Borgward in Bremen Kein "made in Germany"

Borgward plant einen Standort in Bremen. Aber kein Autowerk.



Unter dem Kürzel SKD versteht man eine „Semi-Knocked-Down“-Produktion. Dabei wird das fertige Auto aus vormontierten Komponenten endmontiert. Nicht zu verwechseln mit der wirklichen Montage aus Einzelteilen, das nennt man „Completely-Knocked-Down“, kurz CKD.

Borgward in Bremen

Bei der SKD-Fertigung gibt es keine feste Regel, was noch zusammengebaut wird, die Grenzen verwischen also zwischen den Begriffen „Fertigung“ und „Auslieferungslager“. Lada hatte beispielsweise in den 90er Jahren, als es die große Firma Eurolada noch gab, einen solchen Betrieb, um die Fahrzeuge aus Russland fit für Europa und den strengen Blick der TÜV-Prüfer zu machen.

Aus dem noch fernen Osten kommen die Borgward SUV. Das Modell BX7 wird dort seit einigen Monaten produziert, der kleinere BX5 kommt in Kürze hinzu.
In Deutschland möchte Borgward mit einem voll elektrisch angetriebenen BX7 an den Start gehen, der 2018 in Bremen endmontiert/aufbereitet werden soll.
Das gab Borgward heute zusammen mit dem Bremer Bürgermeister und dem Senator für Wirtschaft bekannt. Dabei gibt es aber noch keinen Standort, die Gespräche mit Grundstückseigentümern, dem Bundesland Bremen und Produktionspartnern werden laut Borgward aktuell geführt. Der zuletzt genannte Begriff ist auch wichtig. Wird ein Dienstleister beauftragt, wird die Endmontage gar nicht unter Borgward-Flagge stattfinden? Oder sind Zulieferer gemeint?

Borgward in Bremen

50 bis 100 Mitarbeiter sollen bis zu 10.000 Fahrzeuge im Jahr fertigstellen. Nach der Markteinführung des elektrisch angetriebenen BX7 möchte Borgward zu einem späteren Zeitpunkt auch den BX5 mit Plug-in-Hybrid und als Elektroauto in Bremen europäisieren. Mit dem Standort Bremen spielt Borgward die Historien-Karte, die Stadt war bis zur Unternehmenspleite der Hauptsitz des einstmals renommierten deutschen Autobauers, insgesamt 1,2 Millionen Borgward wurden in Bremen gebaut. Ganz rational ist die gute Wasseranbindung mit dem Überseehafen Bremerhaven natürlich ein Standortvorteil, um die Autos auf dem Seeweg von China nach Deutschland zu transportieren.

Teile das!
Text: Bernd Conrad
#}