Cupra Formentor VZ 1.4 e-Hybrid Auch als Plug-in Hybrid noch sportlich?

Der Plug-in Hybrid im Alltagstest mit Video-Review.

Ganze neun Antriebsvarianten inklusive Getriebeoptionen umfasst das aktuelle Modellprogramm des Cupra Formentor, mit dem 390 PS starken VZ5 kommt demnächst eine zehnte Spielart dazu. Eingefleischte Fans des Labels, das vor der Emanzipation zur eigenen Marke als Sportlabel den u.a. Seat Leon schmückte, sind immer noch entsetzt.

Der Formentor VZ e-Hybrid im Video

Nicht nur betriebswirtschaftlicher Sachverstand zeigt aber schnell: Auch wenn es sich beim Formentor um ein Derivat auf MQB-Basis (Modularer Quer-Baukasten) handelt, muss das Angebot breit sein. Entwicklung, Produktionswerkzeuge und Marketing könnten mit den dem 310 PS starken Benziner und dem Fünfzylinder allein niemals ihre Kosten hereinholen. Zumal in Märkten außerhalb Deutschlands die schiere Leistung und Höchstgeschwindigkeit viel weniger zählt.

Dass der Cupra Formentor, die richtige Erwartungshaltung vorausgesetzt, auch in der Basisversion als 1.5 TSI mit 150 PS funktioniert, hat der AUTONOTIZEN-Alltagstest vor einigen Wochen gezeigt. Deutsche Kunden dürften aber vor allem auf die Plug-in Hybride schielen. Dank der üppigen Förderung winken attraktive Einstiegspreise, Fahrer eines Firmenwagens profitieren zudem von Steuervorteilen.

Was bietet der VZ im Vergleich zur Basis?

Den elektrifizierten Formentor gibt es in zwei Leistungsstufen mit 150 kW / 204 PS oder 180 kW / 245 PS Systemleistung. Die stärkere Variante ist an die VZ-Ausstattungslinie gekoppelt, die alle Formentor ab 245 PS aufwärts tragen.

Ab 43.230 Euro (vor Abzug der möglichen Förderung) ist er zu haben, also 3.340 Euro teurer als der e-Hybrid ohne „VZ“. Ob sich dieser Mehrpreis lohnt, muss gar nicht erst anhand der softwareerzeugten Mehrleistung oder der 50 Newtonmeter mehr Drehmoment erfahren werden. Es reicht ein Blick in die Ausstattungsliste.

Wer sein Auto gerne mit 19-Zoll-Felgen (statt 18), dem DCC Fahrwerk mit adaptiven Dämpfern, größeren 12-Zoll-Cockpitdisplay mit Navigationssystem sowie Parklenkassistent mit Sensoren auch an der Front ausstatten möchte, greift gleich zum stärkeren Cupra Formentor VZ e-Hybrid. Der bringt dann noch sehr bequeme Sportschalensitze mit uns ist unter dem Strich ein paar Hunderter günstiger als der „kleine“ Hybrid.

Der Antriebsstrang ist bekannt. Ein maximal 85 kW (115 PS) starker Elektromotor arbeitet im E-Mode als am Vortrieb. Wenn die Energie aus der 12,8 kWh großen Lithium-Ionen-Batterie zur Neige geht oder im Hybrid-Modus mehr Leistung abverlangt wird, schaltet sich der altbewährte 1.4 TSI-Benziner mit 110 kW / 150 PS hinzu. Ein Sechsgang-Doppelkupplungsgetriebe (DSG) wechselt die Übersetzungen.

34 Kilometer elektrische Reichweite

Cupra Formentor VZ e-hybrid Test Fotos Preis Konfigurator 2021

Der Hybridantrieb arbeitet zuverlässig und ohne störende Rucke. Zum sportlichen Auftritt und der, trotz DCC, straffen Grundabstimmung des Cupra Formentor passt er aber nur bedingt. Das Mehrgewicht, das das Motorendoppel und die Batterie mit sich bringen, ist in flinken Kurven spürbar. Auf der Autobahn wird der e-Hybrid zum 150 PS starken Benziner, dem oben herum ab 180 km/h die Luft spürbar ausgeht. Hier hilft die Elektro-Maschine nicht mehr mit.

30 – 34 Kilometer Reichweite mit dem Elektroantrieb waren im Testalltag zu schaffen. Wer lokal emissionsfrei im Formentor unterwegs sein will, muss also fleißig laden. An der Haushaltssteckdose dauert das laut Prospekt fünf Stunden, in der Realität knapp über sechs. Ein Ladekabel für Wallboxen und Ladesäulen gibt es nur gegen Zuzahlung von 170 Euro. Dann beträgt die maximale Ladeleistung 3,6 kW, die Standzeit etwa dreieinhalb Stunden.

Der Kofferraum schrumpft

Cupra Formentor VZ e-hybrid Test Fotos Preis Konfigurator 2021

Im gemischten Fahrbetrieb genehmigte sich der Cupra Formentor VZ e-Hybrid zusätzlich zum Strom knapp über fünf Liter Benzin je 100 Kilometer. Von den 6,7 Litern Testverbrauch eines Seat Leon 1.5 eTSI , ein Mildhybrid ohne Ladehickhack, hält er also Respektabstand.

Das Gesamtkonzept des Cupra Formentor überzeugt einmal mehr. In der Verpackung eines kompakten SUV-Coupés haben die Spanier ein geräumiges Auto mit Erstwagenqualitäten realisiert. In beiden Sitzreihen findet man viel Raum in alle Richtungen, die Verarbeitung wirkt routiniert. Einzig beim Kofferraumvolumen muss der Hybrid-Kunde Abstriche machen. Statt 450 Litern fasst der Laderaum im Formentor e-Hybrid nur 345 Liter, zudem liegen die Ladekabel mangels Staufach dort herum.

Gegen Aufpreis ist eine ausklappbare Anhängerkupplung lieferbar. Bis zu 1,5 Tonnen kann der Plug-in Hybrid an de Haken nehmen, die Stützlast (u.a. wichtig für Fahrradträger) beträgt 80 Kilogramm.

Der Hybrid im Preis-Vergleich

Cupra Formentor VZ e-hybrid Test Fotos Preis Konfigurator 2021

Den Cupra Formentor VZ gibt es, neben dem 310 PS-Modell, auch als reinen Benziner mit Frontantrieb und 245 PS starkem Zweiliter-Turbo. Er kostet 40.140 Euro, ist also 3.090 Euro günstiger als der VZ e-Hybrid. Da kann man viel tanken? Stimmt. Aber jetzt kommt ja die erwähnte Förderung ins Spiel. 7.177,50 Euro (inklusive Mehrwertsteuer auf den Herstelleranteil) kann man, nach erfolgreichem Antrag beim BAFA (Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle) vom Listenpreis des Plug-in Hybriden abziehen. Der wird dann also über 4.000 Euro günstiger als der Benziner.

Fazit

Cupra Formentor VZ e-hybrid Test Fotos Preis Konfigurator 2021

Der Cupra Formentor überzeugt einmal mehr mit seinem guten Konzept. Der ist groß genug für den Familienalltag, ohne ausufernde Maße zu haben. Als Plug-in Hybrid wirkt der Spanier weit weniger sportlich, als es das Design vermuten lässt. Das hohe Gewicht raubt ihm zudem ein Stück seiner Leichtfüßigkeit.

Für Fahrer von Firmenwagen, die neben der Umweltprämie auch die Steuervorteile einstreichen wollen, dürfte aber aus rationalen Gründen kaum ein Weg am elektrifizierten Formentor vorbeigehen. Vorausgesetzt, die eigene Infrastruktur und das Fahrverhalten passen zum regelmäßigen Ladebedarf.

Welcher Händler macht den besten Preis?

Cupra Formentor VZ e-hybrid Test Fotos Preis Konfigurator 2021

Die Preisverhandlung mit dem Autohändler macht nicht jedem Kunden Spaß. Gut, dass es andere Möglichkeiten gibt, verschiedene Angebote einzusehen! Neuer Kooperationspartner von AUTONOTIZEN ist das junge Unternehmen Carwondo. Auf der Website von Carwondo sind die Neuwagen-Konfiguratoren sämtlicher Autohersteller mit aktuellen Informationen abgebildet. Bei Carwondo kann man sich den Wunsch-Formentor zusammenstellen und alle Optionen auswählen, die man gerne im neuen Auto sehen möchte.

Nach Abschluss der Konfiguration werden über eine Postleitzahlen-Suche die besten Angebote von offiziellen deutschen Vertragshändlern angezeigt, die dann direkt kontaktiert werden können.

Hier kommt man direkt zum Cupra Formentor - Konfigurator bei Carwondo. Mit Nutzung dieses Affiliate-Links habt Ihr als potenzielle Kunden keinerlei Nachteil, sondern kommt direkt zu den besten Preisangeboten. Bei einem möglichen Kaufabschluss kann AUTONOTIZEN anhand des Links in geringem Maße unterstützt werden.

Technische Daten

Cupra Formentor VZ 1.4 e-Hybrid

Hubraum 1.395 ccm
Anzahl und Bauform Zylinder 4 in Reihe
Maximale Leistung kW / PS 110 kW / 150 PS bei 5.000 - 6.000 U/min
Max. Drehmoment 250 Nm bei 1.550 - 3.000 U/min
Getriebe 6-Gang-Doppelkupplungsgetriebe
Elektromotor: Maximale Leistung kW 85 kW (115 PS)
Systemleistung: kW / PS 180 kG / 245 PS, 400 Nm
Batterie 12,8 kWh Lithium-Ionen
Tankinhalt 40 Liter
Beschleuningung 0-100 km/h 7,0 Sekunden
Höchstgeschwindigkeit 210 km/h
Norm-Verbrauch kWh / 100 km 15,9 - 16,1 kWh
Norm-Verbrauch auf 100km 1,5 Liter
Verbrauch real auf 100km 5,3 Liter
Reifenmarke und –format des Testwagens Bridgestone Turanza 245/40 R19
Leergewicht 1.704 kg
Anhängelast (gebremst) 1.500 kg, Stützlast 80 kg
Länge / Breite / Höhe 4.450 / 1.839 / 1.511 mm
Grundpreis 43.230 Euro
Testwagenpreis 52.105 Euro
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Text: Bernd Conrad
Bilder: Andreas Hof, Bernd Conrad