Skoda Kodiaq 2024 Alles zum neuen großen Skoda-SUV!

Der neue Skoda Kodiaq im ersten Check mit Sitzprobe, auch als Video-Review.



Die Kernmarke der Konzernmutter Volkswagen bekam den Vortritt, durfte die neue Generation des Tiguan kurz nach der IAA Mobility der Weltöffentlichkeit präsentieren. Einige Wochen später zieht Skoda das Tuch vom Kodiaq.

Im Jahr 2016 kam der Vorgänger als erstes Skoda-SUV der Neuzeit auf den Markt und begründete die Namensstruktur der Modelle mit einem „K“ am Anfang und einem „q“ am Ende des Wortes. Die Inspiration dafür brachte der Kodiakbär, zudem gibt es im US-Bundessstaat Alaska eine Stadt namens Kodiak.
Dort wird das Skoda-SUV zwar nach wie vor nicht verkauft, in Europa gilt die Baureihe jedoch als Bestseller. Bei der Neuauflage wird somit nichts dem Zufall überlassen.

Der Kodiaq wird wachsen

Mit dem Modellwechsel wächst der Skoda Kodiaq in der Länge um über sechs Zentimeter, misst fortan 4,76 Meter. Außerdem ist der Tscheche 1,87 Meter breit und 1,66 Meter hoch. Das Kofferraumvolumen beim Fünfsitzer wächst zum 75 auf jetzt 910 Liter. Beim optional erhältlichen Siebensitzer sind es, aufgrund der im Boden versenkten Einzelsitze ganz hinten, 845 Liter. Bei voller Bestuhlung können noch 340 Liter Gepäck mitfahren.

Das Cockpit zeigt Anleihen beim Vorgänger, wird jedoch deutlich modernisiert. Neben dem Instrumenten-Display blickt man auf ein 12,9 Zoll großen Infotainment-Bildschirm. Die größere Variante mit 15 Zoll bleibt der Marke VW vorbehalten.

Der neue Kodiaq im Video

Ganz auf die Touchscreen-Funktion muss man sich im Auto aber nicht einlassen. Skoda hat das Cockpit mit drei „Smart Dial“ genannten Dreh-Drück-Stellen bereits gezeigt. Die Ringe an den Reglern dienen zur Einstellung von Temperatur und anderen Funktionen. Mit einem Druck auf den Ring kann das Menü gewechselt werden, die Anzeige auf dem Bedienelement ändert sich. Außen sind die Steuerung von Sitzheizung und -lüftung möglich, innen die Audiolautstärke, der Zoom der Navigationskarte und die Einstellung des Fahrmodus. Vorteil für den Skoda-Fahrer: Im VW Tiguan muss man mit einem Dreh-Drück-Steller auf der Mittelkonsole auskommen.

Als technische Grundlage nutzt der neue Skoda Kodiaq die überarbeitete MQB-Evo-Architektur. Optional kann man das DCC-Pro-Fahrwerk bestellen. Die adaptiven Dämpfer arbeiten mit jeweils einem Ventil für die Zug- und Druckstufe. Diese Erweiterung erlaubt eine größere Spreizung zwischen den Abstimmungen und auch insgesamt mehr Fahrkomfort. Erstmals erfahren konnten wir den neuen Skoda Kodiaq im Rahmen einer Prototypen-Fahrt mit dem auf „Normal-Modus“ eingestellten DCC Pro. Ein ausführlicher Test wird 2024 folgen.

Das Basismodell wird vom bekannten 1.5 TSI mit 110 kW / 150 PS angetrieben. Er ist in der neuen Generation Teil eines 48-Volt-Mildhybridsystems. Neben der Zylinderabschaltung hilft auch eine „Segel“-Funktion mit ganz abgeschaltetem Verbrenner beim Spritsparen. Darüber rangiert der 2.0 TSI mit künftig 150 kW / 204 PS und serienmäßigem Allradantrieb.

Dieselkunden können den 2.0 TDI mit doppelter Abgasreinigung (Twindosing) in zwei Leistungsstufen bekommen: 110 kW / 150 PS mit Frontantrieb oder als Allradler mit 142 kW / 193 PS. Der stärkere Selbstzünder hat aufgrund der Anpassung an aktuelle Abgasnormen etwas an Leistung eingebüßt.

Ein Doppelkupplungsgetriebe (DSG) mit sieben Gängen ist in allen genannten Varianten serienmäßig, mit Handschaltung wird es den Kodiaq nicht mehr geben. Der Wählschalter für die Fahrstufe ist an die Lenksäule gewandert, was in der Mittelkonsole mehr Platz schafft, auch für zwei Schalen zum induktiven Laden von Smartphones.

Erstmals mit Stecker

Skoda Kodiaq 2024

Sechs Vorwärtsgänge hat das DSG im neuen Kodiaq Plug-in Hybrid. Erstmals ist das große Skoda-SUV mit Stecker zu haben. Der 150 PS starke 1.5 TSI arbeitet im Team mit einem 85 kW (115 PS) starken Elektromotor, die Systemleistung des Fronttrieblers liegt bei 150 kW / 204 PS. Ein 25,7 kWh großer Akku, von dessen Speicherkapazität knapp 20 kWh netto nutzbar sind, soll eine elektrische Reichweite von über 100 Kilometern ermöglichen.
Wechselstrom wird dreiphasig mit 11 kW geladen. Außerdem kann man über den CCS-Anschluss auch Gleichstrom mit einer maximalen Leistung von 50 kW aufnehmen.

Im Frühjahr 2024 soll der neue Skoda Kodiaq auf den Markt kommen. Preise werden noch nicht genannt. Zum Vergleich: Der neue VW Tiguan startet bei 36.600 Euro.

Der erste Kontakt

Skoda Kodiaq 2024 Check Sitzprobe Test Video Review

Zum ersten Kennenlernen steht der neue Skoda Kodiaq als 2.0 TDI mit 150 PS in der Farbe Bronx Gold in einem Fotostudio bereit. Die gestreckte Karosserie betont ihre Länge zusätzlich durch eine schwarze B-Säule und einen verdeckten Dachpfosten an den hinteren Türen. Die silberne Verkleidung der D-Säule wirkt ungewohnt, sie erinnert ein wenig an den Hyundai Tucson. Die Größe des Autos wird auch daran erkennbar, dass die montierten 20-Zoll-Leichtmetallfelgen keinesfalls mächtig wirken.

Der Fünfsitzer präsentiert hinter der elektrischen Heckklappe einen großen Kofferraum. Die Werksangabe von 910 Litern Volumen glaubt man gern. Ohne den doppelten Ladeboden entsteht beim Vorklappen der Rücksitzlehnen-Elemente eine kleine Stufe. Auch mit eingelegtem Boden steigt die Ladefläche dann leicht an.

Die Sitzprobe

Skoda Kodiaq 2024 Check Sitzprobe Test Video Review

In ihrer 60:40-Teilung ist die Fondsitzanlage manuell in der Länge verschiebbar. Nicht nur in hinterster Rastung bietet der Skoda Kodiaq im Fond verschwenderische Platzverhältnisse. Das kennt man schon vom Vorgänger, die Neuauflage legt nochmal ein paar Zentimeter drauf. Vorne kann man sich auf ErgoActive-Sitzen auf Wunsch massieren lassen, zudem gibt es neben der Sitzheizung auch eine Lüftungsfunktion.

Das Cockpit übernimmt das grundlegende Layout vom Vorgänger, Displays und Bedienelemente sind aber neu. Im Infotainment-Menü kommt man gut zurecht, die Bedienstruktur entspricht der in den neueren VW-Schwestermodellen. Eine Skoda-Idee ist der Display-Reiniger. Eine kleine Sprühflasche enthält die benötigte Flüssigkeit, mit der Mikrofaser-Oberfläche des Behälters kann man das Display dann streifenfrei von Fingerabdrücken befreien.

Die Bedienung der Klimafunktionen und von Audio-Lautstärke oder Fahrmodus-Wahl über die drei Smart Dials in der Mittelkonsole gelingt problemlos und ist intuitiv gelernt. Zumindest im Vorserienexemplar fühlen sich die Drehringe aber arg nach Plastik an. Es wird spannend, zu sehen, ob zum Serienstart die Materialgüte hierfür noch geändert wird.

Schon an Bord ist der bewährte Türkantenschutz. Beim Öffnen einer Tür legt sich eine gummierte Kunststoffleiste um die Kante, verhindert somit Kratzer am eigenen und anderen Fahrzeug in engen Lücken. Wer hat´s erfunden? Nicht Skoda, zuerst gab es dieses Detail bei Ford.

Fazit

Der neue Skoda Kodiaq soll die Erfolgsgeschichte des Vorgängers weiterschreiben. Eine erste Fahrt im Vorserienfahrzeug konnte zeigen, dass auch die Neuauflage ein sehr komfortables Auto wird.

Das Wachstum sorgt für nochmals mehr Platz im Innenraum, die Materialgüte liegt auf hohem Niveau. Neben dem Touchscreen, Lenkradtasten und der Sprachsteuerung stehen zudem die drei „Smart Dials“ für eine intuitive Bedienung wichtiger Funktionen bereit.

Mit einer elektrischen Reichweite von 100 Kilometern will der Kodiaq auch ohne Kaufprämie als Plug-in Hybrid punkten. Allradantrieb wird es nur mit den beiden starken Verbrennern als Benziner und Diesel geben. So oder so: Der neue Kodiaq wird seinen Weg gehen.

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Text: Bernd Conrad
Bilder: Hersteller (5), AUTONOTIZEN (3)