Der Xpeng P7+ wird in Österreich gebaut und zu Preisen ab 46.600 Euro verkauft.
Die chinesische Marke Xpeng bringt jetzt mit dem P7+ eine neue Fließheck-Limousine zu den deutschen Händlern. Sie löst den kleineren P7 mit Stufenheck-Karosserie ab und soll, wie die SUV-Modelle G6 und G9, mit sehr kurzer Ladezeit über den CCS-Anschluss punkten.
KI-definiertes Fahrzeug
Mit einer Länge von 5,07 Metern ist der Xpeng P7+ einen Zentimeter länger als der nicht eben kompakte BMW i5. Gegen ihn, den Audi A6 e-tron und auch den VW ID.7 soll der Chinese beim Buhlen um die Business-Class-Kunden punkten. Das soll nicht nur mit einem geräumigen Innenraum um 573 Liter Ladevolumen für Gepäck (bis zu 1.931 Liter bei umgeklappter Rücksitzlehne mit 2,10 Meter langer Ladefläche) gelingen, sondern auch mit moderner Technologie.
Xpeng spricht vom „ersten KI-definierten Fahrzeug“ der Marke. Die Computing-Plattform und der Turing AI Chip wurden nicht zugekauft, sondern im eigenen Haus entwickelt. Bis zu 750 TOPS (also 750 Billionen Operationen) pro Sekunden sollen möglich sein. 25 Sensoren und Kameras sind die Augen und Ohren des Autos für Fahr- und Parkassistenz. Updates werden over-the-air, also ohne Werkstattbesuch, erledigt.
Alle für den Fahrer relevanten Informationen sind auf einem 8,8 Zoll großen Display hinter dem Lenkrad zusammengefasst, auf der Mittelkonsole thront ein 15,6 Zoll großer Touchscreen. Ein Navigationssystem mit Ladeplanung, kabellose Smartphone-Integration mit Apple CarPlay und eine induktive Ladefunktion für zwei Telefone (bis 50 Watt) sind serienmäßig. Erstmals gibt es ein Head-up-Display in einem Xpeng – serienmäßig in allen Varianten. Ausstattungsabhängig erlaubt ein acht Zoll großer Bildschirm im Fond die Steuerung von Infotainment-Funktionen in der zweiten Sitzreihe. Das Soundsystem im Xpeng P7+ fährt mit 20 Lautsprechern auf, darunter ist auch eine Box im Fahrersitz. Heizung und Lüftung für die Vordersitze mit Massagefunktionen sind immer serienmäßig, die P7+-Versionen mit großem Akku bieten diese drei Komfortmerkmale auch für die Außenplätze im Fond.
Der 5C-LFP-Akku (Lithium-Eisenphosphat) erlaubt eine Ladeleistung von bis zu 446 kW. In neun Minuten soll der Füllstand der Batterie am Schnelllader von 20 auf 80 Prozent gebracht werden können. Voraussetzung ist eine Ladesäule mit mehr als 400 kW Leistung, die man erst einmal finden muss. Beim Laden mit Wechselstrom über den Typ-2-Stecker verharrt Xpeng bei 11 kW, während mehr und mehr Autos, zumindest optional, auch mit 22 kW laden können.
Varianten und Preise
Im Xpeng P7+ RWD Standard Range mit 180 kW (245 PS) starkem Heckmotor steckt ein Akku mit 61,7 kWh Speicherkapazität, die für eine Reichweite von 455 Kilometern sorgen sollen (maximale Ladeleistung 350 kW). Das Basismodell kostet 46.600 Euro.
Auf 74,9 kWh wächst die Akku-Kapazität im P7+ RWD Long Range, die Motorleistung steigt auf 230 kW (313 PS). Diese Version ist mit 530 Kilometern der Reichweiten-König im Programm, die maximale CCS-Ladeleistung liegt bei den o.g. 446 kW. Mit 49.600 Euro ist das Long-Range-Modell 3.000 Euro teurer als die Basis.
Im Xpeng P7+ AWD Performance mit Allradantrieb durch zwei Elektromotoren steht eine kombinierte Leistung von 370 kW (503 PS) zur Verfügung, die 74,9 kWh Strom sollen für bis zu 500 Kilometer genügen. Auch hier gipfelt die Ladekurve bei 446 kW. Der Preis des Topmodells: 53.600 Euro.
SUV-Bruder im Video: Xpeng G9
Jeder Xpeng P7+ verfügt über ein adaptives Fahrwerk, das die Federung innerhalb von 20 Millisekunden umstellen kann. Das Standard-Range-Modell rollt auf 19-Zoll-Rädern, mit 74,9-kWh-Akku zählen 20-Zöller zur Serienausstattung. Die einzigen Extras sind eine elektrisch ausfahrbare Anhängerkupplung für 1.190 Euro (Anhängelast 1.500 kg) und Metalliclackierung (800 Euro). Leider sind bei Xpeng nach wie vor kein adaptiven LED-Scheinwerfer zu haben.
Im April kommen die ersten Exemplare zu den Händlern und auf die Straße. Als dritter Xpeng wird auch der P7+ für Europa beim Auftragsfertige Magna im österreichischen Graz montiert. Auch G6 und G9 laufen dort vom Band. Die Neuwagengarantie für alle Xpeng läuft über den Zeitraum von sieben Jahren bis zu einer Laufleistung von 160.000 Kilometern.
Fazit
Mit Preisen ab 46.600 Euro ist der Xpeng P7+ nur knapp teurer als das SUV G6, fährt mit der großen Fließheck-Limousine aber in der automobilen Business Class. Trotz der – verhältnismäßig - günstigen Preise bringt der in Österreich gebaute Chinese eine komplette Serienausstattung bis hin zu Sitzmassage und Adaptivfahrwerk mit.
Die Limousinenform dürfte den Markterfolg im SUV-Zeitalter überschaubar gestalten. Ob der Xpeng P7+ eine gute Alternative zu BMW i5 und Co. ist, werden wir bei einem künftigen Test erfahren können – und dann auch ausführlich darüber berichten.