DFM Rich 9 2026

DFM Rich 9 2026 Diesel-Nissan kommt als DFM zu uns

5:30 Min.

Neuer Pick-up aus China: Der DFM Rich 9 im ersten Check.

China-Importeur Indimo Automotive erweitert sein Pick-up-Programm um den DFM Rich 9. Die Baureihe entstammt, wie der von bereits ausführliche getestete Rich 6 auf Basis des Navara , dem ZNA (Zhengzhou Nissan) genannten Gemeinschaftsunternehmen von Dongfeng Motors und dem japanischen Hersteller Nissan.

In China wurde die Baureihe 2025 als Nissan Frontier Pro vorgestellt, in Spanien läuft ein Derivat als Santana 400 vom Band. Zu uns kommt der Pick-up mit Doppelkabine mit Dongfeng-Logo auf der Motorhaube als Diesel.

Länger als die Norm-Garage

Mit einer Länge von 5,52 Metern ist der Rich 9 länger als der Rich 6 und liegt eine halbe Klasse über dem bei uns geläufigen Pick-up-Format von Ford Ranger, Isuzu D-Max und VW Amarok. Der Chinese ist zudem 1,96 Meter breit und 1,95 Meter hoch. Das Design wirkt modern, ohne dabei die Zweckmäßigkeit eines Nutzfahrzeugs zu vernachlässigen. Hinter der Doppelkabine erlaubt die Ladefläche leider keinen Transport von zwei Europaletten. Wir haben nachgemessen: Die Breite zwischen den Radhäusern liegt bei 1,04 Metern, die Länge bei knapp unter 1,60 Metern. Die Zuladung wird mit 865 Kilogramm angegeben, Informationen zur Anhängelast liegen noch nicht vor. Hier dürfte ein Seitenblick zum Santana 400 D helfen, bei ihm wird die Zuglast mit 3.200 Kilogramm angegeben.

Ein 2,3 Liter großer Vierzylinder-Dieselmotor mit Turboaufladung steckt hinter den LED-Scheinwerfern des DFM Rich 9. Er leistet 162 kW / 220 PS und stellt ein maximales Drehmoment von 500 Newtonmetern im Drehzahlbereich von 1.500 bis 2.500 U/min bereit. Diese Kraft wird über ein Achtstufen-Automatik-Getriebe von Zulieferer ZF verwaltet. Im Normalfall fährt der Rich 9 mit Hinterradantrieb. Über einen Drehregler in der Mittelkonsole kann man den Allradantrieb zuschalten, mittels Längssperre lässt sich auch eine starre Kraftverteilung fixieren. Für mehr Komfort auf der Straße verzichtet der Pick-up auf das sonst übliche Baumuster mit Blattfedern an der Hinterachse. Unter der Ladefläche wird stattdessen eine Fünflenker-Konstruktion verwendet, vorne gibt es Doppelquerlenker.

Auf der Autobahn soll eine Höchstgeschwindigkeit von 170 km/h erreicht werden. Der WLTP-Normverbrauch wird mit 9,1 l/100 km angegeben, dank des 73 Liter großen Tanks ist also eine Reichweite von bis zu 800 Kilometern möglich.

Die Sitzprobe

Das Cockpit übernimmt der Rich 9 vom Nissan Frontier Pro.

Wir konnten den DFM Rich 9 bereits ansehen, sogar ganz kurz fahren (siehe Video) und zur Sitzprobe starten. Die hinteren Türen öffnen sehr weit und erlauben damit einen bequemen Einstieg. Auch als großer Mensch sitzt man in der zweiten Reihe mit brauchbaren Platzverhältnissen. Ein Pick-up mit Doppelkabine ist in Sachen Raumfülle stets ein Kompromiss mit Fokus auf die Ladefläche und sollte nie als uneingeschränkte Alternative zu einem Familien-SUV gesehen werden.

Die Sitzfläche der Bank lässt sich geteilt nach oben stellen, was zusätzlichen Stauraum für sperrige und schwere Güter schafft. Für den Nachwuchs gibt es Isofix-Bügel an den Außenplätzen, die aber nicht sehr gut und intuitiv erreichbar sind.

Auf den bequemen Vordersitzen findet man schnell eine vernünftige Position. Nur der Fahrersitz lässt sich elektrisch einstellen, auch in der Höhe. Die Konfiguration des Autos beinhaltet auch eine Sitzheizung für die Vordersitze, ansteuerbar über den Touchscreen-Monitor.

Das kostet der Pick-up

Der Fahrersitz ist elektrisch einstellbar, auch in der Höhe.

Alle weiteren Funktionen, bis hin zur Spiegelverstellung, befiehlt man mit der Fingerkuppe über das berührungsempfindliche Display im 12,8-Zoll-Format. Das gilt auch für die Steuerung der Einzonen-Klimaautomatik. Um Smartphone-Inhalte mit Apple CarPlay oder Android Auto ins Auto zu bringen, ist die Verbindung des Telefons mit über die App Carbit nötig. In unserem Langzeit-Test mit dem Rich 6 hat das meist zuverlässig funktioniert.

Alle fahrrelevanten Informationen werden auf einem großen Display hinter dem Lenkrad dargestellt. Die Geschwindigkeitsregelanlage (ohne adaptive Regelung) hält auch Programme für das Offroad-Fahren bereit. Die Rundumsicht-Kamerafunktion hilft beim Rangieren oder Klettern, auch mit einer transparenten Durchsicht auf den Boden unter dem Auto. Auch eine Bergabfahrkontrolle ist an Bord, weitere Assistenten gibt es nicht.

Die Verarbeitung wirkt solide, auch die Materialien gefallen. Für den Einsatz als Nutzfahrzeug im hektischen Alltag wäre eine traditionellere Bedienstruktur mit mehr Tasten und Knöpfen aber gewiss die bessere Wahl.

Den DFM Rich 9 kann man zum Preis von 39.995 Euro kaufen (netto ohne Mehrwertsteuer 33.609,24 Euro). Die Neuwagengarantie läuft über den Zeitraum von drei Jahren ohne Kilometerbegrenzung. Zum identischen Preis hält der Indimo-Händler auch den Foton 4 – ebenfalls aus chinesischer Produktion – bereit.

Fazit

Der Pick-up aus China kostet bei uns 39.995 Euro.

Ein Pick-up, drei Gesichter. Je nach Weltregion gibt es den neuen Lastesel mit Doppelkabine als Nissan Frontier Pro, Santana 400 oder DFM Rich 9. Letzterer kommt mit einem 220 PS starken Dieselantrieb jetzt zum Preis von 39.995 Euro zu uns. Starker Konkurrenz dürfte er im eigenen Haus begegnen. Viele Händler des DFM-Importeurs Indimo vertreiben zum identischen Listenpreis auch den Foton 4 im Stil eines RAM 1500.

Im Video: DFM Rich 6 offroad

Text: Bernd Conrad
Bilder: Andreas Hof, Bernd Conrad