Bugatti Divo Konfiguration Wenn es mal wieder länger dauert...

...könnte es am individualisierten Hypercar liegen. Über Wünsche der Bugatti-Kunden.



Es gibt sie nach wie vor, die Geschichten von elend langen Lieferzeiten für Neuwagen – die Verzögerungen durch Werksschließungen aufgrund der Coronavirus-Pandemie mal ausgenommen.

Bei Elektroautos ist meist die Traktionsbatterie der Flaschenhals, Kunden mussten und müssen teils über ein Jahr auf Fahrzeuge wie den Kia e-Niro oder Hyundai Kona Elektro warten. Aber auch Mainstream-Modelle spannen ihre Käufer auf die Folter. Oftmals sind Autos aus dem Volkswagen-Konzern von langen Lieferzeiten betroffen.

40 Divo werden gebaut

Wer einen neuen Skoda bestellt, musste oft viel länger warten als geplant, auch ein Seat Ateca ließ bei manchen Käufern ein Jahr auf sich warten.
Lust statt Frust dürfte so ein Zeitraum jenseits des oberen Endes der Konzernpalette bedeuten. Was nicht nur an der Tatsache liegt, dass die ausgesuchten Kunden, die einen der nur 40 geplanten Bugatti Divo erwerben, schon viele andere Fortbewegungsmittel für Straße, Luft und Wasser besitzen. Man kennt sich.

„Divo-Kunden fahren schon alle mindestens einen Chiron“, erklärt Anne Beynat, Sales Koordinatorin bei Bugatti. Neben der limitierten Produktionszahl, auch vom „Standardmodell“ Chiron entstehen über den gesamten Lebenszyklus nur 500 Einheiten geplant.

Dazu kommt der hohe Grad an Individualisierungswünschen der solventen Käuferschicht. Ganz spezielle Ledersorten und deren Dicke, die haargenaue Abstimmung der Interieurfarbe mit dem Lack auf der Karosserie oder Felgen sind dabei gar nicht mal die extravagantesten Ideen, mit denen die Hypercar-Manufaktur zu tun hat.

Zu den ausgefallensten Wünschen zählt Bugatti unter anderem einen Veyron (Vorgänger des Chiron) mit in die Rückwand eingeprägten Fußabdrücke von Kindern, Kristalle im Cockpit oder sogar Karosseriefarben, die je nach Lichteinfall changieren. Das dauert dann natürlich.

Bugatti Divo Konfiguration

Laure Beneteau, Sales and Operation Manager bei Bugatti, sagt: „Neben der technischen Herausforderung spielt immer die Zeit eine Rolle. Die Neuentwicklung einer Farbe kann bis zu vier Monate dauern, die eines neuen Leders neun Monate und ein neues Interieur aus Carbon bis zu einem Jahr. Bei den Maßanfertigungen stellen wir den gleichen hohen Anspruch an Material und Verarbeitung wie an der serienmäßigen Konfiguration. Wir wollen schließlich, dass Divo und Chiron auch noch nach vielen Jahren perfekt aussehen und fahren.“

Die wartende Kundschaft erhält aus Molsheim alle zwei Wochen eine Bilddokumentation über den Fortschritt beim Bau des Sportwagens. Teilweise gibt es auch mehrere Treffen zu Abstimmung mit dem zukünftigen Eigner. Hier werden dann wohl mehr Flugmeilen zurückgelegt, als später mit dem 1.500 PS-Auto an Kilometern zusammenkommen. Vor allem der seltene Bugatti Divo dürfte vornehmlich in temperierten Sammlergaragen anzutreffen sein

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Text: Bernd Conrad
Bilder: Hersteller
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