. Auch ein neues Blechteil gibt es: Die Motrhause ist mit dem kleineren Emblem jetzt anders geformt. Die Scheinwerfer betonen die Breite, verlieren dabei ihre Tagfahrlicht-Spangen. An ihrer Stelle sitzen vertikale LED-Elemente im Stoßfänger. Im Gegensatz zu denen am Clio bestehen sie nicht aus einzelnen Lichtelementen, sondern stellen leuchtende Flächen dar.

Die seitlichen Lufteinlässe dienen der Aerodynamik sowie der Kühlung der Bremsen. Frischluft für den Antrieb zieht sich der Captur, zusätzlich zum oberen Grill, auch über die Einlässe unterhalb des Kennzeichens.

Am Heck gibt es Rückleuchten mit neuem Innenleben und transparenter Abdeckung, ebenfalls das aktualisierte Markenlogo und einen geänderten Stoßfänger. Mit Perlmutt-Beige zieht eine neue Lackoption ins Programm ein. Je nach Ausstattungslinie rollt der Renault Captur auf Rädern mit 17, 18 oder 19 Zoll großen Felgen.

Der neue Captur im Video

Ein neues digitales Kombiinstrument zeigt die fahrrelevanten Informationen, abhängig von der Ausstattungslinie, auf einem bis zu 10,25 Zoll großen Display an. In den Topmodellen gibt es zudem ein neues Open-R-Link-Infotainmentsystem mit 10,4-Zoll-Bildschirm, das Googles Betriebssystem Android Automotive 12 nutzt. Programme wie Google Maps für die Navigation und Google Assistant sind an Bord, über den Play Store können weitere Apps geladen werden. Smartphone-Inhalte können via Apple CarPlay und Android Auto auch ohne Kabelverbindung integriert werden.

Neue Materialien und Farbkombinationen sollen den Innenraum aufwerten. Leder wird nicht mehr eingesetzt. Auch weiterhin bietet der Renault Captur eine um 16 Zentimeter in der Länge verschiebbare Rücksitzbank.

Das Motorenprogramm

Renault Captur Facelift 2024

Das Motorenprogramm für den Renault Captur zeigt keine technischen Änderungen, der Plug-in Hybrid entfällt. Basismodell ist der TCe 90, ein 91 PS starker Dreizylinder-Turbobenziner mit manuellem Sechsganggetriebe. Als LPG-Version für den alternativ möglichen Betrieb mit Autogas leistet er 100 PS. Den Mildhybrid-Vierzylinder mit 1,3 Litern Hubraum gibt es als 140 PS starke Varianrte mit manueller Sechsgangschaltung oder mit 160 PS und EDC-Doppelkupplungsgetriebe.

Der Renault Captur E-Tech-Hybrid ohne Stecker, für den sich bisher rund 35 Prozent der Kunden entschieden haben, bietet mit 1,6 Liter großem Benziner und zwei E-Maschinen wie gewohnt eine Systemleistung von 145 PS. Sein Multi-Mode-Getriebe ist die einzige Automatik-Version im Modellprogramm.

Der Fußgänger-Warnton, den der Hybrid beim langsamen elektrischen Fahren aufgrund gesetzlicher Vorgaben spielt, wurde von Synthesizer-Legende Jean-Michelle Jarre komponiert.

Vorausschauender Hybrid

Renault Captur Facelift 2024

Der Hybrid-Antrieb kann mit Hilfe einer vorausschauenden Software effizient gesteuert werden. Bei aktiver Routenführung werden Topographiedaten und Streckenverlauf auf den kommenden sieben Kilometern in die Steuerung der Antriebskomponenten mit einbezogen. Ohne Navigationsziel blicken die Sensoren und Datenbanken auf eine wahrscheinlich anzunehmende Route.

Nach dem Renault 5 Electric zeigt auch der neue Captur Mitleid mit Fahrern, die vor zu vielen, von der EU verlangten, Assistenzsystemen genervt sind. Eine Taste links vom Lenkrad erlaubt den direkten Zugriff auf eine persönliche Konfiguration der Hinweise und Warnfunktionen. Das Piepen, das bei einer möglichen Geschwindigkeitsübertretung ertönt, kann man damit also abstellen.

Das Fahrwerk wurde mit dem Facelift in vielen Punkten überarbeitet. Der 160 PS starke Mildhybrid sowie der Captur E-Tech Hybrid 145 bekommen zudem neue Stoßdämpfer.

Drei Ausstattungslinien gibt es für den Captur: Evolution, Techno und Esprit Alpine. Letztere soll die dynamische Seite des 4,23 Meter langen Fünftürers herauskehren und löst die R.S. Line ab. Die Preise beginnen für das Basismodell Evolution, u.a. mit Klimaanlage, Geschwindigkeitsregler, und OpenR-Link-Infotainment, bei 22.950 Euro. Zum Vergleich: Der Renault Captur wurde bisher ab 23.700 Euro in der Ausstattungslinie Equilibre angeboten, die mit dem Facelift jedoch entfällt. Kunden mit mehr Platzbedarf können auf gleicher Basis in Zukunft ein weiteres Renault-SUV wählen. Der Symbioz dürfte im Sommer 2024 vorgestellt werden.

Der Fahrbericht

Renault Captur Facelift 2024 Preis Test Fahrbericht Video

Zum ersten Kennenlernen steht der überarbeitete Renault Captur als E-Tech Hybrid 145 bereit. Unsere Testfahrten beginnen in der spanischen Hauptstadt Madrid. Neben der hohen Sitzposition, die für viele Menschen ja ein Kaufgrund für SUV- und Crossover-Modelle ist, fällt die Haptik der Stoffbezüge der mittleren Ausstattungslinie Techno positiv auf. Auch der Kunstleder-Kranz des Lenkrads ist griffsympathisch.

Das auf 10,4 Zoll gewachsene Hochkant-Display schränkt, in Zusammenhang mit dem großen Innenspiegel und der flachen Windschutzscheibe, die Aussicht etwas ein. Das stört vor allem beim Abbiegen an verkehrsreichen Kreuzungen, wo Roller und Fahrräder zwischen den Autos die letzte Lücke suchen.

Wir verlassen die Stadt und fahren auf die Autobahn. Auch beim Beschleunigen hält sich der Vierzylinder-Benziner akustisch im Hintergrund. Auch die Dämmung zeigt einen deutlichen Unterschied zur Budget-Konzernschwester Dacia. In Jogger und Duster ist der gleiche Antriebsstrang verbaut. Der Verbrenner und auch das Getriebe sind dort aber deutlich zu hören.

Bei Tempolimit 120 km/h sammelt der Renault Captur entspannt Kilometer. Wind- und Abrollgeräusche bleiben außen vor. Entlang der Autobahn wachsen die Hügel höher in die Luft. Zeit, abzufahren und das Potenzial des kleinen SUV auf kurvigen Landstraßen auszuprobieren.

Spürbarer Feinschliff am Fahrwerk

Renault Captur Facelift 2024 Preis Test Fahrbericht Video

Das überarbeitete Fahrwerk, im Fall des Hybriden auch mit neuen Stoßdämpfern, gefällt auf Anhieb. Der Captur federt sanft ein und schluckt kurze Verwerfungen, ohne aufzuschaukeln. Der zweite Testwagen, den wir am Folgetag über die identischen Strecken scheuchen, ist ein Esprit Alpine. Hier machen sich die größeren 19-Zoll-Räder (und damit die größeren ungefederten Massen) mit einem leicht reduzierten Federungskomfort bemerkbar. Aber auch in der dynamisch orientierten Ausstattungslinie bleibt der Captur ein guter Alltagsbegleiter.

5,4 Liter je 100 Kilometer meldet der Bordcomputer bei Einbruch der Dämmerung am ersten Tag als Durchschnittsverbrauch. Angesichts der Tatsache, dass wir für Foto- und Videoarbeiten bei bis zu 33 Grad Außentemperatur (und entsprechend hart arbeitender Klimaanlage) ein zufriedenstellender Wert, der aber – wie erwartet – über dem WLTP-Normverbrauch von 4,7l / 100km liegt. Ohne die Rangierarbeit und Fahrten für den Bewegtbild-Beitrag sind wir am zweiten Tag (wieder laut Bordcomputer) mit 5,1l / 100 km unterwegs.

Fazit

Renault Captur Facelift 2024 Preis Test Fahrbericht Video

Der Vollhybrid ist ein akustisch zurückhaltender Geselle. Wenn man seinem entspannten Charakter folgt, kann man niedrige Verbrauchswerte erzielen. Auch angesichts des Mehrpreises von 1.000 Euro im Vergleich zum Mildhybrid mit Doppelkupplungsgetriebe dürfte aber auch diese Variante mit 158 PS eine gute Alternative sein.

Das Facelift übersetzt das Captur-Rezept ohne starken Dialekt in die neue Designsprache der Marke Renault. Die optische Operation an der Front ist also gelungen, wenngleich am Heck nur wenig geändert wurde. Das Infotainmentsystem mit Google-Software ist gut zu bedienen und bietet eine aktuelle Navigation mit Google Maps. Das größere Hochkant-Display schränkt jedoch die Aussicht ein.

Der Vollhybrid ist ein akustisch zurückhaltender Geselle. Wenn man seinem entspannten Charakter folgt, kann man niedrige Verbrauchswerte erzielen. Auch angesichts des Mehrpreises von 1.000 Euro im Vergleich zum Mildhybrid mit Doppelkupplungsgetriebe dürfte aber auch diese Variante mit 158 PS eine gute Alternative sein.

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Text: Bernd Conrad
Bilder: Hersteller, M. Gill, B. Conrad