Elektroauto-Start-up Faraday Future Neues Kapital, vier Modelle im Fahrplan

Das angeschlagene Elektroauto-Start-up Faraday Future fusioniert mit einer börsennotierten Firma. Das bringt neues Kapital.



Das Elektroauto Start-up Farady Future hat bereits im Januar 2017 das Modell FF91 auf der CES (Consumer Electronics Show) in Las Vegas präsentiert. In Serie ging das Auto bis heute nicht. Finanzielle Probleme des chinesischen Haupteigentümers und eine Insolvenz brachten das Unternehmen an den Rand des Abgrunds.

Nach Fusion mit Nasdaq-Listung

Überraschend wechselte Carsten Breitfeld, ein ehemaliger BMW-Manager, im Jahr 2019 vom ebenfalls strauchelnden E-Auto-Bauer Byton zu Faraday Future. Jetzt verkündet die Firma einen neuen Schachzug, um frisches Kapital für die Serienfertigung des FFF91 einzusammeln.

Anstatt den langwierigen und aufwendigen Weg eines eigenen Börsengangs zu gehen, fusioniert Faraday Future mit einem bereits an der New Yorker Nasdaq gelisteten Unternehmen. Der Partner ist die Property Solutions Acquisition Corp. Hier konzentriert man sich auf Unternehmensübernahmen, Fusionen und Aktiengeschäfte.

Der Wert der Transaktion wird mit 3,4 Milliarden US-Dollar (etwa 2,8 Milliarden Euro) angegeben. Durch die Fusion und die Börsenplatzierung soll eine Milliarde US-Dollar (825 Millionen Euro) Kapital für Faraday Future fließen, davon 230 Millionen US-Dollar (190 Millionen Euro) „Cash“.
Eigenen Angaben zufolge hat Faraday Future bislang zwei Milliarden US-Dollar in die Entwicklung des FF91 gesteckt.

FF91 als erstes Modell

Faraday Future FF91 Elektroauto Börse Nasdaq

Mit dem neuen Kapital soll jetzt endlich eine Serienfertigung geschafft werden. Innerhalb von fünf Jahren ab Marktstart wollen Vertriebsplaner 400.000 Einheiten des FF91 verkaufen. 14.000 Online-Reservierungen liegen, Angaben des Unternehmens zufolge, bereits vor.

Ein zweites, kleines, Modell mit dem Namen FF81 ist zudem in Vorbereitung. 2023 soll der FF81 vorgestellt werden, gefolgt vom FF71 im Jahr 2024. Außerdem plant Faraday Future ein „Smart Last Mile Delivery Vehicle”, also einen kleinen Lieferwagen für die letzte Meile vom / zum Kunden bzw. Depot eines Paket- oder Lieferdienstes.

Teile das!
Text: Bernd Conrad
Bilder: Hersteller